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FUSSBALL: Fringer hat Ianu und Puljic im Fokus

Rolf Fringer ändert beim FC Luzern die Einstellung im Kampf gegen den Abstieg. «Ich will ein Feuer entfachen, das bis jetzt gefehlt hat», sagt der neue Sportchef.
Daniel Wyrsch
Hat in dieser Saison für Lausanne in der Challenge League bereits 13 Tore erzielt: Cristian Ianu. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Hat in dieser Saison für Lausanne in der Challenge League bereits 13 Tore erzielt: Cristian Ianu. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Geht es nach den Medien in Zürich, haben beim FC Luzern die Löwen als Wappentier ausgedient. Die Haifische sollen bereits übernommen haben. So schrieb die NZZ über die Wahl des neuen FCL-Sportchefs, der am Dienstag vorgestellt wurde: «Fringer zurück bei den Haien.» Der «Blick» fragte: «Wie lange hält der Frieden im FCL-Haifischbecken?»

Dieses Bild mit den bissigen Haien stammt von Rolf Fringers Vorgänger Alex Frei (35), als er spürte, dass seine Zeit in Luzern abgelaufen ist. Der Baselbieter gab damit den Besserwissern im Klub die Schuld für sein Scheitern.

Auch Fringer (57) musste beim FCL vor dreieinhalb Jahren gehen – als Trainer. Die Mannschaft stürzte in der Rückrunde der Saison 2010/11 von Platz 1 auf 6 ab. Er überwarf sich mit dem damaligen Präsidenten Walter Stierli. Der heutige Verwaltungsrat und Ehrenpräsident war massgeblich daran beteiligt, dass Frei gehen musste und Fringer als Sportchef zurückgekehrt ist. Da konnte es sich die NZZ nicht verkneifen, ein zweites Bild zu beschreiben: «Fringer wagt sich auf einen Hof zurück, auf dem er einst verjagt wurde.» Der in Hergiswil NW – nur wenige Autominuten von der Swissporarena entfernt – wohnhafte Schweiz-Österreicher kann mit der öffentlichen Kontroverse um seine Rückkehr leben. «Walter Stierli und ich haben Grösse gezeigt. Wie wir alte Vorkommnisse ausgeräumt haben, kann auch als positives Beispiel im Fussballgeschäft gesehen werden.»

Fringer kennt die Situation

Doch Fringer will ab sofort nicht mehr zurückschauen, sondern nur nach vorne blicken. Die Lage des FCL lässt nichts anderes zu: letzter Platz, Abstiegsrang, 13 Punkte aus 18 Spielen. Als Trainer hatte er Luzern vor sechs Jahren aus praktisch auswegloser Situation mit 2 Punkten aus 12 Partien übernommen und gerettet. Dies helfe jetzt seiner Glaubwürdigkeit, meinte er. «Es reicht nicht, nur davon zu reden, nicht absteigen zu wollen. Es braucht einen enormen Aufwand, um den Platz in der Super League zu verteidigen.» So richtig beginnt die Arbeit von Fringer mit dem Start in die Vorbereitung am 5. Januar. «Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man vom ersten Trainingstag bis zur letzten Minute des letzten Spiels die Kräfte bündeln und eine Topeinstellung an den Tag legen muss.» Und: «Ich will ein Feuer entfachen, das bis jetzt gefehlt hat.»

Fringer und Stierli sind sich einig

Die Ansprachen vor der Mannschaft werden Fringer dabei helfen. Dazu sicher auch die Einzelgespräche. Unter anderem mit drei Spielern, die in der Saison 2008/09 schon dabei waren: David Zibung, Claudio Lustenberger und Alain Wiss. Andererseits kennt Fringer das heutige Team gut genug, um zu wissen, dass ein paar frische Anheizer des Feuers gut tun würden. Es ist kein Geheimnis: Sowohl Fringer wie Stierli halten viel von Innenverteidiger Tomislav Puljic (31) und Mittelstürmer Cristian Ianu (31). Beide erlebten in Luzern erfolgreiche Zeiten unter dem Duo Stierli/Fringer. 21 Tore schoss Ianu in der Saison 2009/10 für den FCL, mehr als 20 Treffer gelangen hier bisher ausser ihm nur dem bereits verstorbenen Dänen John Eriksen (1989/90, ebenfalls 21 Tore). Anfang Januar 2012 vom damaligen Luzern-Coach Murat Yakin nach Sion vertrieben, hat Ianu jetzt zur Saisonhälfte schon 13 Tore für Lausanne in der Challenge League erzielt. Sein Halbjahresvertrag ist noch nicht verlängert worden, weil Ianu auf ein Angebot des FCL wartet: «Ich habe den Lausanne-Verantwortlichen gesagt, dass Luzern Priorität hat.» Die Rückkehr in die Swissporarena wäre für den Rumänen, dessen Lebenspartnerin Leyla Türkyilmaz mit den beiden Kindern in Alpnach lebt, die Erfüllung eines langersehnten Traums. Luzern bekäme nach Marco Schneuwly (7 Saisontore) auf einen Schlag einen zweiten potenziellen Goalgetter.

Puljic für die Lufthoheit

Noch fundamentaler ist eine Verstärkung in der Innenverteidigung. Tomislav Puljic hatte Ende letzter Saison nach vier Jahren in Luzern ausgedient, Frei wollte ihn partout nicht mehr. Dabei unterschätzte der damalige Sportchef die durch Puljics Abgang verloren gegangene Kopfballstärke im eigenen und gegnerischen Sechzehner sowie die grundsätzliche körperliche Präsenz des 1,92 Meter grossen Kroaten. Wie Ianu hat Puljic immer auf ein FCL-Comeback gehofft. «Für Luzern bin ich stets bereit», sagte er unserer Zeitung im Herbst. Während der Vorrunde hielt er sich in seiner Heimatstadt beim FC Zadar fit. Die kroatische Trainerlegende Miroslav Blazevic (früherer Meistercoach von GC) trainiert Zadar. Puljic ist überzeugt, dass er dem FCL im Abstiegskampf helfen könnte.

Auch wenn Fringer sagt, dass Markus Babbel entscheidet, welche Spieler er neu im Kader möchte, wird der neue Sportchef versuchen, dem Cheftrainer Puljic und Ianu schmackhaft zu machen. Dass die beiden bald zurück sind, damit darf gerechnet werden.

Hat in dieser Saison für Lausanne in der Challenge League bereits 13 Tore erzielt: Christian Ianu. (Bild: Keystone)

Hat in dieser Saison für Lausanne in der Challenge League bereits 13 Tore erzielt: Christian Ianu. (Bild: Keystone)

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