FUSSBALL: FCL will GC auf Augenhöhe begegnen

Der FC Luzern kämpft weiter um den Liga­erhalt. Im Spiel 2 unter Carlos Bernegger ist morgen (13.45) Cupfinalist GC zu Gast. Der FCL-Trainer fordert einen Sieg.

Daniel Wyrsch
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Diese Hürde gilt es für den FCL mit Muntwiler, Hyka und Wiss (von links) zu überwinden: GC-Antreiber Veroljub Salatic (Zweiter von links). (Bild: Freshfocus/Andy Müller)

Diese Hürde gilt es für den FCL mit Muntwiler, Hyka und Wiss (von links) zu überwinden: GC-Antreiber Veroljub Salatic (Zweiter von links). (Bild: Freshfocus/Andy Müller)

Der Einstand beim FC Luzern gelang Carlos Bernegger. Der 44-jährige Schweiz-Argentinier besiegte mit seiner neuen Mannschaft vor einer Woche Lausanne mit 1:0. Für den Trainer war sofort nach diesem glücklichen Erfolg klar, dass er und seine Fussballer noch viel Arbeit vor sich haben, um sorgenfreier in die Zukunft zu gehen. Luzern muss im verbleibenden letzten Viertel der Saison an seine Leistungsgrenzen gehen, wenn es sich ohne Hängen und Würgen aus der Abstiegszone verabschieden will. Die Mannschaft ist heuer vieles schuldig geblieben, so steht sie in der Pflicht, wenigstens den Abschluss versöhnlich zu gestalten.

Bernegger angetan von Bereitschaft

Sie scheint auf gutem Weg zu sein. Bernegger stellt fest, er sei sehr positiv angetan, was die Bereitschaft der Spieler in den Trainings angeht. «Die Intensität ist hoch. Wir nutzen ausserdem jede Gelegenheit, um uns besser kennen zu lernen.» Er sehe je länger, je mehr das individuelle und mannschaftliche Potenzial, und die Profis würden seinen Stil annehmen. «So, dass wir eine gemeinsame Linie finden.» Der FCL sei gezwungen, in kurzer Zeit zur Effizienz zu finden. Gerade in dieser Saison ist sie alles andere als eine Stärke der Innerschweizer, wie ein Blick auf die geschossenen Tore zeigt: 24 Treffer markierten sie in 27 Partien. Allerdings ignoriert der neue Coach auch nicht die Schwächen in der Defensive (39 Gegentore ist der zweitschlechteste Wert der Liga, nur Ser­vette hat 3 Goals mehr bekommen), und er fordert: «In der Verteidigung haben wir uns ebenfalls zu steigern.»

Nun empfängt der FCL mit den Grasshoppers einen Gegner, der zwar am Mittwoch gegen den Zürcher Stadtrivalen FCZ über 120 Minuten gehen musste, aber mit dem Cupfinaleinzug das Selbstvertrauen auf seiner Seite hat. «GC agiert äusserst kämpferisch und ist sehr effizient», sind die Erkenntnisse von Bernegger aus diesem Halbfinal. Der frühere Winterthurer gönnt die Cupfinalteilnahme seinen beiden ehemaligen Arbeitgebern Basel und GC. Bei den Hoppers habe er acht wunderbare Jahre verbracht. Er habe mehrere aktuelle Super-League-Profis in der Ausbildung begleitet. Dazu gehören der Fulham-Leihspieler Pajtim Kasami (20), der vor seinem achten Spiel im FCL-Dress steht, und GC-Captain Veroljub Saltatic. Der 27-jährige Zuger lobt seinen früheren Fussballlehrer. «Carlos lebt den Fussball, er ist sehr authentisch und offen.» Überhaupt ist Salatic begeistert vom neuen Luzerner Führungspersonal. Der als Dreh- und Angelpunkt im GC-Spiel agierende Mittelfeldspieler prophezeit dem Klub aus der Swissporarena in der «Matchzytig» eine prosperierende Zukunft: «Der FC Luzern hat mit Carlos Bernegger und Alex Frei als Sportdirektor zwei sehr gute Schachzüge gemacht. Jetzt geht es mit dem FCL bergauf, da bin ich mir zu 100 Prozent sicher.»

Alex Frei lässt Mannschaft arbeiten

Für Frei ist das Heimspiel gegen GC der erste Match in der neuen Funktion beim FCL. Bernegger antwortet auf Anfrage, dass er seit dem Arbeitsbeginn des Sportdirektors am letzten Montag zwei, drei Mal nach den Trainings punktuell Dinge ausserhalb der Mannschaft mit Frei angeschaut habe. «Alex Frei hat sich vor allem auf seinen neuen Job konzentriert. Für uns war es eine normale Woche, er hat uns in Ruhe arbeiten lassen, das war sehr wichtig.»

Auf die Frage, ob er froh sei, mit Frei eine geballte Ladung Fussballsachkompetenz in den Verein bekommen zu haben, zeigt sich Bernegger auf der Hut: «Wenn ich jetzt Ja sagen würde, hiesse dies, beim FCL würde sonst niemand etwas von Fussball verstehen.» Er erklärt, wie er sich die Einstellung seiner Mitarbeiter vorstellt. «Wenn jeder seine maximale Performance bringt, sei es als Fanshopmitarbeiter, als Platzwart oder als Spieler.» So könne der FCL die Fachkompetenz erhöhen. «Aber sicher verstärkt uns Alex Frei. Seine Präsenz und Arbeit ist wichtig für den Verein.»

Als Geschenk zum Jobantritt möchten Bernegger und die Mannschaft für den neuen Chef einen Sieg erringen. «Wir müssen GC auf Augenhöhe begegnen, dann können wir den Gewinn von drei Punkten anstreben.»