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FUSSBALL: «Jeden Rückschlag steckten wir weg»

FCL-Verteidiger Jérôme Thiesson hat sich wie das ganze Team aufgefangen. Trotz klarem Aufwärtstrend warnt er vor einer allfälligen Euphorie.
Luzerns Jérôme Thiesson (in Blau) am Samstag im Spiel gegen den FC Zürich im Duell mit Oliver Buff. (Bild: Freshfocus/Steffen Schmidt)

Luzerns Jérôme Thiesson (in Blau) am Samstag im Spiel gegen den FC Zürich im Duell mit Oliver Buff. (Bild: Freshfocus/Steffen Schmidt)

daniel wyrsch

Jérôme Thiesson (28) stammt aus Zürich, er wurde im FCZ-Nachwuchs gross. Er lächelt am Sonntag nach dem Auslaufen, als er auf die «Zürcher Woche» des FC Luzern angesprochen wird, und sagt: «Die vier Punkte aus zwei Spielen in Zürich sind toll.» Acht Tage nach dem 1:1 bei GC folgte am Samstag der 1:0-Sieg gegen den FCZ an gleicher Stätte im Letzigrund. Das ist notabene auf fremdem Terrain der erste Vollerfolg der Innerschweizer seit dem 23. September 2015, als sie in Vaduz 2:1 gewannen.

Keine Erklärung für miesen Start

Luzern blickt nach zehn Runden der Rückrunde auf zwei völlig gegensätzliche Phasen zurück: zuerst fünf Niederlagen hintereinander sowie das Cup-Aus im Halbfinal gegen Lugano und zuletzt fünf ungeschlagene Spiele mit elf Punkten (drei Siege, zwei Unentschieden). Hat Thiesson eine Erklärung für diesen Umschwung? «Nein, eigentlich nicht. Wenn wir den Grund gekannt hätten, dann hätten wir die Negativserie zu verhindern versucht.» Wie man eine Wende schaffen kann, glaubt er aber doch zu wissen: «Das Geheimnis ist, dass wir trotz dieser negativen Erlebnisse immer drangeblieben sind und an unsere Stärken geglaubt haben. Wir wussten, dass wir es können. Jeden Rückschlag steckten wir weg. Jetzt zahlt sich diese Beharrlichkeit endlich aus.»

Für den Aussenverteidiger ist die persönliche Wende zum Guten vor den beiden Spielen in Zürich gekommen. Die Entzündungen im Knie klangen ab. Seit dem Match gegen GC könne er sich «wieder frei bewegen und voll rennen». Trotzdem will Thiesson diese körperliche Angeschlagenheit nicht als Alibi benutzen: «Wie viele andere habe ich zum Auftakt der Rückrunde die Leistungen nicht gebracht.» Erleichtert stellt er fest: «Umso schöner ist es jetzt, dass wir aus diesem Tief herausgefunden haben.»

Eine heikle Aufgabe musste Thiesson am Samstag mit der Bewachung von FCZ-Joker Kevin Bua (22) erfüllen. Der Linksaussen hatte als Einwechselspieler in den letzten vier Einsätzen immer ein Tor erzielt. «Ich stellte mich darauf ein, dass Bua ins Spiel kommt. Der Vorteil ist, dass man bereits im Rhythmus ist, während es für eingewechselte Spieler nie einfach ist.» Als Bua in der 56. Minute auf den Platz kam, führte der FCL bereits 1:0. «Wir haben so gut verteidigt, dass es mir das ganze Team viel einfacher gemacht hat», lobt Thiesson seine Mitspieler. «Teilweise waren wir zu sechst in der Abwehr. Unsere Aussenspieler Jahmir Hyka und Christian Schneuwly haben stark nach hinten gearbeitet. Genau so, wie es sein sollte.» Thiesson ist bescheiden wie immer. Die Aussage, er habe auch seinen Teil zur Neutralisierung von Bua beigetragen, muss man ihm beinahe abringen.

Mit Rahmen passt es

Der verheiratete Thiesson absolviert übrigens eine Fernfachhochschule. Kürzlich hat er das erste Semester beendet, das Ziel seines Studiums ist der Bachelor in Betriebsökonomie. Die Berufsmittelschule schloss er schon früher ab. «Für mich ist es leistungsfördernd, wenn ich neben dem Fussball etwas habe, bei dem ich völlig abschalten kann.» Natürlich seien die Abschlüsse für das spätere Berufsleben ein Vorteil. Doch noch ist kein Ende seiner sportlichen Laufbahn in Sicht. Der Vertrag mit Luzern, wo er seit fünf Jahren spielt, läuft bis Sommer 2017.

Was hat sich aus seiner Sicht geändert, seit Patrick Rahmen für den freigestellten Roland Vrabec FCL-Co-Trainer ist? «Patrick ist ein anderer Typ, aber rein von der Arbeitsaufteilung her zwischen Trainer Markus Babbel und dem Assistenztrainer ist es fast nahtlos und ziemlich gleich weitergegangen. Umso besser ist es, dass wir mit dieser Führungsform erneut erfolgreich sind.»

Rahmen nehme wie zuvor Vrabec Coachingfunktionen wahr. «Er nimmt Einfluss, wie das vorgesehen ist. Er macht seinen Job bislang super.» Der FCL (5.) schnuppert nun wieder an der Europa League, die Rückstände auf Sion (4.) und GC (3.) betragen acht Runden vor Schluss vier und fünf Punkte. Thiesson: «Fakt ist, dass wir es momentan nicht in den eigenen Füssen haben. Wir gehen in jedes Spiel, um drei Punkte zu holen.» Am Schluss würden sie dann sehen, wo sie stehen. Er warnt vor einer Euphorie. Er glaubt, dass sie nach den letzten Rückschlägen etwas kleinere Brötchen backen und ein Spiel nach dem anderen nehmen sollten.

Schlappe gegen YB ist noch präsent

Freut er sich auf das Heimspiel gegen YB (Mittwoch, 20.30), in dem die Vorzeichen endlich positiv sind? «Wir freuen uns immer auf die Heimspiele, egal, wie schwierig oder schön die Ausgangslage ist. Jetzt kommen die Young Boys, gegen die wir im letzten Match eigentlich eine gute Leistung zeigten.» Die 2:5-Niederlage ist nicht vergessen. «Wir wollen eine Reaktion zeigen und beweisen, dass wir auch resultatmässig fähig sind zu bestehen.»

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