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FUSSBALL: Hekuran Kryeziu gewährt Einblick ins Seelenleben

FCL-Profi Hekuran Kryeziu hat sein Brutalo-Foul gegen den Basler Raoul Petretta während dreier Spielsperren verarbeitet. Am Sonntag (16 Uhr) kehrt der Luzerner zum Jahresabschluss gegen YB auf den Rasen der Swisspor-Arena zurück.
Daniel Wyrsch
«Das war keine gute Aktion», sagt Hekuran Kryeziu über sein Foul an Basel-Verteidiger Raoul Petretta. (Bild: Urs Flüeler (Luzern, 23. September 2017))

«Das war keine gute Aktion», sagt Hekuran Kryeziu über sein Foul an Basel-Verteidiger Raoul Petretta. (Bild: Urs Flüeler (Luzern, 23. September 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Der FC Luzern entschied richtig. Vor dem heutigen Heimspiel gegen die Berner Young Boys musste sich Hekuran Kryeziu den Fragen der Medien stellen. Es kam zu keinem Tribunal, dafür ist der 24-jährige Mittelfeldspieler in seiner Heimatstadt zu geschätzt. Er gilt als ruhiger, höflicher und ehrlicher Typ. Kryeziu war vorbereitet, kam von sich aus auf sein brutales Foul gegen den Basler Jungprofi Raoul Petretta (20) zu sprechen. «Das war keine gute Aktion», stellte er fest. Ergänzend betonte er: «Solche Fouls gehören nicht zum Fussball – trotzdem kommen sie ab und zu vor.»

Mit gestreckten Beinen hatte Kryeziu vor drei Wochen den Verteidiger attackiert, der sich mit einem sofortigen Aufspringen vor einer wahrscheinlich sehr schweren Verletzung bewahren konnte. Teleclub-Experte Marcel Reif wertete das Brutalo-Foul als «versuchte Körperverletzung». Kryeziu hatte Glück im Unglück: «Ich bin froh, dass sich der Gegenspieler nicht verletzt hat.»

Telefonische Entschuldigung via Albian Ajeti

Bei Petretta habe er sich sofort auf dem Platz entschuldigt, später konnte er nicht mehr zu dem ennet der Grenze im deutschen Rheinfelden aufgewachsenen ­Italiener in die Kabine. «Weil ich mich wegen der roten Karte nicht in den Stadiongängen aufhalten durfte.» Via FCB-Stürmer Albian Ajeti entschuldigte sich Kryeziu danach telefonisch bei Petretta, der nie ausfiel und später in Lissabon gegen Benfica zur Basler Achtelfinalqualifikation in der Königsklasse beitrug.

Hekuran Kryeziu hat in der Zwischenzeit Busse geleistet, die drei Spielsperren sind abgesessen. Er gewährt einen Einblick in sein Seelenleben. Dieser lässt Aussenstehende wenigstens im Ansatz nachvollziehen, warum er im Frust die Gesundheit eines Berufskollegen gefährdete. Er begründet, die negative Phase habe ihn getroffen. In der Öffentlichkeit sei er immer wieder auf das Tief des FCL angesprochen worden.

Zornig wurde Kryeziu im erwähnten Heimspiel gegen Basel. Aus einem 1:1 wurde in den letzten 20 Minuten eine 1:4-Niederlage – die Nummer 31 des FCL tickte in seinem 144. Super-League-Match kurz vor Schluss aus. Rechtfertigend erklärt er nun: «Dass ich nicht so ein Mensch bin, zeigen die Statistiken. Das ist meine erste rote Karte in meiner Zeit beim FC Luzern.» Den anderen Platzverweis hatte sich Kryeziu in der Leihsaison beim damaligen Super-League-Verein FC Vaduz im Frühjahr 2015 geholt. «Es hat sicher mit meinen Emotionen zu tun, ich bin ein Mensch, der auf dem Platz sehr emotional ist. Neben dem Feld bin ich ein komplett anderer Mensch, eine eher ruhige Person. Es ist passiert, ich hoffe, es kommt nicht mehr vor.»

Transferankündigung hat Kryeziu das Leben schwer gemacht

Kryeziu machte in dieser Vorrunde mitunter zu schaffen, dass ihm ein Teil der FCL-Fans nach dem gescheiterten Transfer im Sommer unterstellte, nicht mehr mit ganzem Herzen bei der Sache zu sein. Dabei war es nicht er gewesen, der einen Wechsel angekündigt hatte, sondern der damalige Sportchef Remo Gaugler war in die Offensive gegangen, indem er Kryeziu via Medien feilbot.

Eine Karriere im Ausland sei nach wie vor sein Ziel, sagt der Spieler. «Ob es klappen wird, das werden wir sehen. Ich bin hier zu Hause, dass ich mit vollem Herzen beim FC Luzern und ein Luzerner bin, hat man am besten gegen Basel gesehen», sagt der stets fightende Kosovo-Nationalspieler mit Schweizer Pass.

Im letzten Spiel vor der Winterpause hat er die Chance, sein Herzblut und seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Gegen Leader YB will Kryeziu mit dem FCL fair Revanche für die beiden Vorrundenniederlagen (1:4, 0:1) nehmen.

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