FUSSBALL: Hoffnung dank den Schneuwlys

Beim FC Luzern stellt sich vor dem Spiel heute (17.45) in Thun die Frage: War der Sieg über Lugano die Wende oder doch nur ein Lichtblick in der Krise?

Daniel Wyrsch
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Bezeichnet sich als «Kunstrasen-Spezialist»: FCL-Mittelfeldspieler Christian Schneuwly. (Bild Philipp Schmidli)

Bezeichnet sich als «Kunstrasen-Spezialist»: FCL-Mittelfeldspieler Christian Schneuwly. (Bild Philipp Schmidli)

Markus Babbel erwartet einen schwierigen, komplizierten Match bei den Berner Oberländern. «Die arbeiten mit zehn Mann gegen den Ball», stellt der FCL-Trainer fest. Thun-Coach Jeff Saibene sagt: «Wir sind sehr stabil und nur schwer zu bezwingen.» Zuletzt spielten die Thuner in Vaduz und beim FC Zürich jeweils 0:0. In der Runde davor hatten sie im Heimspiel gegen Serienmeister Basel (1:1) ebenfalls einen Punkt geholt.

Drei FCL-Spieler erkrankt

Die Luzerner sind in der Rückrunde bislang weit weniger solide gewesen als die mit 29 Zählern punktgleichen Thuner. Nach sechs Pflichtspiel-Niederlagen hintereinander brachte der 2:1-Heimsieg vor einer Woche gegen Lugano zum ersten Mal im Jahr 2016 etwas Ruhe in den kriselnden FCL. Babbel erzählt, wie «unglaublich viel Druck» bis zu diesem ersten Erfolgserlebnis auf den Spielern gelastet habe. «Nicht zufällig sind in dieser Woche mehrere Spieler erkrankt. Das ist, wie wenn einer hart arbeitet und kaum hat er Ferien, wird er krank, weil der ganze Ballast abfällt.» Das Bett haben Markus Neumayr, Nicolas Haas und Marco Schneuwly hüten müssen.

Marco Schneuwly (30) ist heute in der Stockhorn-Arena einsatzfähig. Zum Glück für Luzern. Schliesslich zählt der Stürmer zusammen mit seinem Bruder Christian zu den Trümpfen auf dem Thuner Plastik. Während ihren gemeinsamen Jahren im Thun-Dress brillierten die Schneuwly-Brothers vor allem in den Heimspielen. Christian Schneuwly (28) bezeichnet sich als «Kunstrasen-Spezialist. Es ist die Unterlage, die mir passt.» Schmunzelnd meint er: «Damit bin ich fast ein Einzelfall. Als technischer Spieler liebe ich den Kurzpass.»

Immer besser funktioniert nun auch beim FCL das Zusammenspiel zwischen den Brüdern. «Seit der Partie gegen YB können wir etwas kreieren und produzieren», spürt Marco Schneuwly. Die Wende zum Guten in der Offensive hat also nicht ganz zufällig auf dem Kunstrasen im Stade de Suisse stattgefunden.

Das gute Beispiel der Schneuwlys

Ob der Vollerfolg über Lugano die Wende für den FCL oder nur ein Lichtblick in der Krise ist, das fragt sich auch Babbel. «Sind wir mit dem ersten Sieg zufrieden, oder wollen wir mehr?», stellt der Coach die Hauptfrage vor dem Match in Thun in den Raum.

Hoffnung auf eine für den FCL positive Antwort geben dem früheren Bayern-Profi nicht zuletzt die Schneuwlys. Ob sie auf dem Thuner Kunstrasen wie zu ihren gemeinsamen Zeiten beim Heimteam brillieren oder nicht, das könne er nicht voraussagen. Babbel stellt aber überzeugt fest: «Fakt ist, dass Marco und Christian in Topform sind. Die beiden sind sehr wichtige Spieler, die in dieser schwierigen Phase stets mit gutem Beispiel vorangegangen sind.»

Babbel gibt freimütig zu, dass er gewiss nichts dagegen hätte, wenn die Schneuwlys ihren guten Spielen gegen YB und Lugano eine weitere positive Leistung in Thun folgen lassen könnten.

Für Christian Schneuwly war der 2:1-Siegtreffer gegen Lugano das erste Tor im FCL-Dress. Wer weiss, vielleicht hat der gebürtige Freiburger aus Wünnewil damit die Tür zur Wende geöffnet.