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FUSSBALL: Hunger oder Zufriedenheit?

Der FC Luzern will heute (13.45) seinen Siegeslauf fortsetzen. Mit Thun ist ein Gegner zu Gast, der eine stabile Abwehr besitzt. Eine delikate Aufgabe für den FCL.
Daniel Wyrsch
In Topform: der österreichische FCL-Angreifer Jakob Jantscher (hinten Aaraus Dusan Djuric). (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

In Topform: der österreichische FCL-Angreifer Jakob Jantscher (hinten Aaraus Dusan Djuric). (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Fussball ist ein schnelllebiges Geschäft. Vier Mal in Folge hat der FC Luzern zuletzt hintereinander gewonnen. An Spiele wie gegen St. Gallen und Aarau könnten sich die Fans gewöhnen, die beiden 6:2-Siege haben der oft geschundenen Innerschweizer Fussballseele gut getan. Fast könnte man vergessen, wie schwer sich der FCL lange getan hat. Doch es sind eigentlich nur zwei Wochen vergangen, seit die Luzerner nach einem 2:0 gegen GC mit dem 2:1 in Basel erstmals in dieser Saison zwei Siege aneinanderreihten.

FCL-Trainer Markus Babbel hatte seit dem Amtsantritt am 13. Oktober 2014 mehrmals feststellen müssen, dass seine Mannschaft nach einem guten Match und positiven Kritiken Selbstzufriedenheit an den Tag legte. Hundertprozentig überzeugt von einer nachhaltigen Veränderung der Einstellung ist Babbel vor dem Heimspiel gegen Thun nicht. «Für mich stellt sich die Frage: Sind wir bereit, 90 Minuten lang hungrig den Erfolg zu suchen, oder stellt sich nach vier Siegen und dem gesicherten Ligaerhalt Selbstzufriedenheit ein?»

Jantscher schwärmt vom System

Die Angreifer Marco Schneuwly und Jakob Jantscher versprechen: «Wir lassen uns jetzt sicher nicht hängen.» Jantscher hofft nach seinen überragenden Leistungen auf ein Aufgebot von Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller für das EM-Qualifikationsspiel am 14. Juni in Moskau gegen Russland. Den Grund für die Wende zum Guten beim FCL sieht er neben der verbesserten Physis im neuen Spielsystem. Jantscher: «Das hohe Pressing sowie das System mit Marco Schneuwly, Dario Lezcano und mir als drei Angreifer macht uns unberechenbarer. Ein Paradebeispiel ist das 2:0 gegen Aarau, als wir zu dritt Djuric den Ball abgejagt haben.»

Jantscher stellt einen grossen «Druckabfall» durch den Ligaerhalt fest. «Einige können jetzt befreiter aufspielen.» Dass Platz fünf noch zu erreichen ist und somit das Ticket fürs europäische Geschäft realisierbar sein könnte, glaubt der 26-Jährige. Er vermeidet es aber, unnötigen Druck aufzubauen. Jantscher: «Wir nehmen Spiel um Spiel, am Ende wird abgerechnet.» Gleich sieht er es betreffend persönliche Zukunft. «Ich konzentriere mich ganz auf die letzten fünf Partien, ab dem 29. Mai kümmere ich mich dann darum, ob ich bleibe oder wechsle.» Jantscher hat eine Ausstiegsklausel aus seinem bis 2017 laufenden Vertrag; bietet ein Klub 1,5 Millionen Franken, könnte er gehen. Seit 14 Tagen schreiben die Zeitungen in Bern, dass YB Jantscher holen will.

Bei den Young Boys war Schneuwly schon, wie auch bei Thun, von wo er letzten Sommer zum FCL wechselte. Trotz seinem Abgang und den Abgängen von Luca Zuffi (Basel), Benjamin Lüthi (GC) sowie im Winter Schneuwlys Bruder Christian (Zürich) steht Thun aktuell auf Platz drei. Marco Schneuwly begründet die Überraschung prägnant: «Die Spieler machen genau, was Urs Fischer will.»

Spektakel eher ausgeschlossen

Das System des Thun-Trainers basiert auf einer starken Defensive. Zusammen mit YB haben die Berner Oberländer am zweitwenigsten Gegentore (36) bekommen. Gegen keine andere Mannschaft hat sich der FCL in der Swisspor­arena so oft torlos getrennt wie gegen Thun. Das dritte und letzte 0:0 erlebte Babbel am 8. November 2014 mit. Der FCL-Coach sagt: «Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir wie bei einem Grand-Slam-Tennisturnier einen Dreisatzsieg erringen, also nach zwei 6:2-Erfolgen auch Thun mit sechs Toren besiegen.» Umgekehrt befürchtet Thun-Trainer Fischer keine Kanterniederlage. «Wir haben vor keinem Gegner Angst», sagt er. «Ohne die Leistung der Luzerner bei den 6:2-Siegen schmälern zu wollen, diese Spiele hätten auch anders verlaufen können.» Obwohl Thun auswärts das drittschwächste Team der Liga ist, die Saisonbilanz gegen den FCL lässt sich sehen: wie erwähnt 0:0 auswärts und 3:2 zu Hause im Herbst sowie 1:0 vor Monatsfrist im eigenen Stadion.

In Topform: der österreichische FCL-Angreifer Jakob Jantscher (hinten Aaraus Dusan Djuric). (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

In Topform: der österreichische FCL-Angreifer Jakob Jantscher (hinten Aaraus Dusan Djuric). (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

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