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FUSSBALL: Hekuran Kryeziu – Der wiedererstarkte Kämpfer

Hekuran Kryeziu (25) blüht beim FC Luzern seit dem Trainerwechsel wieder auf. Am Sonntag (16 Uhr) bekommt es der FCL mit Meister Basel zu tun. Angst vor Basel hat Kryeziu nicht.
Raphael Gutzwiller
FCL-Profi Hekuran Kryeziu macht grosse Sprünge. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 25. Februar 2018))

FCL-Profi Hekuran Kryeziu macht grosse Sprünge. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 25. Februar 2018))

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Es war eine entscheidende Szene im Spiel am letzten Sonntag gegen Sion. In der 84. Minute liess FCL-Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu gegen Sittens Bastien Toma im eigenen Strafraum sein Bein stehen. Die Pfeife von Schiedsrichter Nicolas Jancevski blieb stumm: Glück für Kryeziu. «Wenn’s läuft, dann läuft’s. Es ist ein Kontakt da, und ich könnte mich über einen Pfiff nicht beklagen. In der Vorrunde wäre der Penalty sicher gepfiffen worden.»

Das Glück ist im Moment auf der Seite des FC Luzern. Seit dem Trainerwechsel im Januar von Markus Babbel zu Gerardo Seoane hat der FCL in fünf Spielen elf Punkte geholt, und dabei noch nie verloren. «Seoane hat neuen Wind in die Mannschaft gebracht», sagt Hekuran Kryeziu. Das sei ganz normal, wenn der Trainer wechsle. «Jeder will sich beim neuen Trainer aufdrängen, dadurch steigert sich die Intensität im Training automatisch.»

Im Winter hatte Kryeziu endlich eine längere Pause

Auch Kryeziu selber überzeugt mit guten Leistungen, ist wieder der zweikampfstarke Spieler wie in der Rückrunde vor einem Jahr. Seine enttäuschende Vorrunde ist vergessen. Ein wichtiger Grund für die gute Form von Kryeziu ist der neue Trainer. «Ich habe ein gutes Verhältnis zu Seoane. Es ist aber nicht so, dass ich ihn extrem gut kennen würde. Ich hatte ihn davor nie als Trainer und habe auch nicht mehr mit ihm zusammengespielt», sagt Kryeziu dazu. «Aber ich spüre im Moment grosses Vertrauen vom Trainer. Das ist aber auch logisch, wenn die Resultate stimmen.»

Es gäbe aber weitere Gründe dafür, dass die Form wieder besser sei. «Ich denke, für mich persönlich war wichtig, einmal eine längere Pause zu haben», sagt Kryeziu. Der kosovarische Internationale hatte im Sommer wegen Terminen des Nationalteams nur neun Tage Ferien, bevor er bereits wieder trainieren musste. Das Europa-League-Qualifikationsspiel in Osijek (Kroatien) stand vor der Tür. «Das war im Nachhinein betrachtet wohl eine zu kurze Pause.»

Seit dem Winter hat der 25-­ jä­hrige Kryeziu nicht nur einen neuen Trainer, sondern mit Idriz Voca einen neuen, jungen Kollegen im defensiven Mittelfeld. Der 20-Jährige, der davor mehrheitlich in der U21 zum Einsatz gekommen war, hat sich einen Stammplatz erkämpft. Die beiden Schweiz-Kosovaren ergänzen sich im defensiven Mittelfeld bereits sehr gut. Kryeziu lobt seinen jungen Nebenmann: «Idriz Voca hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich, die mich ­natürlich sehr freut. Trotz seiner erst 20 Jahren ist er bereits sehr weit. Das Bemerkenswerte ist, wie viel Idriz läuft.» Genau diese Eigenschaft hält Kryeziu, der in der Vorrunde oft der laufstarke defensive Mittelfeldspieler gewesen war, den Rücken frei. «Wir können so die Löcher besser stopfen», sagt Kryeziu. «Aber auch Olivier Custodio und Remo Arnold legen auf der Position jeweils weite Wege zurück.»

Das defensive Mittelfeld sei einer der Gründe, warum es beim FCL derart gut läuft in der Rückrunde. «Entscheidend ist, dass wir als Mannschaft keine ein­fachen Defensivfehler mehr ­machen, wie das in der Vorrunde leider zu oft vorgekommen war», sagt Kryeziu. «Aktuell funktioniert das sehr gut. Durch die Doppelsechs sind wir im Moment ­defensiv sehr stabil.»

Schweizer Meister FC Basel ist morgen (16 Uhr) in der Swiss­por-Arena zu Gast. Auch wenn der FC Luzern in Form ist, gegen den FCB ist er nicht zu favorisieren. Basel liegt in der Meisterschaft zwar derzeit mit total 14 Punkten Rückstand auf Rang 2, will in Luzern aber zur Aufholjagd starten. Mut getankt haben die Bebbi am Mittwoch in der Champions League, als sie auswärts sensationell Manchester City mit 2:1 besiegten, aber nach dem 0:4 im Hinspiel ausschieden.

Kryeziu freut sich nicht über FCB-Sieg bei ManCity

Wie hat Kryeziu das Spiel erlebt? «Mich hat es überrascht, dass der FCB gewonnen hat. Das ist natürlich sehr schön für den Schweizer Fussball. Doch mich persönlich freut es nicht, da der FCB mit grösserem Selbstvertrauen nach Luzern kommen wird.» Angst vor dem Champions-League-Achtelfinalisten hat Kryeziu aber dennoch nicht. «Der FCB konnte gegen Manchester City frei aufspielen, es war ein Dürfen. Gegen uns müssen die Basler aber unbedingt gewinnen, wollen sie noch Meister werden. Der Druck ist hoch. In der Schweiz hat der FCB ein anderes Gesicht gezeigt als international», sagt Kryeziu. So spielte Basel international meist mit einer Dreier- beziehungsweise Fünfer-Abwehr. In der heimischen Liga setzte der FCB aber auf eine Viererkette. «In Manchester hatte Basel 30 Prozent Ballbesitz, das wird gegen uns ­sicher anders sein», so Kryeziu.

Gefragt nach dem Ziel für das Aufeinandertreffen mit dem Serienmeister, sagt der Mittelfeldkämpfer: «Wir wollen unsere Ungeschlagenheit in der Rückrunde wahren.» Ein wichtiger Part dürfte dabei Kryeziu im defensiven Mittelfeld zufallen. Das nötige Glück dazu ist ja im Moment auf seiner Seite.

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