FUSSBALL: Grosse FCL-Pläne mit Arnold

FCL-Trainer Markus Babbel hält grosse Stücke auf den 18-jährigen Remo Arnold. Der zentrale Mittelfeldspieler könnte die wichtige Sechserposition künftig dauerhaft besetzen.

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Seine ersten beiden FCL-Spiele gegen Zürich und GC haben seinem Umfeld von Beginn weg Eindruck gemacht: Remo Arnold (hier gegen den Hopper Shani Tarashaj) wird eine schöne sportliche Zukunft vorausgesagt. (Bild: Keystone / Walter Bieri)

Seine ersten beiden FCL-Spiele gegen Zürich und GC haben seinem Umfeld von Beginn weg Eindruck gemacht: Remo Arnold (hier gegen den Hopper Shani Tarashaj) wird eine schöne sportliche Zukunft vorausgesagt. (Bild: Keystone / Walter Bieri)

daniel wyrsch

Remo Arnold (18) sitzt gestern zum ersten Mal auf dem Podium den Journalisten gegenüber. Er wirkt in der Medienkonferenz vor dem Heimmatch von heute (17.45) gegen Vaduz frisch, unverbraucht und mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen ausgestattet. Seinen neuen Teamkollegen macht er ein Kompliment: «Sie haben mich optimal aufgenommen. Im Debüt-Spiel gegen Zürich hat es mir die Mannschaft zudem sehr einfach gemacht. Goalie David Zibung und Abwehrchef Tomislav Puljic führten mich gut.» Die Ratschläge der Mitspieler hat sich Arnold zu Herzen genommen. So operierte er meist mit einfachen Pässen, damit gar nicht erst Unsicherheit aufkommen konnte. «Ich versuchte, den Ball zum nächsten Mitspieler zu passen. Denn auf meiner Position sollte die Fehlerquote besonders tief sein.»

Als Bindeglied zwischen Verteidigung und Mittelfeld trägt Arnold eine grosse Verantwortung. Seit dem Rücktritt von Michel Renggli (35) vor eineinhalb Jahren hat sich kein FCL-Profi länger auf dieser wichtigen Position halten können.

Der hünenhafte und 32 Jahre alte Routinier Puljic (1,92 Meter) ist längst überzeugt von den Qualitäten des nur 3 Zentimeter kleineren, aber 14 Jahren jüngeren Teamkollegen: «Remo Arnold ist Luzerns künftiger Sechser.» Dieser scheint sogar die natürliche Gabe zu besitzen, dereinst zum Führungsspieler zu reifen. In seiner Gemeinde Schlierbach ist er von den Miteinwohnern bereits knapp nach dem Erreichen der Volljährigkeit zum 1.-August-Redner gewählt worden. Das Thema des U-19-Internationalen lautete Nationalstolz. Auf die Frage, ob er dereinst an einer WM oder EM als Aktiver den Schweizerpsalm singen möchte, antwortet Arnold: «Das ist noch sehr weit weg, doch mein ultimatives Ziel ist es schon.»

Fleissiger, realistischer Spieler

Doch Arnold schätzt seine aktuelle Situation beim FCL realistisch ein. Obwohl der Nachwuchsmann gegen Zürich (1:0) und GC (0:1) zum Einstand gleich jeweils 90 Minuten im defensiven Mittelfeld durchspielte, stellt er fest: «Das Debüt in der Super League ist schön gewesen. Aber trotzdem heisst es für mich, tagtäglich im Training Leistung zu geben. Denn ich bin noch kein gestandener Profi.»

Arnold ist ein fleissiger Sportler. Das bestätigt FCL-Trainer Markus Babbel: «Remo trainiert auffällig gut, und er hat permanent Fortschritte erzielt.» Die positiven Eindrücke auf dem Übungsfeld zeigten sich in den ersten beiden Partien. Babbel: «Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht.» Der Deutsche hofft jetzt, dass Arnolds Leistungen trotz der Dreifachbelastung mit Schule, Lehre und Spitzenfussball konstant bleiben. «Ich habe viel um die Ohren», muss Arnold eingestehen. Bringt der junge Mann alles unter einen Hut und bleibt er gesund, dürfte einer Karriere als Profi nichts im Weg stehen.

Babbel verrät den FCL-Plan mit den beiden hoffnungsvollsten Talenten Arnold und dem 19-jährigen Nicolas Haas: «Es ist unser Ziel, dass die beiden zu den Gesichtern des Vereins werden.»

Gefördert wird er im Fanionteam von den Trainern Babbel und Roland Vrabec. Arnold sagt, was er in Spiel und Training spürt: «Babbel und Vrabec mögen meine Spielart.» Speziell bei einem Jungen ist das Vertrauen der sportlichen Vorgesetzten essenziell für dessen Entwicklung. Der Mittelfeldmann mit der Nummer 39 verspricht, viel zurückzugeben: «Ich probiere, immer Gas zu geben und für die Mannschaft da zu sein.»

Als seinen wichtigsten Förderer bezeichnet er Gerardo Seoane. «Ich kann fast sagen, dass ich ohne ihn heute nicht hier sein würde», sagt Arnold über den aktuellen U-21-Trainer des FCL.

Arnold ist ein Teamplayer. Verbessern muss er seine Schusstechnik. «Es wäre wünschenswert, wenn ich öfter ein Tor erzielen würde.» Knapp zwei Treffer pro Saison ist seine bescheidene Ausbeute in den U-Teams gewesen.

Heute gegen Vaduz hofft Arnold, dass Luzerns Angreifer «die Chancen konsequenter als zuletzt gegen GC nutzen». In Zürich bei den Grasshoppers bezog der FCL die dritte Saisonniederlage. Eine Scharte, die es gegen die nunmehr dreimal hintereinander ungeschlagenen Liechtensteiner auszuwetzen gilt. Für den viertplatzierten FCL wäre alles andere als ein Sieg gegen die auf Platz 8 stehenden Vaduzer eine Enttäuschung. Umso mehr, als die Innerschweizer vor eigenem Publikum in bisher sechs Partien erst einmal als Sieger vom Platz gegangen sind.

Mit Arnold zum einzigen Heimsieg

Ein gutes Omen ist, dass bei diesem Vollerfolg gegen den FCZ Remo Arnold sein Debüt gegeben hatte. Ob er auch heute in der Startformation steht, weiss Arnold noch nicht. Mit der gängigen Formulierung der Profis meint er: «Das entscheidet der Trainer.» Doch fast alles deutet darauf hin, dass Babbel wieder auf ihn setzt. Ein Wechsel drängt sich auf seiner Position wahrlich nicht auf.