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FUSSBALL: Hekuran Kryeziu verliert die Nerven

Hekuran Kryeziu kassiert bei der 1:4-Niederlage gegen Basel Rot nach einem Frustfoul. Die Aktion zeigt: Die Nerven beim FC Luzern liegen blank.
Raphael Gutzwiller
Das brutale Foul von Hekuran Kryeziu (rechts). (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. November 2017))

Das brutale Foul von Hekuran Kryeziu (rechts). (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 25. November 2017))

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Keine Sekunde musste Adrien Jaccottet in dieser 87. Minute zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel überlegen. Der Schiedsrichter holte sogleich den roten Karton aus seiner Hosentasche. Hekuran Kryeziu hatte mit beiden Beinen in der Luft FCB-Aussenverteidiger Raoul Petretta von den Beinen geholt. Es war ein sehr rüdes Frustfoul, die direkte rote Karte war absolut berechtigt.

Auch der Übeltäter selber schien dies sogleich gemerkt zu haben. Am Boden sitzend reklamierte er nicht. Stattdessen zeigte sich in seinem Gesicht die pure Verzweiflung. Wieder hatte der FCL 90 Minuten lang gekämpft, wieder gab es keine Punkte am Schluss. Während FCB-Verteidiger Manuel Akanji Luzerns Kryeziu noch angiftelte, verabschiedeten die Fans ihren Mittelfeldspieler mit «Heki»- Sprechchören.

«Der Frust ist im Moment gross»

«Es zeigt, wie gross der Frust bei uns im Moment ist», erklärte Captain Claudio Lustenberger die Aktion. «Ein solches Blackout dürfte Heki mit seiner Erfahrung sicher nicht passieren. Auf der anderen Seite kann ich ihn auch ein bisschen verstehen. Der Frust ist im Moment sicher sehr gross.»

Trainer Markus Babbel bezeichnete die Aktion als «total überflüssig», zeigte aber für Kryeziu auch ein gewisses Verständnis. «Ich war selber einst Spieler und kann nachfühlen, wie es zu so einem Aussetzer kommen kann. Kryeziu lebt auch von seiner Aggressivität und seinen Emotionen. Mit dieser Aktion hat er uns aber sicher keinen Gefallen getan, weil er gesperrt und uns fehlen wird. Gerade auf dieser Position sind wir ja nicht gerade breit besetzt», so Babbel. Der eigentliche Mittelfeldpartner von Kryeziu, Olivier Custodio, ist verletzt. Deshalb spielte auch gestern der Innenverteidiger Marvin Schulz wieder im zentralen Mittelfeld. Er machte seine Sache gut. Nun muss Babbel im zentralen Mittelfeld wieder umdisponieren. Kryeziu wird wohl für mindestens drei Spiele gesperrt, fehlt unter anderem am nächsten Samstag im wichtigen Heimspiel gegen Sion. «Wir brauchen ihn in der jetzigen Si­tuation eigentlich dringend», ärgert sich auch Lustenberger.

Die Aktion von Hekuran Kryeziu ist nicht nur bezeichnend für die aktuelle Gemütslage beim FC Luzern, sondern auch für die gesamte Saison des Küssnachters. Nach diversen Wechselgerüchten im Sommer sind seine Leistungen nicht auf dem Niveau, wie man sie vom kosovarischen Nationalspieler gewohnt ist. Dabei hatte er in der letzten Saison einen weiteren Schritt nach vorne gemacht und sich zum Leader im FCL-Mittelfeld entwickelt.

Nach der Niederlage gegen Basel wollte Kryeziu sich nicht äussern. Im September meinte er zu seinen Leistungen: «Ich bin nicht ganz zufrieden mit der Saison und will wieder konstanter werden.» Bisher klappte das aber nicht. Seine Emotionen entluden sich gestern in der 87. Minute.

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