FUSSBALL: Fink: «Patrick Rahmen ist ein Topmann»

Patrick Rahmen ist neuer Co-Trainer von Markus Babbel. Von Ex-Weggefährten erhält er viel Lob. Beim FC Basel war er offenbar sogar einmal Cheftrainer-Kandidat.

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Ein Bild aus gemeinsamen Zeiten beim Hamburger SV: Patrick Rahmen (rechts) als Assistent an der Seite von Thorsten Fink. (Bild: Freshfocus)

Ein Bild aus gemeinsamen Zeiten beim Hamburger SV: Patrick Rahmen (rechts) als Assistent an der Seite von Thorsten Fink. (Bild: Freshfocus)

Daniel Wyrsch

Der FC Luzern hat gestern gemäss eigenen Angaben Gespräche mit Kandidaten für die verwaiste Stelle des Assistenten von Cheftrainer Markus Babbel (43) geführt. Dabei war Patrick Rahmen (46) schon längst der Kronfavorit der Entscheidungsträger gewesen. Zudem ging es scheinbar um ein Verzögerungsspiel mit dem FC Biel, der mit Rahmen den Cheftrainer verloren hat.

Wie dem auch sei: Um 17.44 Uhr bestätigte der FCL das, was unsere Zeitung gestern exklusiv vermeldete. Der Sohn des früheren Luzerner Captains und Trainers Bruno Rahmen (67, Bild) wird auf der Allmend Co-Trainer. Die Dauer seines Engagements ist (vorerst) bis Ende der laufenden Saison befristet. Es tönt nach einer Probezeit.

Er selbst ist froh, «dass nun alles klar ist». Trotzdem spürt er Wehmut, wenn er an seine vorherige Mannschaft Biel aus der Challenge League denkt und an den Abschied gestern: «Es ist nicht einfach gewesen. Die Spieler und wir vom Staff sind uns nahegestanden. Wir trotzten gemeinsam den schwierigen Bedingungen und brachten Leistung.»

Prägende Luzerner Zeit des Vaters

Mit dem FCL ist abgemacht gewesen, dass sich Rahmen bis nächsten Freitag «nicht gross» in den Medien äussert. «Trotzdem habe ich aus Anstand zurückgerufen, weil sich das so gehört», sagt uns Rahmen am Telefon. «Im Fokus stehen die beiden nächsten Spiele am Samstag in Sion und am Mittwoch der Cup-Halbfinal zu Hause gegen Lugano.»

Rahmen freut sich auf sein Engagement beim FCL. «Als mein Vater in Luzern spielte und anschliessend Trainer war, sind mein Bruder Micha und ich jedes zweite Wochenende nervös auf der Tribüne des Allmendstadions gesessen. Das war eine prägende Zeit.»

Heute um 14 Uhr wird der Nachfolger des am letzten Montag freigestellten Roland Vrabec (41) erstmals die Mannschaft trainieren. Da es sich um das Abschlusstraining vor dem Meisterschaftsspiel morgen (17.45) in Sion handelt, findet es unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Geflüchtet vor dem Pleitegeier

Obwohl die Lage in Luzern nach drei Niederlagen in Folge zum Rückrundenstart unerfreulich ist – so ungemütlich wie in Biel ist sie längst nicht. Die Seeländer kämpfen gegen schwerwiegende finanzielle Probleme. Es ist nicht auszuschliessen, dass der Klub die Saison nicht zu Ende spielen kann. Rahmen flüchtete vor dem Pleitegeier, der über der neuen Tissot-Arena schwebt. Der höchst umstrittene Präsident Carlo Häfeli aus Zürich ist seit über zehn Tagen nicht mehr in Biel gesehen worden.

Thorsten Fink (48) erreichen wir in Wien am Handy. Der frühere Basel-Trainer führt heute die Austria. Der österreichische Hauptstadtklub steht hinter Red Bull Salzburg auf Platz 2. Fink freut sich über den Wechsel seines Freundes nach Luzern. «Patrick Rahmen ist ein Topmann. Er wird Markus Babbel und dem FC Luzern helfen», glaubt Fink. Beim Hamburger SV war Rahmen sein Assistent. «Ich hätte ihn gerne mitgenommen, doch der HSV gab ihn nicht frei.» Für Fink ist der Basler nicht nur ein «absoluter Fachmann, er ist vor allen Dingen ein sehr loyaler Charakter, ein einwandfreier, ruhiger Mensch».

Diese Einschätzung teilt der Bieler Profi Janick Kamber (22), Schweizer U-17-Weltmeister von 2009, mit Fink. «Patrick hat zu jedem Spieler den Draht gefunden. Alle haben gerne unter ihm trainiert. Er hat uns aber auch in die Verantwortung genommen», sagt Kamber. Ein sogenannt moderner Trainer sei Rahmen, mit einer klaren Spielphilosophie. «Er ist eine zielstrebige, loyale Persönlichkeit.»

Gaugler stärkt seine Position

Rahmen zum FCL geholt hat Remo Gaugler (46). Der Chefscout hat seine Position im Verein mit dieser Verpflichtung weiter gestärkt. Gaugler und Rahmen kennen sich aus gemeinsamen Zeiten als Nachwuchstrainer beim FC Basel. Vor wenigen Jahren wurde beim Serienmeister sogar darüber diskutiert, ob man den beiden die erste Mannschaft anvertraut. Kurz vor dem wichtigen Europa-League-Rückspiel zu Hause gegen St-Etienne (siehe untenstehender Artikel) und dem zu diesem Zeitpunkt noch nicht offizialisierten Engagement von Rahmen beim FCL wollte FCB-Sportdirektor Georg Heitz darüber jedoch nicht Auskunft geben.