FUSSBALL: Gashi sagt ab – kommt Frey?

Für Shkelzen Gashi wäre Luzern ein persönlicher Abstieg. Er will ins Ausland. Michael Frey würde gerne zum FCL wechseln. Doch der Ex-­ YB-Stürmer stand schon lange nicht mehr auf dem Rasen.

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Das war vor rund einem Jahr, am 10. Januar 2015: Michael Frey nach einem Torerfolg für Lille (gegen Caen) – jubelt Frey bald für den FC Luzern? (Bild: Imago)

Das war vor rund einem Jahr, am 10. Januar 2015: Michael Frey nach einem Torerfolg für Lille (gegen Caen) – jubelt Frey bald für den FC Luzern? (Bild: Imago)

Sebastian Schachten trifft zum 2:1 im Testspiel gegen Dynamo Kiev. (Bild: Martin Meienberger)
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Jahmir Hyka wird von Aleksandar Dragovic gefoult. (Bild: Martin Meienberger)
Sebastian Schachten im Testspiel in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Jahmir Hyka im Zweikampf. (Bild: Martin Meienberger)
Christian Schneuwly gegen Vitali Buyalskii. (Bild: Martin Meienberger)
Serhiy Rybalka gegen Francois Affolter. (Bild: Martin Meienberger)
Jakob Jantscher während des Testspiels. (Bild: Martin Meienberger)
Francois Affolter in action. (Bild: Martin Meienberger)
Sie haben beim Fussballtennis am Dienstag gesiegt (von links): Hekuran Kryeziu, Marco Schneuwly, Joao Pedro Abreu de Oliveira, Samed Yesil, Luka Sliskovic. (Bild: Martin Meienberger)
Die Spieler holen die Tore auf den Platz. (Bild: Martin Meienberger)
Sie betreuen den FC Luzern in Medizinfragen (von links): Sportphysiotherapeut Eric Schoenfeld, Teamarzt Siegfried Reichenbach und die Sportphysiotherapeuten Paul Menalda und Michael Gut. (Bild: Martin Meienberger)
Sebastian Schachten posiert mit einem Fan. Die junge Frau ist extra angereist. (Bild: Martin Meienberger)
Am Dienstag stand Fussballtennis auf dem Trainingsplan des FCL. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Simon Enzler und Torhütertrainer Daniel Böbner. (Bild: Martin Meienberger)
Olivier Kleiner, Migjen Basha und Kaja Rogulj sprinten gegen das elastische Band an. (Bild: Martin Meienberger)
Francois Jacques Affolter. (Bild: Martin Meienberger)
Nicolas Haas. (Bild: Martin Meienberger)
Konditionstrainer Norbert Fischer und Sportphysiotherapeut Paul Menalda. (Bild: Martin Meienberger)
Christian Schneuwly bei seinem ersten Einsatz im FCL-Trikot. (Bild: Martin Meienberger)
Jerome Thiesson, Luka Sliskovic, Christian Schneuwly und Torschütze Clemens Fandrich bejubeln den Treffer gegen den SC Freiburg. (Bild: Martin Meienberger)
Yannick Schmid im Testspiel gegen Freiburg. (Bild: Martin Meienberger)
Hekuran Kryeziu gegen Caleb Stanko (Freiburg). (Bild: Martin Meienberger)
Christian Schneuwly im ersten Training mit dem FC Luzern. (Bild: Martin Meienberger)
Christian Schneuwly und Assistenztrainer Roland Vrabec. (Bild: Martin Meienberger)
Konditionstrainer Christian Schmidt und Claudio Lustenberger. (Bild: Martin Meienberger)
Sally Sarr hat sichtlich Spass in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Gemeinsam für den FCL: die Schneuwly-Brüder Christian (links) und Marco am 17. Januar in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Marco Schneuwly (Luzern) gegen George Davies (Fürth). (Bild: Martin Meienberger)
Claudio Lustenberger (Luzern) gegen Tim Bodenroeder (Fürth). (Bild: Martin Meienberger)
Migjen Basha (Luzern) gegen Sebastian Freis (Fürth). (Bild: Martin Meienberger)
Marco Schneuwly (Luzern) trifft zum 1:0. (Bild: Martin Meienberger)
Stefan Maderer (mitte, Fürth) wird von Marco Schneuwly (rechts, Luzern) an den Hosen gepackt. (Bild: Martin Meienberger)
Das Testspiel - FC Luzern - Greuther Fürth am Samstag: Marco Caligiuri (Fürth) gegen Nicolas Haas (rechts, Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi fängt den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Samed Yesil jongliert den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter David Zibung beim Training. (Bild: Martin Meienberger)
Assistenztrainer Roland Vrabec (rechts) spricht zu den Spielern. (Bild: Martin Meienberger)
Laufen gehört dazu: Remo Freuler (v. links), Frane Cirjak, Francois Jacques Affolter und Sebastian Schachten. (Bild: Martin Meienberger)
Auf den Ball fokussiert: Remo Freuler. (Bild: Martin Meienberger)
1. Trainingseinheit am Freitag nach der Ankunft in Marbella: Cheftrainer Markus Babbel spricht zur Mannschaft. (Bild: Martin Meienberger)
Mit Spass bei der Arbeit: Konditionstrainer Norbert Fischer. (Bild: Martin Meienberger)
Spass nach dem Training: Yannick Schmid, Nico Brandenburger und Sally Sarr (von links). (Bild: Martin Meienberger)
Ankunft im Gran Hotel Guadalpin in Banus / Marbella. Mit dabei ist auch FCL-Spieler Remo Freuler. (Bild: Martin Meienberger)
Präsident Ruedi Stäger (rechts) und Cheftrainer Markus Babbel unterhalten sich in der Lobby des Trainingshotels in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Gut gelaunt am Flughafen von Malaga (von links): Samed Yesil, Remo Arnold, Jahmir Hyka, Luka Sliskovic, Hekuran Kryeziu, Nico Brandenburger (Bild: Martin Meienberger)
Auch sie checken in Zürich ein: Yannick Schmid, Claudio Lustenberger und Clemens Fandrich (von links). (Bild: Martin Meienberger)

Sebastian Schachten trifft zum 2:1 im Testspiel gegen Dynamo Kiev. (Bild: Martin Meienberger)

Daniel Wyrsch, marbella

Der FC Luzern musste nicht viel Zeit und Energie in Shkelzen Gashi (27) investieren. Nur eine viertelstündige Autofahrt benötigt man vom FCL-Mannschaftshotel in das deutlich höherklassige Spitzenhotel, wo der FC Basel im Trainingscamp von Marbella logiert. Das Gespräch zwischen Gashi und den Vertretern der Innerschweizer brachte eine sofortige Aufklärung: Der in Zürich aufgewachsene albanische Nationalspieler will nicht nach Luzern wechseln.

Gashi will nicht der FCL-Star sein

FCL-Trainer Markus Babbel drückt es pointiert aus: «Gashi hat andere Klubs im Kopf. Für Chelsea, Real oder Bayern möchte er spielen, aber nicht für uns.» Anders ausgedrückt, empfindet der Torschützenkönig der letzten beiden Saisons den FC Luzern als Abstieg. Ganz egal, ob er sich dort als Star des Vereins für die EM hätte aufdrängen können.

Das Gute an der kategorischen Absage ist, dass die Verantwortlichen der beiden Klubs Klarheit haben. Gashi wird nicht von Basel zu Luzern wechseln – auch nicht leihweise. Entweder bleibt der Offensivmann mit wenig Einsätzen unter Trainer Urs Fischer (zehn Spiele, drei Tore) bei Basel, oder er wechselt in den nächsten zwei Wochen ins Ausland.

Stürmer Frey fehlt der Rhythmus

Die seit der Freistellung von Ex-Sportchef Rolf Fringer am 7. Januar in der Verantwortung stehende mehrköpfige FCL-Transferkommission bleibt stark gefordert. Sie muss möglichst schnell einen Ersatz für den zu Ingolstadt gezogenen Dario Lezcano finden.

Hoch im Kurs steht Michael Frey (21). FCL-Chefscout Remo Gaugler kennt den jungen Berner aus Münsingen seit einigen Jahren. «Michi Frey verfügt über einen enormen Willen, er würde alles dafür tun, um mit uns erfolgreich zu sein», sagt Gaugler. Der frühere YB-Profi käme gern zum FCL. Allerdings kommt der seit September 2014 bei Lille in der Ligue 1 engagierte Frey von einer langwierigen Verletzung zurück. Fast das ganze letzte Jahre verlor er wegen einer hartnäckigen Knöchelverletzung. Gaugler sagt: «Derzeit wägen wir ab, ob wir auf ihn setzen können.» Der Mittelstürmer, der ebenso als hängende Spitze spielen kann, wird noch nicht über die gesamte Rückrunde voll belastbar sein. Dazu ist sein Rückstand in Sachen Spielpraxis und Rhythmus zu gross.

Luzern möchte die «aussichtsreiche Ausgangslage in der Rückrunde nützen», wie sich Präsident Ruedi Stäger ausdrückt. Heisst: entweder im Cup den grossen Coup schaffen und über den dritten Cupsieg der Klubgeschichte direkt in die attraktive und lukrative Europa-League-Gruppenphase (2,5 Millionen Franken Uefa-Startgeld) einziehen. Oder zumindest Platz 4 in der Meisterschaft verteidigen und damit an der Qualifikation zur Europa League teilnehmen. Stäger ist sich bewusst: «Durch die Abgänge von Dario Lezcano und Remo Freuler haben wir an offensiver Durchschlagskraft verloren. Im Abschluss benötigen wir Verstärkung.»

Christian Schneuwly (siehe Artikel unten) ersetzt Freuler im offensiven Mittelfeld. Frey würde man wahrscheinlich bis Sommer ausleihen. Er wäre die Alternative zu Lezcano – obwohl man die beiden Spieler nicht miteinander vergleichen kann. Frey ist mit einer Körperlänge von 1,88 Metern ganze zehn Zentimeter grösser und kräftiger als der paraguayische Nationalspieler. Er zeichnet sich vor allem damit aus, dass er mutig in die für die Vollendung entscheidende Zone vor dem Tor geht. Lezcano dagegen hat eine fussballerische Komplettheit, die man auf Schweizer Plätzen nur selten gesehen hat.

Babbel kritisiert die Wegziehenden

Babbel gibt offen zu, dass er Lezcano seinem früheren Bayern-Mitspieler und heutigen Ingolstadt-Sportdirektor Thomas Linke wärmstens empfehlen konnte. «Dario hat die Klasse, um sich auch in der Bundesliga durchzusetzen.» Er habe aber natürlich einen überragenden Spieler wie ihn nicht loswerden wollen. «Die Zeit war für Lezcano einfach reif. Er wollte weg in eine Spitzenliga.»

Trotzdem kommt Babbel ein wenig ins Grübeln. Sowohl über Lezcano (25) wie über Remo Freuler (23), der gestern bei Atalanta Bergamo unterschrieb, sagt er: «An ihrer Stelle wäre ich als Spieler noch ein halbes Jahr in Luzern geblieben. Sie hätten noch einiges bewegen können und wären im Sommer bei attraktiveren Klubs untergekommen.»

Ausserdem hätte der FCL noch viel mehr verdienen können. Wobei 2,75 Millionen Franken für Lezcano und 1,6 Millionen Franken für Freuler nach einer langen Durststrecke ganz schöne Verkaufserfolge sind.

Das «blinde Zusammenspiel» der Schneuwlys

Gemeinsam für den FCL: die Schneuwly-Brüder Christian (links) und Marco am Sonntag (17. Januar) in Marbella. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

Gemeinsam für den FCL: die Schneuwly-Brüder Christian (links) und Marco am Sonntag (17. Januar) in Marbella. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

FC Luzerndw. Christian Schneuwly (27) hatte soeben den medizinischen Test absolviert. Nun strahlte er vor dem FCL-Teamhotel in Marbella. «Ich freue mich sehr, wieder mit Marco zusammenzuspielen.» Vor eineinhalb Jahren war das beim FC Thun zuletzt der Fall gewesen. Zuvor waren die Brüder schon bei YB in der gleichen Super-League-Mannschaft. Luzern ist die dritte gemeinsame Station der gebürtigen Freiburger aus Wünnewil.

Christian Schneuwly schaute seinen drei Jahre älteren Bruder an und sagte: «Ich habe ihn vermisst.» Er meinte mit «vermisst» vor allem den Fussballplatz. «Wir kennen einander. Ich weiss, was er macht.» Die Schneuwlys sind bekannt für ihr «blindes Zusammenspiel».

Nachfolger von Freuler

Das letzte Jahr beim FC Zürich war für Christian Schneuwly ein durchzogenes. «Ich habe immerhin 80 Prozent der Spiele mit dem FCZ bestritten. Es war eine gute Erfahrung gewesen, ich hatte ein gutes Standing im Team.»

Als Nachfolger von Remo Freuler (Atalanta Bergamo) kommt Christian Schneuwly mit der Erfahrung von 184 Super-League-Spielen (25 Tore, 29 Assists) sowie 20 in der Europa League (2 Tore, 2 Assists) zum FCL. «Der Klub ist für mich eine neue Herausforderung, die ich packen will.» Offen gibt er zu: «Dass Marco da ist, ist für mich ein grosser Faktor gewesen, zum FCL zu wechseln. Er hat immer vom Positiven erzählt und davon, dass es ihm sehr gut gefällt.»

Die Vertragsdauer wurde noch nicht bekannt gegeben. Für Christian Schneuwly muss der FCL rund 500 000 Franken an Zürich überweisen. Der Mittelfeldspieler gibt am Donnerstag gegen Dynamo Kiew den Einstand.

Hinweis
Testspiel in Marbella, 18. Januar 2016, 16 Uhr: Luzern - SC Freiburg (2. Bundesliga).