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FUSSBALL: Jantscher sagt Ja – vorläufig

Ja, wirklich, er ist zurück, er ist wieder da: Offensivmotor Jakob Jantscher (26) trainiert seit gestern wieder mit dem FC Luzern. Der österreichische Nationalspieler sagt: «Es macht einfach Spass hier.»
Interview Turi Bucher
Ein seltener Moment: Jakob Jantscher lächelt beim Konditionstraining. (Bild Corinne Glanzmann)

Ein seltener Moment: Jakob Jantscher lächelt beim Konditionstraining. (Bild Corinne Glanzmann)

Interview Turi Bucher

Runden laufen, Runden laufen. Grosse Runden. Lange Runden. Und noch eine Runde mehr. Jakob Jantscher hats nicht einfach an diesem heissen Montagnachmittag. Während die meisten seiner Teamkollegen schon seit dem 16. Juni im Training stehen, ist der Österreicher erst gestern aus den Ferien zum FC Luzern zurückgekehrt. Immerhin: Bei der Hürdenübung scheint er ausgerechnet für unsere Fotografin ein Lächeln parat zu haben.

Später, endlich ist das Training beendet, wird seine Miene wieder ernst. Angesprochen nämlich auf die Transfergerüchte (YB, Köln, Basel) und darauf, dass das sogenannte Transferfenster noch bis Ende August geöffnet ist, antwortet er: «Dazu sage ich nichts. Ich habe das jetzt oft genug erklärt, dass ich beim FC Luzern einen Vertrag habe und wie vereinbart das Training aufnehmen werde.»

Fringer zeigt Verständnis

Sportchef Rolf Fringer verneint, dass beim FCL weiterhin die Nerven flattern, weil Jantscher doch noch abspringen könnte, falls dieser noch ein Angebot bekommt, dem er nicht widerstehen könnte. Fringer bringt sogar Verständnis auf: «Ich gehe zwar davon aus, dass Jantscher bei uns bleibt. Aber es ist legitim, wenn er sich Gedanken machen würde, falls ein guter Verein auf ihn zukommt.»

Jakob Jantscher, das Herz der FCL-Fans schlägt höher, Sie sind zurück. Aber für wie lange?

Jakob Jantscher:Transfergerüchte, das muss ich gleich vorweg sagen, möchte ich nicht kommentieren. Ich habe immer betont, dass es mir in Luzern sehr gut gefällt. Es macht einfach Spass hier. Ich möchte mich jetzt gut auf den Saisonstart mit dem FC Luzern vorbereiten. Das ist die Ausgangslage.

FCL-Trainer Markus Babbel hat mehrmals betont, wie sehr er sich gefreut hat, dass Sie beispielsweise ein lukratives Angebot der Young Boys ausgeschlagen haben. Wieso haben Sie das getan? Wieso haben Sie auf mehr Geld verzichtet?

Jantscher:Ich muss vorausschicken, die Verantwortlichen der Young Boys haben sich sehr seriös verhalten. Aber ich muss auch sagen, dass für mich dann relativ schnell klar war, dass ich beim FCL bleibe.

Eben ... weshalb denn?

Jantscher:Nun, ich habe diverse Vergleiche angestellt und bin dann zum Entschluss gekommen: Nein, deswegen muss ich den FC Luzern nicht verlassen.

Können Sie etwas zu den Gerüchten rund um einen Wechsel in die Bundesliga zum FC Köln sagen?

Jantscher: Nein. Dazu gibt es nichts zu sagen.

Sie haben eben erst wieder mit dem Training begonnen. Sind Sie fit? Haben Sie im Lauftraining gelitten?

Jantscher:Ja, es war schon ziemlich anstrengend. Klar, dass ich jetzt noch einen Rückstand habe, was die Fitness betrifft. Denn meine Kollegen haben schon vor zwei Wochen mit dem Training begonnen, während ich noch 13 Tage in den Ferien weilte. In den Ferien habe ich zwar vier bis fünf Läufe absolviert, aber ich habe meinem Körper auch erlaubt, nach der anstrengenden Saison «herunterzufahren». Den Rückstand muss ich jetzt halt aufholen.

Dürfen wir fragen, wo Sie in den Ferien waren?

Jantscher:Ich war mit meiner Ehefrau auf Ibiza und dann noch einige Tage in meiner Heimat, in Graz.

Sie haben es angesprochen, für Sie dauerte die Saison länger, und zwar weil Sie mit der österreichischen Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel in Russland waren. Schade, dass Sie nicht zum Einsatz kamen.

Jantscher:Ich hatte mich nach zirka sechzig Spielminuten am Spielfeldrand schon umgezogen, ein Einsatz war tatsächlich geplant. Dann war plötzlich Stürmer Marc Janko (neu beim FC Basel, Anm. d. Red.) angeschlagen, und Nationaltrainer Marcel Koller bevorzugte einen anderen Wechsel. Da musste ich mich wieder hinsetzen.

Letzte Saison haben Sie für den FC Luzern sechs Tore erzielt und elf Pässe geschlagen, die zu Toren führten. Dazu kommen noch zwei Tore im Schweizer Cup. Das können Sie in der nächsten Saison nicht überbieten, oder?

Jantscher: Doch, muss ich. Sonst wärs ja ein Rückschritt.

Jetzt mal abgesehen vom Konditionstraining ... worauf haben Sie sich bei Ihrer Rückkehr nach Luzern am meisten gefreut?

Jantscher: Ich habe hier inzwischen natürlich Freunde kennen gelernt, ich freue mich, die wieder zu sehen. Und ich freue mich auf den Balkon zu Hause mit der wunderschönen Sicht auf den See. Ich kann sagen: Hier in Luzern fehlt mir wenig.

Ianu könnte beim FC Schaffhausen landen

tbu. Nach wie vor arbeitet FCL-Sportchef Rolf Fringer daran, den einen oder anderen überzähligen Kaderspieler an einen anderen Verein ausleihen zu können. Fringer erklärt die schwierige Situation, «weil halt nicht nur der FCL, sondern auch die anderen Klubs ihre überzähligen Spieler ausleihen wollen».

Bei Stürmer Cristian Ianu sind die Verhandlungen mit dem Challenge-League-Verein FC Schaffhausen schon fortgeschritten, es muss noch eine finanzielle Einigung gefunden werden. Auch Schaffhausen-Trainer Maurizio Jacobacci sagt: «Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Ianu zu uns passen würde und in der Challenge League noch seine Tore erzielen wird.»

FCL-Talent Omar Thali war beim FC Winterthur im Probetraining, fand bei FCW aber keinen Unterschlupf und hält sich mittlerweile wieder beim FC Luzern fit. Und für Ridge Mobulu, ebenfalls Stürmer, gibt es verschiedene Interessenten aus der Challenge League, beispielsweise Aarau oder Le Mont. Tendenziell geht es in Richtung Aarau, der 23-jährige Kongolese bestritt bereits ein Testspiel mit dem Super-League-Absteiger.

Laut Fringer hat der FC Luzern sein Spielerkader nach dem Transfer von Mittelfeldspieler Clemens Fandrich (Erzgebirge Aue/RB Leipzig) im Grossen und Ganzen beieinander. «Wenn Ianu und Mobulu den Verein verlassen würden, kann es sein, dass wir noch nach einem talentierten Stürmer Ausschau halten», so Fringer. Einer, der laut dem FCL-Sportchef den bestandenen Stürmern wie Marco Schneuwly oder Dario Lezcano gesunde Konkurrenz machen würde.

Der kroatische Testspieler Frane Cirjak (20) trainiert nach wie vor mit dem FCL, obwohl er am Samstag gegen Schaffhausen nicht zum Einsatz kam. Noch sind Modalitäten mit dem kroatischen Fussballverband und seinem Stammverein Zadar zu erledigen.

Bozanic kommt nicht zurück

Definitiv ist nun auch, dass der australische Nationalspieler Oliver Bozanic nicht nach Luzern zurückkehrt. Fringer sagt: «Wir haben für diese Position nun Clemens Fandrich aus der zweiten Bundesliga geholt, damit dürfte das Thema ‹Bozanic› erledigt sein.» Fringer weiss allerdings nicht, bei welchem englischen Verein Bozanic landen könnte. «Sein Vertrag beim FC Luzern ist ja ausgelaufen, deshalb ist er uns auch keine Rechenschaft mehr schuldig.»

HINWEIS

Die Luzerner Elektrofirma Maréchaux ist neuer Co-Sponsor des FCL. Das Maréchaux-Logo wird auf der linken Seite der Dresshose platziert.

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