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FUSSBALL: FCL will filmreif weiterkommen

Michael Silberbauer (35) ist FCL-Videoanalyst. Von Markus Babbel wird der Däne geschätzt. Es klingt wie ein Versprechen, wenn Silberbauer sagt, die Analyse fürs Sassuolo-Spiel sei bereit.
Daniel Wyrsch
Der Däne Michael Silberbauer (Mitte) packt im FCL-Training mit an, ist in erster Linie aber Videoanalyst für die Luzerner. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

Der Däne Michael Silberbauer (Mitte) packt im FCL-Training mit an, ist in erster Linie aber Videoanalyst für die Luzerner. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

daniel wyrsch

Die Augen von Michael Silberbauer leuchten. Er erzählt nicht vom grössten Moment seiner Karriere, sondern von einer Begegnung vor fast genau auf den Tag sechs Jahren im Zürcher Letzigrund. Der ehemalige dänische Nationalspieler stand zu dieser Zeit als zentraler Mittelfeldspieler in Diensten des FC Utrecht aus Holland. Auf Luzerner Seite zerschlugen sich in der 28. Minute alle Hoffnungen, in der Europa-League-Qualifikation die 3. Runde zu überstehen, da Silberbauer das 3:0 erzielt hatte. Nach dem 0:1 im Hinspiel war die Sache nun definitiv gelaufen. «Dabei habe ich gegen Dave Zibung ein Tor geschossen», sagt der 35-Jährige und grinst. Auf Nachfrage verrät er: «Das war ein toller Heber.»

Ein Ex-Profi mit Fingerspitzengefühl

Sofort ist spürbar, dass der heutige Videoanalyst den Fussball liebt. Obwohl seine Arbeit jetzt rationaler Art ist, die früheren Emotionen hinten anstehen müssen, ist es Silberbauer wichtig, sich in die einzelnen Profis hineinzufühlen. «Bei der Videoanalyse geht es nicht um einzelne Fehler, es geht darum, uns in bestimmten Situationen als Mannschaft verbessern zu können.» Der Fussball bestehe aus Fehlern, am besten mache man als Team so wenige wie möglich und nütze die Fehler des Gegners aus, erklärt er. «Darum geht es. Und nicht, um jemanden kaputtzumachen.»

In den letzten Jahren hat der Fussball auch in Sachen Analysen grosse Fortschritte gemacht. In seiner eigenen Karriere hat Silberbauer fast gar nicht von Videoaufnahmen seiner Partien profitieren können. Obwohl er zwischen 2000 und 2015 spielte, hat er die Fussballschule also erst vor etwas mehr als einem Jahr an den Nagel gehängt. Er selbst findet dieses visuelle technische Hilfsmittel sehr gut. «Man sieht bei den jungen Spielern, dass sie es bestens annehmen. Sie können die Videoanalysen brauchen wie Krafttraining.»

Jahmir Hyka (28), der erfahrene Linksaussen, findet: «Die Trainer können mich und die Mitspieler anhand der Bilder auf Dinge aufmerksam machen, die einem auf dem Platz kaum bewusst sind. Ich kann davon profitieren.»

Geradezu begeistert ist Luzern-Cheftrainer Markus Babbel von Michael Silberbauers Arbeit. «Er macht einen hervorragenden Job und ist für mich ein weiterer Topmann im Staff. Michael deckt genau jenen Teil ab, der uns bis letzten Frühling gefehlt hat», so Babbel.

Babbel wünscht, Silberbauer liefert

Auf Assistenztrainer Patrick Rahmen folgend, hatte Silberbauer vom zahlungsunfähigen Challenge-League-Klub FC Biel zum FCL gewechselt. «Patrick und ich verstehen uns sehr gut, wir sehen den Fussball ähnlich. Genauso ist es mit Markus Babbel», sagt der Däne. Oft würden sie sich über das Team und die Spieler austauschen. Der Chef ist Babbel. «Er sagt mir nach dem Spiel, ob er schon am anderen Morgen diese oder jene Szene zum Studium mit den Spielern sehen möchte.» Babbel sei es auch, der vorgebe, auf welche offensiven oder defensiven Szenen das Augenmerk gelegt werde. Oder ob mit dem ganzen Team, einem Teil oder einem Einzelnen die Situationen angeschaut werde.

Der Mann, der in der Schweiz einst Aufsehen erregte, weil er bei YB mit einem Jahreslohn von 500 000 Franken ins U-21-Team aussortiert wurde, will später selber Trainer werden. Im Moment gefällt es Silberbauer beim FCL, bei dem er mitunter Erfahrungen im Training macht. Für seine Hauptarbeit könne er den Fussball aber nicht geniessen. Mehrere Stunden dauert das Zusammenstellen von Szenen verschiedener Spiele wöchentlich, je nach Ziel.

Verraten will er über die Videoanalyse zu Sassuolo, die auch aus anderen Partien als aus dem Hinspiel (1:1) in Luzern besteht, nichts. Er lächelt nur, als er sagt, dass das Band bereit ist. Das tönt wie ein Versprechen, für das morgige Spiel gegen die Italiener (20.30) ein Rezept gefunden zu haben. Silberbauer hofft, dass sich der Kreis sechs Jahre nach seinem Tor gegen Zibung beim 3:1 mit Utrecht schliesst, Luzern diesmal weiterkommt.

Tomislav Puljic (vorne) jubelt nach dem 3:2. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Tomislav Puljic (vorne) jubelt nach dem 3:2. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

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