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FUSSBALL: Fringer: «Seoane hat an sich gearbeitet»

Der neue Cheftrainer Gerardo Seoane hat beim FC Luzern schon viel erlebt. Aus dem einst aussortierten Captain ist plötzlich der Hoffnungsträger des Vereins geworden.
Daniel Wyrsch
FCL-Trainer Gerardo Seoane (rechts) im FCL-Dress gegen Basel. (Bild: Philipp Schmidli (Emmenbrücke, 14. März 2010))

FCL-Trainer Gerardo Seoane (rechts) im FCL-Dress gegen Basel. (Bild: Philipp Schmidli (Emmenbrücke, 14. März 2010))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Die Aussortierung des damals 31-jährigen Gerardo Seoane hatte im März 2010 für Gesprächsstoff gesorgt. Denn FCL-Trainer Rolf Fringer hatte mit diesem Entscheid mit einem Schlag auf den Captain und Abwehrchef verzichtet. Nach vier Niederlagen in Serie lagen in Luzern wieder einmal die Nerven blank, Fringer begründete den Rausschmiss damals in den Medien so: «Es sind nicht die zuletzt negativen Leistungen gewesen, die zu diesem Schritt führten. Seoane nahm negativen Einfluss auf die Mannschaft und die jungen Spieler.»

Heute steht nichts mehr ­zwischen den beiden. Der jetzige Teleclub-Experte Fringer sagt: «Wir haben uns längst versöhnt.» Als Fringer von Ende 2014 bis Anfang 2016 zum FCL zurückkehrte und als Sportchef seinen Teil dazu beitrug, dass das Team aus noch prekärerer Lage als heute wieder auf die Erfolgsstrasse zurückkehrte, sprach er sich mit Nachwuchstrainer Seoane aus. «Gerardo hat viel gelernt in der Zeit als Verantwortlicher der U21», ist der Ex-Trainer sicher.

Fringer warnt vor Personen, die Luzern schaden würden

Fringer stellt fest, dass Seoane an sich gearbeitet habe. «Er hat verschiedene Coachingausbildungen gemacht, in Sachen Menschenführung kann man ihn nicht vergleichen mit dem Profi von früher», betont Fringer. Er wirkt sogar ein wenig stolz, wenn er mit Blick auf die Trainerkarriere des Ex-Schützlings feststellt: «Seoane hat sich die Chance als Cheftrainer absolut verdient.»

Bedenken äussert Fringer dagegen wegen anderen Leuten im Klub. Seit er Anfang Januar 2016 aus heiterem Himmel, wie er sich ausdrückt, vom damaligen Präsidenten Ruedi Stäger und Marco Sieber als Sportchef abgesetzt wurde, ist Sieber ein rotes Tuch für ihn. «Er hat mich in meinen Plänen mit den Trainern Babbel und Vrabec unterstützt, um mich später hinter dem Rücken im Verwaltungsrat zu liquidieren.» Fringer ist dezidiert der Meinung, dass Personen wie Sieber im Umfeld von Trainer und Mannschaft «enormen Schaden anrichten». Darum befürchtet er, dass auch Seoane unter dem negativen Einfluss von Sieber und anderen Verwaltungsräten leiden könnte. «Um den Abstieg abzuwenden, muss vieles besser werden.»

Ex-Präsident Stierli gab Seoane eine zweite Chance

Der ehemalige FCL-Präsident Walter Stierli freut sich, dass ­Gerardo Seoane die Möglichkeit bekommen hat, den FCL im Abstiegskampf zu führen. «Das ist so oder so eine sehr schwierige Aufgabe, doch wenn einer einen Weg findet, um die Mannschaft zum Ligaerhalt zu führen, dann ist es ‹Gerry›», findet der Ehrenpräsident. Seoane habe den Vorteil, dass er alle und alles kenne. Dazu zählt auch, dass er über die Gegner Bescheid wisse. «Da sich fast alle Konkurrenten verstärken, hoffe ich, dass sein Team auch noch den einen oder anderen guten Zuzug erhält.»

Bei Seoanes Zwangsrücktritt als Profi vor acht Jahren war Stierli Präsident. Ihn ärgert, dass einige Zeitungen jetzt schreiben, dass er diesen als «Stinkstiefel» bezeichnet hatte. «Das wird mir in den Mund gelegt und stimmt nicht.» Dafür spricht, dass Stierli ein Jahr nach dem ganzen Theater Seoane als Juniorentrainer anstellte – und seither leistet dieser Toparbeit in Luzern. «Er hat seine zweite Chance genutzt», stellt Stierli zufrieden fest.

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