FUSSBALL: FCL–FCSG: Simon Grethers Gelegenheit, sich für neuen Vertrag zu empfehlen

Luzern gegen St. Gallen am Montag (16 Uhr) ist das Duell der «Teams der Stunde» in der Super League. Für FCL-Verteidiger Simon Grether eine weitere Gelegenheit, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen.

Daniel Wyrsch
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Geht immer an seine Grenze, gibt immer 100 Prozent: FCL-Verteidiger Simon Grether (links). (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. Februar 2018))

Geht immer an seine Grenze, gibt immer 100 Prozent: FCL-Verteidiger Simon Grether (links). (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 3. Februar 2018))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Wermutstropfen gibt’s beim FC Luzern in die Vorfreude auf das Duell zwischen den beiden besten Super-League-Teams 2018 hinter Leader YB: Spielmacher Valeriane «Vako» Gvilia und Aussenangreifer Pascal Schürpf fallen aus. Gvilia muss eine Knieverletzung (siehe Box) auskurieren, Schürpf ist gesperrt. Er hat in den letzten vier Spielen fünf Tore erzielt. Beide Profis stellen in der Offensive einen Verlust für den am Montag stattfindenden Vergleich gegen St. Gallen dar.

FCL-Trainer Gerardo Seoane will jedoch nichts wissen von einem allfälligen Alibi: «Die Spieler, die gegen St. Gallen auf dem Rasen stehen werden, müssen die Absenzen wettmachen und im Abschluss die Entschlossenheit von Schürpf und Gvilia an den Tag legen.» Eines der Erfolgsrezepte von Seoane ist seit Anfang an gewesen, dass er auf mannschaftliche Geschlossenheit gesetzt hat. Dazu passt das Zitat: «Wir wollen nicht mehr abhängig von einem Goalgetter sein.» Er sprach damit Marco Schneuwly an, der die letzten drei Saisons mit total 47 Ligatoren die Lebensversicherung für die Innerschweizer war, bevor er zum FC Sion weiterzog.

Grether mit den Tugenden, die den FCL starkmachen

Bislang kaum torgefährlich war Simon Grether. Der 25-jährige Rechtsverteidiger hat in total 38 Super-League-Partien nie für Luzern getroffen. Gleichwohl hat sich der beim FC Basel ausgebildete Abwehrspieler zuletzt ein klar verbessertes Standing erarbeitet. Seoane: «Bei Simon wissen wir, dass er ein sehr zuverlässiger Spieler ist, taktisch kann er die Aufgaben lösen.» Und: «Seit vier Wochen ist er ständig im Aufwind. Er traut sich mehr zu, sein Mut ist auch belohnt worden mit der Vorarbeit zu einem der beiden Schürpf-Tore zum 2:1-Sieg in Lugano.» Aber auch zuvor beim 1:0-Heimsieg gegen Basel sei er «extrem bissig gewesen, hat den Gegenspieler aus dem Match genommen». Seoane lobt Grether für viele der Tugenden, welche das Team derzeit auszeichnen.

Vom Ergänzungsspieler in die Stammformation

Simon Grether ist ein Stehaufmännchen, das exemplarisch für das unerwartet starke Comeback des FCL in dieser Saison stehen könnte. Nach seinem Super-League-Debüt 2012 unter Heiko Vogel bei Basel kam er via Challenge League (Bellinzona, Winterthur und Wohlen) im Sommer 2016 nach Luzern. Sein ehemaliger FCB-Nachwuchscoach Patrick Rahmen holte ihn. Er galt als Ergänzungsspieler und Lückenbüsser. Nach dem Verletzungs-Aus von Christian Schwegler (33) hat Grether zuletzt 15-mal in Serie zur Startformation gezählt. Selbstbewusst stellt er fest: «Gemessen an der Statistik sehe ich mich als Stammspieler. Bin ich fit, gehöre ich zu den Luzern-Profis mit den meisten Einsätzen.»

Dass er einer ist, der bekannt dafür ist, sich reinzubeissen, findet Grether positiv: «Das ist schon immer meine Spielart gewesen, hier beim FCL sieht man Kämpferherzen ja gerne.» Er ist überzeugt, dass sie gegen St. Gallen die Absenzen von seinem Basler Kumpel Schürpf und Gvilia verkraften. «Das macht uns aus, dass jeder für den anderen geht. Wenn einer ausfällt, dann können wir einen anderen bringen, der die Aufgabe erfüllt.»

Der junge Vater der bald einjährigen Tochter Clea wünscht sich, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird. Er schwärmt von Luzern: «Tolle Stadt, tolle Fans, toller Verein.» Gegen St. Gallen hat er eine weitere Gelegenheit, sich zu empfehlen. Mit FCSG-Stürmer Cedric Itten hat er telefoniert: «Sie sind heiss, wir sind heiss. Das wird eine enge Kiste.»