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FUSSBALL: «Ich muss mein Gehalt selbst reinholen»

Ruedi Stäger (56) ist gestern zum ersten hauptamtlichen FCL-Präsidenten gewählt worden. Er spricht über Chancen und Risiken, die Ziele – und seine Geschäftsleitung.
Interview Daniel Wyrsch
Der abtretende Verwaltungsratspräsident Mike Hauser (links) und sein Nachfolger Ruedi Stäger. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der abtretende Verwaltungsratspräsident Mike Hauser (links) und sein Nachfolger Ruedi Stäger. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ruedi Stäger, kürzlich ist bekannt geworden, dass der FC Luzern im Geschäftsjahr 2013 mit einem Verlust von mindestens einer Million Franken rechnet. Das dürfte für Sie kein einfacher Start Anfang Januar werden.

Ruedi Stäger: Das ist eine Sache, die sich abgezeichnet hat. Der Verlust kommt vor allem von den im Budget fehlenden Zuschauern her, aber es hat auch andere Ursachen. Wie gross das Defizit wirklich ist, werden wir erst nach dem Jahresabschluss wissen. Es kann immer noch leichte Veränderungen geben. Aber dass diese finanzielle Herausforderung da ist, künftig ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen, ist mir von Anfang an bewusst gewesen.

Ein gewisser Druck dürfte bestimmt auf Ihnen lasten, kann man doch nicht einfach so per Knopfdruck höhere Zuschauerzahlen erreichen. Wie sehen Sie die Ausgangslage?

Stäger: Ich bezeichne es nicht als Druck, es ist für mich eine Herausforderung. Dieser Herausforderung müssen wir im Team gerecht werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zum Ziel zu kommen. Das ist einerseits die Zuschauersituation, das ist eine ganz wesentliche Komponente auf der Einnahmenseite. Aber wir müssen auch im Bereich Sponsoring ganz klar mehr machen, das heisst im Verkauf von Werbung. Das dritte Element ist der Eventbereich. Dort müssen wir darauf achten, in Zukunft kostendeckende Events durchzuführen.

Der FCL ist auf der einen Seite sehr populär, auf der anderen Seite wird auch gerne auf dem grössten Sportverein der Zentralschweiz herumgehackt. Das ist eine zweischneidige Angelegenheit. Haben Sie nie gedacht, was tue ich mir beim FCL an?

Stäger: (lächelt) Das haben mich schon viele Leute gefragt, aber ich gehe das mit dem nötigen Respekt an. Es ist eine Herausforderung, die ich zielorientiert anpacke. Am Schluss muss man dort, wo Fehler passieren, dafür geradestehen, das ist nichts Neues. Und dass man mit dem FCL und dem Fussball etwas mehr im Fokus steht, das wusste ich von Anfang an. Aufgrund meiner Erfahrung kann ich das gut ein- und abschätzen.

Sie sind 60 Prozent beim FCL angestellt. Wie wichtig ist es, dass Sie Leute an der Seite haben wie der neue Leiter Marketing, Thomas Ulrich, der zuvor in Basel den St.-Jakob-Park und die St.-Jakobs-Halle vermarktete?

Stäger: Es ist eine gute Sache, dass wir so einen erfahrenen Mann für diese anspruchsvolle Arbeit gewinnen konnten. Aber es ist nicht nur er, der einen Teil der Last, die vorher der zum FC Zürich wechselnde CEO Thomas Schönberger trug, übernimmt. Wir haben ein Team. Gleichzeitig gibt es mir die Freiheit, mich auf andere Tätigkeiten rund um den FCL zu konzentrieren. Ich muss aufpassen, dass ich nicht im operativen Tagesgeschäft ertrinke.

Mit dem Team sprechen Sie die von Ihnen bestellte neue Geschäftsleitung an. Wie sieht diese aus?

Stäger: Das sind mit mir fünf Personen, welche die Verantwortlichkeiten der vier Geschäftsfelder führen: Sport mit Alex Frei, Finanzen mit Sandro Wyss, Stadion/Infrastruktur mit Reto Mattmann und Marketing mit Thomas Ulrich.

Sie sind als hauptamtlicher Präsident quasi ein Angestellter der Holding ...

Stäger: ... eben nicht. Es wäre schön, wenn die Investoren meinen Lohn bezahlen würden. Ich muss mein Gehalt mindestens selber reinholen, sonst wäre es nicht gut. Da könnte ich nicht mehr in den Spiegel schauen. Ich bin wie alle FCL-Angestellten aus dem Nicht-Sportbereich bei der Swissporarena Event AG angestellt.

Ehemalige FCL-Präsidenten wie Roman Simioni und Walter Stierli waren echte Klubbosse und starke Führungspersonen gewesen.

Stäger: Wollen Sie mir meine Stärke absprechen?

Tut mir leid, die reichen Herren Investoren mit ihren Aktienpaketen bestimmen in der Holding über den FCL. Sie kennen die Spielregeln, aber es ist doch auch für Sie eine andere Art der Führung eines Fussballklubs?

Stäger: Es ist sicher eine, die den Investoren gerecht wird und gerecht werden muss. In dem Sinn ist es ein Vorteil, dass ich als Delegierter im Verwaltungsrat der Holding Einsitz habe. Die Wege werden kurz sein. Ich kann meine Ideen strategisch einbringen. Es ist aber ganz klar, die operative Führung liegt bei mir und meinen Kollegen in der Geschäftsleitung.

Kann es sein, dass Sie dank sportlichem und finanziellem Erfolg den FCL irgendwann ziemlich unabhängig führen können?

Stäger: Das ist utopisch. Umso erfolgreicher der FCL ist, desto werthaltiger ist das Paket der Aktien, welches mehrheitlich den Investoren gehört. Mein Ziel ist es, den FCL erfolgreich zu führen. Es geht um drei Dinge: Sportlich dürfen wir dank der guten Ausgangslage vom europäischen Fussball träumen. Wirtschaftlich wollen wir das Geld, das wir ausgeben, selber verdienen. Ich bin überzeugt, wir schaffen es. Das Gesellschaftliche ist für mich ebenso wichtig, alles was mit dem FCL zu tun hat, soll beispielhaft sein. Störende Nebengeräusche sollen der Vergangenheit angehören.

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