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FUSSBALL: Frei-Abgang sorgt bei Fans für Unmut

Der FCL hat nach dem 0:3 gegen Basel die Tren­nung von Alex Frei bekannt gegeben. Zuvor tat ein Teil der Fans kund, dass sie damit nicht einverstanden sind.
Daniel Wyrsch
Noch ein letztes Mal beim FC Luzern im Rampenlicht: Ein sichtlich ergriffener Alex Frei verkündet nach dem Heimspiel gegen Basel seinen vorzeitigen Abschied vom FCL. (Bild Philipp Schmidli)

Noch ein letztes Mal beim FC Luzern im Rampenlicht: Ein sichtlich ergriffener Alex Frei verkündet nach dem Heimspiel gegen Basel seinen vorzeitigen Abschied vom FCL. (Bild Philipp Schmidli)

Mitte der zweiten Halbzeit, als die Spieler des FC Luzern mehr oder weniger widerstandslos der 0:3-Heimniederlage gegen den FC Basel entgegensteuerten, tönte es aus dem Fanblock der Gastgeber: «Stierli raus!» Für den in der Swissporarena anwesenden FCL-Ehrenpräsidenten Walter Stierli (66) zweifellos eine unschöne Kundgebung. Der Kern der lautstärksten Anhänger wollte damit zeigen, dass man mit der Trennung von Sportchef Alex Frei nicht einverstanden ist. Stierli ist zwar seit Frühling 2012 nicht mehr Klubchef, doch sein Einfluss ist nach wie vor gross. Auf die Mannschaft – und vor allem bei den Investoren. Der Ex-Präsident besitzt 25 Prozent der Aktien. Zusammen mit Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg (26 Prozent) sind sie die Mehrheitsaktionäre.

Als es der Mannschaft in diesem verflixten Kalenderjahr 2014 (nur 8 Siege in 36 Meisterschaftsspielen) immer schlechter gelaufen ist und sie nun seit elf Spieltagen am Tabellenende steht, hat Stierli die Notbremse gezogen. Er, der dem Sportchef-Neuling Alex Frei immer skeptisch gegenüberstand, hat nochmals seine ganze persönliche Kraft gezeigt – und durchgegriffen. Denn den Abstieg im Frühling 2015 will er mit aller Macht verhindern.

Frei ein letztes Mal auf der Bank

Das Risiko bleibt dennoch latent, vor allem solange keine Ruhe im Klub ist. So liessen Markus Babbels Spieler nach dem 1:0 durch Basels Matias Delgado (55.) die Köpfe hängen. Und Babbel meinte nach der Partie: «Die Turbulenzen im Klub schaden der Mannschaft. Wir müssen uns besinnen und zusammenrücken!» Recht hat er, aber seine Argumente sind auch nicht stärker geworden nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen vor der Winterpause. Seine Bilanz als erhoffter Retter und Nachfolger des freigestellten Carlos Berneggers ist durchzogen: Aus sieben Spielen holte der FCL unter ihm acht Punkte und schied zudem gegen Aarau aus dem Cup aus. Insgesamt sind die 13 Punkte aus 18 Partien die zweitschlechteste Vorrundenbilanz seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2006. Nur einmal war man seither schlechter: In der Saison 2008/09 hatte man nach 18 Spieltagen nur 12 Punkte, doch im letzten Spiel vor der Winterpause setzte das damals von Rolf Fringer trainierte Team mit einem 5:1-Heimsieg gegen Basel ein Ausrufezeichen. Von einer ähnlichen Reaktion ist gestern nichts zu sehen gewesen.

Nach Spielschluss war Alex Frei, der während des Matchs neben Assistenztrainer Remo Gaugler auf der Bank sass, zu den Spielern in die Kabine gegangen. «Er hat sich von uns verabschiedet und gesagt, dass er an die Mannschaft glaubt. Wir hätten das Potenzial, um da unten rauszukommen und den Klassenerhalt zu schaffen», erzählte Alain Wiss.

Frei ist sichtbar gezeichnet

Ein paar Minuten später traten der geschäftsführende FCL-Präsident Ruedi Stäger und der sichtlich bewegte Alex Frei vor die Medien. Der Saal war beinahe so gefüllt wie am 15. April 2013, als sich Frei als neuer Sportchef präsentiert hatte. Die Ironie des Schicksals: Am Vortag trug er im St.-Jakob-Park in Basel zum letzten Mal das FCB-Trikot und schoss per Freistoss einen herrlichen Treffer zum 3:1-Sieg über den FC Zürich.

20 Monate später wurde – wieder nach einem Basel-Match – Freis Rücktritt als FCL-Sportchef bekannt gegeben. Stäger las von einem Zettel ab: «Alex Frei und der FCL trennen sich per Ende Jahr im gegenseitigen Einvernehmen.» Er dankte Frei für seine «professionelle Arbeit», für Platz 4 in der letzten Saison und das Ticket für die Qualifikation zur Europa League sowie den vollzogenen Kaderumbruch und die «Homogenität der Spielersaläre». Ausserdem verkündete Stäger: «Die Suche nach dem Nachfolger beginnt sofort.» Anschliessend erklärte der FCL-Präsident, dass sie vereinbart hätten, keine weiteren Auskünfte und Stellungnahmen zu geben.

Anschliessend sprach Frei zu den Journalisten. In schriftdeutscher Sprache sagte er: «Dieser Schritt ist für beide Seiten der richtige. Unter den gegebenen Umständen war eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich.» Der Baselbieter bedankte sich beim FCL für die Chance, die er hier erhalten hatte. Sein Dank galt auch der Mannschaft und dem Staff. Er sei halt einer mit Ecken und Kanten, der seine Meinung sagt. Freundlich wünschte er allen frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr. Ohne abzulesen schloss er: «Ich werde mir die nötige Zeit nehmen, um Distanz zu bekommen. Mit meinen zwei wunderbaren Kindern und meiner Frau werde ich diese Zeit nun verbringen.» Ohne den Trubel des Fussballgeschäfts.

Dragan Rapic. (Bild: Keystone / Walter Bieri)

Dragan Rapic. (Bild: Keystone / Walter Bieri)

Andres Gerber. (Bild: Keystone / Gian Ehrenzeller)

Andres Gerber. (Bild: Keystone / Gian Ehrenzeller)

Rolf Fringer. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Rolf Fringer. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Ilja Kaenzig. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Ilja Kaenzig. (Bild: Keystone / Peter Klaunzer)

Sportreporter Daniel Wyrsch zum Rücktritt von FCL-Sportchef Alex Frei (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Sportreporter Daniel Wyrsch zum Rücktritt von FCL-Sportchef Alex Frei (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

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