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FUSSBALL: Jakob Jantscher will spielen, sonst verlässt er den FCL

Jakob Jantscher (27) hat nach dem Penaltytor in Vaduz endlich wieder mal im FCL-Dress gejubelt. Positiv: Sein Selbstvertrauen ist intakt.
Jakob Jantscher rechnet trotz wenig Spielzeit mit einem EM-Aufgebot. (Bild: Martin Meienberg/freshfocus)

Jakob Jantscher rechnet trotz wenig Spielzeit mit einem EM-Aufgebot. (Bild: Martin Meienberg/freshfocus)

Die Durststrecke von Jakob Jantscher war lang. Siebeneinhalb Monate hat der österreichische Nationalspieler nicht mehr für den FC Luzern getroffen. Am Sonntag im Auswärtsspiel in Liechtenstein nutzte er seine Chance, kaltschnäuzig verwertete er den Foulpenalty zum 1:1-Ausgleich gegen Vaduz. «Es ist tatsächlich lange her, seit ich mein letztes Tor erzielt habe», meinte Jantscher. «Wichtig war, dass wir zurückgekommen sind, die Partie gedreht und schliesslich 2:1 gewonnen haben.»

Vom «magischen Dreieck» auf Bank

Am 22. August 2015 beim 5:2-Sieg in Zürich gegen den FCZ hatte Jan­tscher den bis vorgestern einzigen Saisontreffer geschossen. In 30 Ligapartien sass er beim Anpfiff 13-mal auf der Ersatzbank, kam lediglich zu Teileinsätzen. Allein in der Rückrunde musste sich der Linksaussen in zehn Pflichtspielen mit der Reservistenrolle abfinden. «Das ist nicht befriedigend», gibt Jantscher offen zu. Verständlich für einen Spieler mit seinen Fähigkeiten und seiner Reputation. In Österreich errang er zweimal die Meisterschaft mit RB Salzburg und feierte je einmal den Cupsieg mit Salzburg und Sturm Graz. Zudem sorgte er in der Rückrunde vor einem Jahr als Mitglied des «magischen Dreiecks» zusammen mit Dario Lezcano und Marco Schneuwly für viel Offensivspektakel beim FCL.

Jantscher hatte dank der letztjährigen Saisonbilanz von sechs Toren und elf Assists ein lukratives Angebot der Young Boys vorgelegen. Die Berner wären bereit gewesen, die im Vertrag festgeschriebene Ablösesumme von 1,7 Millionen Franken für den bärtigen Steirer zu zahlen. Doch Jantscher einigte sich mit dem damaligen Sportchef Rolf Fringer, mindestens eine weitere Saison in Luzern anzuhängen. Die Begründung: «Meiner Frau und mir gefällt es in Luzern, den Klub möchte ich erst verlassen, wenn ich einen grösseren Schritt zu einem ausländischen Verein machen kann.»

Inzwischen hat sich die Situation für Jantscher und den FCL verändert. Ob momentan ein Klub bereit ist, eine Millionensumme für ihn auszugeben, ist eher fraglich. Jantscher selbst weiss nur: «Ich will nächste Saison spielen.» Die Ersatzrolle ist für den 27-Jährigen künftig keine Option.

Liegt es an Babbel oder Jantscher?

Ob es an Luzern-Cheftrainer Markus Babbel oder an ihm selbst als Spieler gelegen hat, dass er in dieser Saison nie richtig auf Touren gekommen ist, kann er nicht konkret beantworten: «Das ist schwierig zu sagen. Gegen Vaduz bin ich reingekommen und habe gescheit gespielt. Das Tor ist sicher ein Argument für mich.»

Am Selbstvertrauen liegt es bei Jan­tscher sicher nicht. Darauf angesprochen, dass er sich beim Elfmeter äusserst nervenstark präsentierte, sagte er, mit den Fingern auf die Zahl an seiner Fussballerhose zeigend: «Hey, weil ich das kann, habe ich die Nummer zehn und nicht die zwei.»

Jantscher vertraut Koller

Trotz Edeljoker-Dasein in Luzern macht sich Jantscher keine Sorgen über eine Nichtnominierung für die Europameisterschaft im Sommer. «Unser Teamchef Marcel Koller weiss um meine Qualitäten, die habe ich in der Nationalmannschaft schon öfter gezeigt. Wir wollen in Frankreich einiges erreichen.»

Sollte sich Jantscher an der EM gut in Szene setzen können, wäre ein ausländischer Verein schnell bereit, die 1,7 Millionen Franken für ihn auszugeben. Aus Sicht der Topliga-Klubs ist der Österreicher ein Schnäppchen.

Dass Jantscher seinen Vertrag beim FCL, der noch eine Saison läuft, erfüllt, ist unwahrscheinlich. Er und Babbel werden sich kaum mehr finden. Dabei verhält sich Jantscher hoch professionell, spricht kein schlechtes Wort über den Coach. «Ich muss Gas geben. Es verbleiben vier Spiele, die Europa League ist für uns noch immer erreichbar. Wir werden alles versuchen.»

Nächste Gelegenheit, sich im Luzern-Dress gut in Szene zu setzen, hat Jan­tscher morgen um 19.45 Uhr zu Hause gegen die drittplatzierten Grasshoppers.

Daniel Wyrsch

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