FUSSBALL: Jantscher vertraut auf spielerischen FCL

Jakob Jantscher gehört dank den Leistungen und der offenen Art zu den beliebtesten FCL-Profis. Er verspricht nicht, seinen Vertrag zu erfüllen, obwohl es ihm in Luzern gefällt.

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Will nicht zum zweiten Mal hintereinander absteigen: der Österreicher Jakob Jantscher, der sich im Trainingslager in Marbella sichtlich wohl fühlt. (Bild: Martin Meienberger)

Will nicht zum zweiten Mal hintereinander absteigen: der Österreicher Jakob Jantscher, der sich im Trainingslager in Marbella sichtlich wohl fühlt. (Bild: Martin Meienberger)

Jakob Jantscher (26) ist ein freundlicher, nahbarer Profi. Einer, der sich für die Anhänger Zeit nimmt. Sei es im persönlichen Gespräch oder über die (sozialen) Medien. Der Österreicher hat für seine Fans eine Facebook-Seite eingerichtet. Damit er von sich und seinen FCL-Teamkollegen Bilder aus dem Camp schiessen kann, hat er eine Stabvorrichtung mit aufmontierter Kamera mit nach Marbella (Sp) genommen. Jantscher weiss um die Bedeutung des Publikums. «Professioneller Fussball ist Teil der Unterhaltungsindustrie», sagt der gebürtige Grazer.

Warten auf die Koffer: Remo Freuler, Marco Schneuwly, Claudio Lustenberger, Francois Jacques Affolter, Alain Wiss, Leiter Kommunikation Rene Baumann, Assistenztrainer Roland Vrabec, Kaja Rogulj, Ridge Mobulu. (Bild: Martin Meienberger)
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Claudio Lustenberger mit dem Gepäck am Flughafen. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi (links) und Ridge Mobulu während der Heimreise. (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic hört während dem Rückflug Musik. (Bild: Martin Meienberger)
Ridge Mobulu während der Rückreise aus Marbella.. (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Torhüter Mohamed Amsif (1. FC Union Berlin, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Torjubel nach dem 1:0 durch Dario Lezcano Farina (FC Luzern, 2.v.l.) in der 90. Minute. Von links: Nicolas Haas (FC Luzern), Torschütze Dario Lezcano Farina (FC Luzern), Remo Freuler (FC Luzern, hinter Lezcano) Cristian Ianu (FC Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Trainer Markus Babbel (FC Luzern) (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Torhüter Mohamed Amsif (1. FC Union Berlin, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic (FC Luzern, unten) foult Martin Kobylanski (1. FC Union Berlin, oben). (Bild: Martin Meienberger)
Jakob Jantscher im Mannschaftshotel in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Konditionstrainer Christian Schmidt (rechts in schwarz) kontrolliert die Übungsausführung der Mannschaft. (Bild: Martin Meienberger)
Der geschäftsführende Präsident des FC Luzern, Ruedi Stäger. (Bild: Martin Meienberger)
Cristian Ianu (links) und Adrian Winter (rechts) bei Dehnungsübungen. (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic, Fidan Aliti, Jerome Thiesson, Remo Freuler Sally Sarr und Jahmir Hyka (vlnr) während dem Training in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Claudio Lustenberger (FC Luzern) lacht ueber den ungebetenen Gast auf dem Spielfeld. (Bild: Martin Meienberger)
Von links: Norman Theuerkauf (Eintracht Braunschweig) Raffael Korte (Eintracht Braunschweig) Oliver Bozanic (FC Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic (FC Luzern, links) gegen Marc Pfitzner (Eintracht Braunschweig, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Matthias Henn (Eintracht Braunschweig, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Goalie David Zibung trägt den fremden Verteidiger aufs Feld. (Bild: Martin Meienberger)
Sportphysiotherapeut Roger Sager kühlt den Fuss von Remo Freuler. (Bild: Martin Meienberger)
Voller Einsatz beim Lauftraining. Von links: Thierry Doubai, Sally Sarr, Cristian Ianu, Marco Schneuwly und Kaja Rogulj. (Bild: Martin Meienberger)
Bryan Rabello, Alain Wiss und Thierry Doubai kämpfen um den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Beratung im Regen: Sportphysiotherapeut Roger Sager, Trainer Markus Babbel, Assistenztrainer Roland Vrabec und Konditionstrainer Christian Schmidt (v.l.). (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Jubel über das einzige Tor der Partie (v.l.): Torschütze Dario Lezcano Farina, Ridge Mobulu, Thierry Doubai und Sally Sarr. (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Benjamin Hübner (FC Ingoldstadt 04, rechts) kann Cristian Ianu nicht am Schuss auf das Tor hindern. (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Tobias Levels gegen Claudio Lustenberger. (Bild: Martin Meienberger)
Zur schnelleren Regeneration im Eisbad. Von links: Ridge Mobulu, Fidan Aliti, Francois Affolter. (Bild: Martin Meienberger)
Nach dem kalten Wasser, welches zur schnelleren Regeneration dient, zeigt Sally Sarr (4.v.l.) noch seine sportliche Figur.
Jahmir Hyka. (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali sitzt zur schnelleren Regeneration im Eisbad. (Bild: Martin Meienberger)
Haben sichtlich Spass: Tomislav Puljic (links) und Ferid Matri am dritten Tag im Trainingslager. (Bild: Martin Meienberger)
Stürmt Marco Schneuwly (Bild) bald mit Cristian Ianu? «Es ist zu früh, eine Tendenz festzustellen», sagt Schneuwly. Der Fribourger glaubt aber offensichtlich daran: «Es ist schon möglich, dass Cristian Ianu und ich einen Zweimannsturm bilden könnten.» (Bild: Martin Meienberger)
Auch der Rumäne Ianu, der noch einen leichten Trainingsrückstand hat, meint: «Gerade in den Duellen gegen unsere direkten Konkurrenten im Abstiegskampf müssen wir zu Hause unbedingt gewinnen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass Marco Schneuwly und ich gemeinsam stürmen.» (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali liegt nach einem Foul von Kaja Rogulj verletzt am Boden und muss das Training beenden. Er erleidet eine Knieprellung und muss mindestens zwei Tage pausieren. (Bild: Martin Meienberger)
Versöhnen sich nach dem Eklat wieder: François Affolter (links) und Torhüter Lorenzo Bucchi. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi spielt den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Trainer Markus Babbel erklärt eine Übung. Rechts: Sarr Sally. (Bild: Martin Meienberger)
Spielübung mit Nicolas Haas am Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Der Rückkehrer Cristian Ianu während dem Training. (Bild: Martin Meienberger)
FCL-Spieler Bryan Rabello (vorne) bei Dehnungsübungen. (Bild: Martin Meienberger)
Vor atemberaubender Kulisse absolviert der FCL seinen ersten Trainingstag in San Pedro de Alcantara. (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali (vorne links) und Claudio Lustenberger beim Training. (Bild: Martin Meienberger)
Die Spieler absolvieren eine Dehnungsübung. (Bild: Martin Meienberger)
Assistenztrainer Roland Vrabec, Sportchef Rolf Fringer sowie Trainer Markus Babbel und Torhütertrainer Daniel Böbner (von links) besprechen sich. (Bild: Martin Meienberger)
Kurz vor dem Abflug nach Mâlaga: (von links) Oliver Bozanic, Cristian Ianu und David Zibung. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)
Mit einem Stativ ausgerüstet schiesst Jakob Jantscher Selfies aus ungewohnter Perspektive. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)
Marco Schneuwly (links) ist mit Jakob Jantscher auf dem Weg zum Abfluggate. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)

Warten auf die Koffer: Remo Freuler, Marco Schneuwly, Claudio Lustenberger, Francois Jacques Affolter, Alain Wiss, Leiter Kommunikation Rene Baumann, Assistenztrainer Roland Vrabec, Kaja Rogulj, Ridge Mobulu. (Bild: Martin Meienberger)

«Das super Stadion und die tollen Fans waren Gründe, weshalb ich mich letzten Sommer für Luzern entschieden habe.» Man spürt, dass der FCL für Jantscher mehr als nur eine Durchgangsstation wäre, falls der Erfolg, den die Mannschaft seiner Meinung nach verdient, in der Rückrunde endlich eintrifft. «Was wäre in Luzern los, wenn wir an der Spitze spielen würden? 17 000 Zuschauer, ausverkaufte Ränge, das würde viel mehr Spass machen und uns pushen.»

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Luzern steht am Tabellenende, kämpft in etwas mehr als drei Wochen gegen den Fall in die Challenge League. Jantscher, den in Luzern fast alle «Köbi» rufen, will mit dem Team alles unternehmen, um diesen Albtraum zu verhindern. Für ihn wäre es der zweite Abstieg hintereinander, nachdem er letzte Saison mit Nijmegen in Holland die Klasse nicht halten konnte. Der 16-fache österreichische Nationalspieler schätzt den FCL spielerisch jedoch deutlich stärker ein als seinen Ex-Klub. Selbst Red Bull Salzburg, wo er Meister, Cupsieger und Torschützenkönig wurde, findet er vom fussballerischen Potenzial her weniger gut als Luzern.

Die neue Taktik

In österreichischen Medien schwärmte er von der «spielerisch besten Mannschaft, in der ich je gespielt habe». Zum «Standard» sagte er kürzlich: «Wir müssen den Ligaerhalt mit spielerischen Mitteln schaffen, weil wir keine Kämpfertruppe sind.» Unserer Zeitung bestätigt er diese These: «Wir dominierten in der Vorrunde die meisten Gegner. Natürlich gibt es nicht allein die spielerische Komponente, aber wir können in der Rückrunde nicht nur mit langen Bällen und mit Kampf operieren. Es braucht eine Mischung zwischen der Offensive und der Defensive.» Die Devise heisst «schnelles Umschalten». Trainer und Mannschaft seien daran, diese Erfolg versprechende Taktik einzuüben.

Jantschers Bilanz in Luzern lässt sich bislang sehen. In 19 Pflichtspielen erzielte er 4 Tore und gab 7 Vorlagen. Gestern schmerzten ihn überreizte Muskelfasern im Oberschenkel. In einem internen Turnier zusammen mit Cristian Ianu, Oliver Bozanic und Fidan Aliti belegte er den letzten Platz. Als Captain des Verliererteams musste er ein T-Shirt mit der Aufschrift «Loser» anziehen. Jantscher nahm es mit Humor. «Natürlich ärgert einen der Schlussrang. Letzter sind wir nun schon lange genug in der Liga. Ich brauche ein Leibchen, wo ‹Champion› draufsteht.» In Wirklichkeit stand auf dem Rücken: «Sofort verkaufen!» Ein Satz, der nicht unmittelbar, aber doch im Sommer Tatsache werden könnte. Jantscher verriet dem «Standard»: «Luzern ist trotz Vertrag bis 2017 nicht meine letzte Station.»

Er sei ehrlich, sagt Jantscher. «Ich habe lose Anfragen. Es ist legitim als Profi, alles dafür zu tun, dorthin zu kommen, wo man hinwill.» Im Fussball könne man nicht planen, niemand wisse, was im Sommer ist. «Das Wichtigste ist jetzt, dass wir möglichst schnell unten rauskommen und uns endlich belohnen.»

Daniel Wyrsch aus Marbella

Lezcano ist mit Stäger angereist

Dario Lezcano ist als 25. und letzter Profi nun auch im FCL-Camp in Marbella eingetroffen. Er reiste mit Präsident Ruedi Stäger sowie einigen Investoren und Sponsoren gestern an und nahm bereits am Nachmittagstraining teil. Der 24-jährige Paraguayer hat die ersten zwei Tage des Trainingslagers verpasst, weil er für den Hinflug mit der Mannschaft vom letzten Dienstag zu spät den Reisepass verlängert hatte. «Dabei wiesen wir Dario schon im Juni darauf hin, die Gültigkeit des Passes zu verlängern», ärgert sich FCL-Medienchef René Baumann.

Neben Omar Thali (19), der am Mittwoch in einem internen Trainingsmatch eine Knieprellung erlitt und sicher bis heute pausieren muss, ist auch Thierry Doubai (26) angeschlagen. Der Ivorer drehte gestern bloss Laufrunden, weil die Muskulatur im hinteren Oberschenkel zwickt. Nicht zum ersten Mal.

Schneuwly freut sich über Ianu

Rückkehrer Cristian Ianu (31) hat noch einen leichten Trainingsrückstand. Er und auch Marco Schneuwly (29) glauben, dass sie zusammen in der Rückrunde einen Zweimannsturm bilden könnten. «Es ist noch zu früh, eine Tendenz festzustellen, aber möglich ist es, dass Cristian und ich zu zweit für den FCL stürmen», sagt Schneuwly.