Fussball
Serie der Ungeschlagenheit endet: Der FC Luzern verliert gegen Basel mit 0:1 – die Gäste treffen vom Punkt

In der 29. Minute bringt Fabian Frei die Gäste aus Basel via Penalty in Führung. Der FC Luzern lässt danach zu viele Chancen ungenutzt – und spielt ab der 77. Minute nur noch zu zehnt.

Pascal Linder 8 Kommentare
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Die FCL-Startaufstellung

Obschon Vaso Vasic, der zweite Goalie des FCL, seit gut einer Woche wieder mit der Mannschaft trainiert, steht heute erneut der 19-jährige Pascal Loretz zwischen den Pfosten des FC Luzern. Der Krienser erhält nach seinen starken Leistungen in den letzten vier Super-League-Partien das volle Vertrauen von FCL-Trainer Mario Frick.

Die verletzungsbedingten Absenzen heissen nach wie vor Marius Müller, Marco Burch, sowie Jakub Kadak. Im Vergleich zum letzten Spiel gegen GC nehmen Mohamed Dräger und Thibault Klidje vorerst auf der Bank Platz, stattdessen stehen Mamady Diambou und Sofyan Chader in der Startelf.

Die Tore

29. Minute: Basels Andi Zeqiri zieht mit viel Tempo auf das Tor zu, FCL-Goalie Pascal Loretz stoppt den Stürmer regelwidrig, worauf Schiedsrichter Luca Cibelli sofort auf den Elfmeter-Punkt zeigt. Fabian Frei versenkt den Penalty souverän – FCL-Keeper Loretz erwischt die falsche Ecke.

Die Basler jubeln nach dem Treffer zum 1:0.

Die Basler jubeln nach dem Treffer zum 1:0.

Bild: Urs Flüeler / Keystone

Matchbericht

Es war ein schöner Abend für Fans des FC Luzern. Vor gut einem Monat, am 28. Januar, gewann die Mannschaft von Mario Frick im St. Jakob-Park gegen den FC Basel mit 3:2 – innert 14 Minuten drehten die Luzerner die verrückte Partie und beendeten somit eine lange Serie ohne Vollerfolg gegen die Bebbis.

Das Ziel der Luzerner ist klar: Auch im heutigen Heimspiel soll der FCL als Sieger vom Platz gehen – gegen den FC Basel gelang dies nämlich im eigenen Stadion letztmals am 21. Juni 2020.

Rein ins Spiel! Zum Auftakt der Partie steigt ein buntes Feuerwerk in den Himmel über dem Stadion – die Fans sorgen von Beginn an für mächtig Stimmung in der Arena.

Doch der FCL startet keineswegs mit einem Feuerwerk in die Partie. In der 6. Minute sind es nämlich die Gäste aus Basel, welche die erste nennenswerte Torchance vergeben: Darian Males haut das Leder aus guter Position über das Gehäuse.

Auf der anderen Seite setzen kurze Zeit später auch die Luzerner eine erste Duftmarke in der Offensive. Ardon Jashari spielt eine lange Flanke in den Strafraum der Basler, wo Pascal Schürpf aber im Abseits steht.

Es fällt auf: In der Startphase ist der FC Luzern die dominierende Mannschaft, das Heimteam gewinnt mehr Zweikämpfe und spielt gefährlicher nach vorne. Nach einem Eckball von Max Meyer steigt nach gut 25 Minuten der 1,97 Meter grosse Ismajl Beka in die Höhe – der Kopfball des Verteidigers landet aber knapp neben dem rechten Pfosten.

Luzern hat zu Beginn mehr vom Spiel.

Luzern hat zu Beginn mehr vom Spiel.

Bild: Urs Flueeler / KEYSTONE (Luzern, 4. März 2023)

Viel Hektik in der 28. Spielminute: Basels Andi Zeqiri zieht mit viel Tempo auf das Tor zu, FCL-Goalie Pascal Loretz stoppt den Stürmer regelwidrig, worauf Schiedsrichter Luca Cibelli sofort auf den Elfmeter-Punkt zeigt.

Fabian Frei lässt sich nicht zweimal bitten und versenkt den Penalty souverän – 1:0 für den FC Basel. Beachtlich: Pascal Loretz, der 19-jährige Krienser, wurde seit seinem Super-League-Debut am 5. Februar gegen YB noch nie aus dem Spiel bezwungen. Loretz hat heute aber bereits zum fünften Mal das Nachsehen bei einem Penalty.

Fabian Frei haut den Penalty eiskalt in die linke Ecke.

Fabian Frei haut den Penalty eiskalt in die linke Ecke.

Bild: Martin Meienberger / freshfocus (Luzern, 4. März 2023)

Nach dem 1:0 lässt sich der FC Luzern nicht aus der Ruhe bringen – im Gegenteil: Sofyan Chader passt auf Pascal Schürpf, dieser kann aus guter Position im Strafraum abziehen, FCB-Keeper Marwin Hitz pariert jedoch souverän. Auf der anderen Seite stellt kurze Zeit später auch FCL-Keeper Loretz ein erstes Mal seine Qualitäten unter Beweis. Der 19-Jährige pariert einen satten Schuss von Andi Zeqiri mit einer Blitzreaktion.

Ardon Jashari im Zweikampf mit Riccardo Calafiori

Ardon Jashari im Zweikampf mit Riccardo Calafiori

Bild: Martin Meienberger / freshfocus (Luzern, 4. März 2023)

Nach rund 40 Minuten wälzt sich Martin Frydek am Boden. Der Verteidiger scheint sich in einem Zweikampf mit Males an der linken Schulter weh getan zu haben. Nachdem er am Spielfeldrand kurz gepflegt wurde, kann Frydek jedoch weiterspielen. Beim Spielstand von 0:1 schickt Schiedsrichter Cibelli die Mannschaften in die Katakomben. Das Fazit zur Pause: Die Gäste aus Basel kommen mit Glück zur Führung, diese ist letztendlich aber nicht unverdient.

Luzerns Mamady Diambou (rechts) im Zweikampf mit Riccardo Calafiori.

Luzerns Mamady Diambou (rechts) im Zweikampf mit Riccardo Calafiori.

Bild: Urs Flueeler / KEYSTONE (Luzern, 4. März 2023)

Nach dem Seitenwechsel starten beide Mannschaften vorerst mit unverändertem Personal. Gut sechs Minuten nach Wiederanpfiff sieht Ismajl Beka die gelbe Karte – der Innenverteidiger steigt mit offener Sohle in einen Zweikampf. Kurze Zeit später kommen die Luzerner zu einer guten Freistossmöglichkeit aus rund 20 Metern Distanz zum Tor. Der Direktschuss von Max Meyer segelt allerdings am Kasten vorbei.

In der 59. Minute unternimmt FCL-Trainer Mario Frick einen Doppelwechsel: Pascal Schürpf geht raus, für ihn greift Asumah Abubakar ins Spielgeschehen ein. Und Dejan Sorgic kommt für Mamady Diambou, der nicht zu überzeugen wusste.

Und plötzlich kommt der FCL zu einer Riesenchance: Martin Frydek flankt in den Strafraum, wo der Ball direkt in den Füssen von Max Meyer landet. Der Deutsche verzieht aus bester Position – das hätte der Ausgleichstreffer sein müssen! Das Unvermögen in Sachen Chancen-Verwertung geht weiter. Es ist Pius Dorn, der nach einer Flanke von Jashari den Ball aus nächster Nähe nicht im Tor unterbringen kann.

Nach dem Seitenwechsel wird vor allem immer wieder zum Foul gegriffen. Insgesamt elf gelbe Karten werden gezückt.

Nach dem Seitenwechsel wird vor allem immer wieder zum Foul gegriffen. Insgesamt elf gelbe Karten werden gezückt.

Bild: Urs Flueeler / KEYSTONE (Luzern, 4. März 2023)

Mittlerweile ist richtig viel Pfeffer im Spiel, noch bleiben den Luzernern gut zwanzig Minuten Zeit, um auszugleichen. Das Heimteam hat denn auch das Spieldiktat an sich gezogen.

Ab der 77. Minute steht der FC Luzern nur noch zu Zehnt auf dem Platz – Sofyan Chader wird mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen. In der 72. Minute stoppte Chader Basels Dan Ndoye und jetzt steigt er gegen Jean-Kévin Augustin zu hart in den Zweikampf – ein herber Rückschlag für das Heimteam!

Sofyan Chader sieht deren zwei und muss in der 77. Minute bereits unter die Dusche.

Sofyan Chader sieht deren zwei und muss in der 77. Minute bereits unter die Dusche.

Bild: Urs Flueeler / KEYSTONE (Luzern, 4. März 2023)

Für die letzten rund acht Minuten kommt Thibault Klidjé ins Spiel, er ersetzt den verletzten Asumah Abubakar. Können die Luzerner trotz Unterzahl noch den Ausgleichstreffer erzielen?

Die rund 13'000 Zuschauerinnen und Zuschauer sehen eine packende Schlussphase: In der 89. Minute haut Max Meyer das Leder mit einem akrobatischen Seitfallzieher neben das Tor. Auf der Gegenseite erhöht in der 93. Minute Hugu Novoa für die Gäste auf 2:0.

Luzerns Max Meyer hatte zwei grosse Chancen auf den Ausgleich. Hier nach der Hereingabe von Frydek (im Bild) und kurz vor Schluss per Seitfallzieher.

Luzerns Max Meyer hatte zwei grosse Chancen auf den Ausgleich. Hier nach der Hereingabe von Frydek (im Bild) und kurz vor Schluss per Seitfallzieher.

Bild: Urs Flueeler / KEYSTONE (Luzern, 4. März 2023)

Doch der Videoschiedsrichter greift ein und prüft das Tor nochmals. Tatsächlich: Der Treffer wird wegen eines vorangehenden Fouls wieder aberkannt. In der Folge hat der FCL gar noch die Chance kurz vor Abpfiff per Freistoss auszugleichen. Doch die Luzerner Serie der Ungeschlagenheit ist beendet, die Mannschaft von Mario Frick verliert zum ersten Mal in diesem Jahr.

Das sagt der FCL-Trainer

«Für uns ist es extrem bitter. Wir haben viele Zweikämpfe gewonnen, leider aber auch einige hochkarätige Chancen vergeben. »
«Über weite Strecken waren wir besser als der FC Basel.»

Das sagt FCL-Trainer Mario Frick nach dem Spiel.

Video: PilatusToday.

Reaktionen

Das sagt Pius Dorn nach der Partie.

Video: PilatusToday.

Das sagt Pascal Schürpf nach der Partie.

Video: PilatusToday.

FCL-Noten

Telegramm

Luzern – Basel 0:1 (0:1)
Swisspor-Arena. – 13’248 Zuschauende. – SR Cibelli.
Tor: 29. Frei (Foulpenalty) 0:1.
Luzern: Loretz; Dorn, Simani, Beka, Frydek; Jashari; Diambou (59. Abubakar/82. Klidjé), Beloko; Max Meyer (89. Kimpioka); Schürpf (59. Sorgic), Chader.
Basel: Hitz; Adams, Pelmard, Calafiori; Millar (88. Novoa), Lopez (88. Kade); Males, Frei (54. Burger), Douf; Fink (65. Ndoye), Zeqiri (65. Augustin).
Bemerkungen: Luzern ohne Müller, Burch, Kadak (alle verletzt). Basel ohne Lang (gesperrt), Xhaka (krank), Comas und Adjetey (beide verletzt). 95. Tor von Novoa zum 0:2 (93.) wird nach Intervention des VARs wegen eines vorherigen Fouls von Novoa an Kimpioka aberkannt. – Gelb-rote Karte: 77. Chader (Foul). Verwarnungen: 28. Loretz, 45. Lopez, 51. Beka, 52. Pelmard, 67. Diouf (alle Foul), 67. Simani (Unsportlichkeit), 69. Basel-Trainer (Reklamieren), 72. Chader, 75. Burger (beide Foul), 85. Augustin, 96. Hitz (beide Zeitspiel).

Resultate und Tabelle

Der Ticker zum Nachlesen

Ausblick

Am Sonntag in einer Woche reist die Mannschaft von Mario Frick an den Genfersee. Um 14.15 Uhr rollt der Ball in der Partie gegen Servette.

8 Kommentare
thomas kläy

Jedes mal dasselbe, hat man die Chance etwas Luft gegenüber dem Mittelfeld, etwas Abstand auf direkte Konkurrenten zu schaffen, dann packen sie es nicht. Jedes mal wenn einer vom Verein in den Medien von Platz 2 spricht, verliert man das Spiel am Wochenende. Vielleicht sollte man einfach solide weiter arbeiten und gesprochene Demut auch Leben. Was mich auch stutzig gemacht hat, dass der VAR nicht einmal ein mögliches Abseits von Zekiri untersucht hat, ich habe bei Standbild den Massstab hingehalten. Er steht mit der Fussspitze im Abseits. Da wurde in anderen Spielen schon gepfiffen. Das 2:0 wurde aber korrekt aberkannt, das hat man dann im TV analysiert. Glückwunsch an Loretz, wieder nicht aus dem Spiel bezwungen und wie schon erwähnt, ein Elfer gäbe es nicht, wenn Abseits gepfiffen wurde. Fazit: hart weiterarbeiten und den Platz 2 nie mehr erwähnen, sondern Spiel für Spiel nehmen, ackern und rackern und Demut leben. Hopp Lozärn.

Daniel Lötscher

Das Spiel war ein Sinnbild der letzten Spiele. Loretz ganz stark im Tor, geschlagen nur durch einen Penalty. Simani mit der üblichen gelben Karte. Beloko der Kämpfer räumte wie gewohnt alles ab. Chader einmal mehr eigensinnig und mit einer unnötigen Aktion, welchen den roten Karton mit sich zog. Aus dem Spiel wollte nicht viel gelingen. Dorn zwar mit einer tollen Weiterleitung, welche zu einem Assist hätte führen können wäre Hitz nicht dazwischen gehechtet. Insgesamt kann man festhalten, dass die Offensive zu wenig auf der Höhe war, zu wenig zwingend. Es fehlt einmal mehr an Durchschlagskraft. Wenn dann auch Meyer nicht liefert, wie gewohnt, gibt es wenig zu ernten. Er hatte 2 Tore auf dem Fuss. Die Erste hätte er machen müssen. Man wird es ihm nicht übel nehmen. Mehr zu denken geben muss das Offensivspiel. Aus dem Spiel kommt da zu wenig. Viele Bälle wurden verstolpert oder unsauber ausgespielt. Positiv kann man hervorheben, dass die defensive Arbeit einmal mehr toll und fast fehlerfrei war bis auf das 0:1. Man kann nur hoffen, dass Frick bald den Knopf löst. Ich will nicht schwarz malen. Man ist immer noch dabei. Der Kampf um die vorderen Plätze hat erst begonnen. Hopp Lozärn.