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Gerardo Seoane: «Niemand weiss, ob das Geld wirklich fliesst»

Der FC Luzern bestreitet am Sonntag (16 Uhr) gegen GC das letzte Saisonheimspiel. Über 10'000 Anhänger werden das drittplatzierte Team und Trainer Gerardo Seoane feiern, der im Interview einen ersten Ausblick macht.
Daniel Wyrsch
FCL-Coach Gerardo Seoane (rechts) herzt nach dem 3:2-Triumph in St. Gallen Präsident Philipp Studhalter. (Bild: Freshfocus (9. Mai 2018))

FCL-Coach Gerardo Seoane (rechts) herzt nach dem 3:2-Triumph in St. Gallen Präsident Philipp Studhalter. (Bild: Freshfocus (9. Mai 2018))

Gerardo Seoane, müssen Sie sich manchmal die Augen reiben bei dieser grandiosen Bilanz – 10 Siege und 2 Unentschieden in 15 Spielen – mit diesem recht jungen Team?

Nein, ich erkenne eine Entwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler. Hier ist ein solidarisches Team entstanden. Wir haben die Bestätigung, dass wir im Winter die Weichen richtig gestellt haben mit dem Fokus auf Teamgeist und grosse Solidarität sowie kompakte Defensive.

Was ist Ihnen nach dem spektakulären 3:2-Sieg in St. Gallen und dem Erreichen des dritten Schlussranges durch den Kopf gegangen?

Zuerst habe ich mich extrem gefreut für die Mannschaft. Ich sehe immer noch die Bilder, wie die Spieler zu den Fans rennen und sich mit ihnen vereinen. Natürlich freute ich mich, dass uns Platz 3 nicht mehr zu nehmen ist. Vom Rang her ist die Saison für uns vorbei, aber leistungsmässig noch nicht. Wir wollen die Saison zu Hause gegen GC und in Basel mit guten Leistungen beenden.

Feierten Sie auch mit den Fans?

Ich bin mit dem Team kurz in den «Schweizerhof» zu den Fans gegangen, dann zog ich mich zurück.

Die Optimisten unter den FCL-Anhängern malen sich nun aus, dass Sie hier zusammen mit der Mannschaft ein mittel- oder gar langfristiges Projekt aufbauen wollen. Ist das eine Option für Sie?

Als ich im Januar diesen Job angefangen habe, war die erste Priorität, die Mannschaft zu stabilisieren und aus der Abstiegszone herauszukommen. Mir war von Anfang klar, dass ein Trainer des FC Luzern die Verpflichtung hat, die Spieler und das Team weiterzuentwickeln. Das ist eine mittelfristige Sache. In diesem Prozess befinden wir uns schon lange – und es kommen noch einige Aufgaben als Trainer dazu.

Welche?

Nach dem nächsten Wochenende beginnt die Sommerpause, eine ganze Saisonplanung steht an. Dazu gehört die Vorbereitung im Sommer, die Kaderzusammenstellung auf die neue Saison hin.

Ein Dämpfer ist, dass mit Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu ein Leistungsträger und Schlüsselspieler unter Ihnen den FCL verlässt.

Leute, die lange im Fussballbusiness dabei sind, wissen, dass es im Sommer immer Veränderungen gibt. Oft sind es Mutationen, die man will und sucht. Andererseits kommen auch Wechsel vor, die vielleicht von Vereins- und von Trainerseite nicht gewünscht sind, sondern nur von Spielerseite. Das gehört im Sport dazu.

Aber macht sich der Klub nicht zu klein, wenn man im Erfolg wie jetzt weiter spart?

Ich habe von keiner Seite gehört, dass wir bereits Aussagen gemacht hätten in Bezug auf das mögliche Geld, von dem noch gar niemand weiss, ob es überhaupt fliesst für die Europa League (3 Millionen Franken Startgeld, falls YB am 27. Mai den Cupfinal gegen Zürich gewinnt – Anmerkung der Redaktion). Was ich dazu sagen kann, ist einzig, dass wir die Vernunft walten lassen und ein Kader planen, welches machbar ist. Wir haben finanzielle Leitplanken einzuhalten, wie das andernorts auch der Fall ist.

Wo Licht ist, gibt’s auch Schatten. Spieler wie Daniel Follonier, der im Sommer von Sion kam, spielt kaum. Hat er hier eine Zukunft beim FCL?

Daniel gehört zum Team wie alle anderen auch, er hat einige Teileinsätze gehabt, nachdem er in der Vorrunde mehr Spiele bestritt. Auf seiner Position herrscht Konkurrenzkampf mit Schürpf, Schneuwly und Vargas. Wir haben die Leistungen im Training sowie die erwarteten Tugenden analysiert, da muss sich Daniel selbstverständlich verbessern. Wir führen eine offene Kommunikation, Follonier ist aber überhaupt nicht abgeschrieben.

Das Toptalent Filip Ugrinic hat schon unter Markus Babbel stagniert, warum ist er nur noch Ersatzspieler?

Filip war schon mit 16, 17 Jahren körperlich robust, darum integrierte er sich schnell im Profiteam. Verbessern muss er sich im taktischen und im defensiven Bereich. Er steht in den Lehrabschlussprüfungen, im Sommer wird dieser Rucksack weg sein, dann erwarte ich von Filip einen grossen Leistungsschub.

Präsident Philipp Studhalter hat nach dem Triumph in St. Gallen erzählt, wie offen er und Sie miteinander reden.

Bei der Einstellung habe ich erklärt, dass ich eine klare Kommunikation will. Ich muss sagen, dass wir das intern sehr gut leben mit Remo Meyer, Philipp Studhalter und den Verwaltungsräten. Das ist eine gute Basis, sind wir unterschiedlicher Meinung, suchen wir den Konsens. Nur wenn alle am gleichen Strick ziehen, können wir richtig stark sein.

Schiedsrichter Stephan Klossner hat beim 1:2 gegen YB und nun in St. Gallen Fabel-Penaltys gegen den FCL gepfiffen.

Schiedsrichtern unterlaufen Fehlentscheide. Meine Spieler machen im Match immer noch viel mehr Fehler als die Refs. Mit Klossner redete ich, es tat ihm leid. Ich bin sicher, dass er seinen Job nächstes Mal richtig macht.

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