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FUSSBALL: Jubiläum soll Babbel Glück bringen

Wenn Luzern am Mittwoch (20.45 Uhr, SRF zwei) in Sion den Cup-Halbfinal bestreitet, feiert Markus Babbel sein 100. Spiel als FCL-Trainer. Mit einem Sieg käme er hier dem Ruhm seiner Landsleute Rudi Gutendorf und Friedel Rausch nahe.
Daniel Wyrsch
Nur einen Punkt holten die Luzerner im Tourbillon unter der Ägide von Markus Babbel. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Luzern, 7. August 2016))

Nur einen Punkt holten die Luzerner im Tourbillon unter der Ägide von Markus Babbel. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Luzern, 7. August 2016))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Die Mission Cupfinal-Einzug hat der FC Luzern bereits am Dienstagmorgen gestartet. Im blauen Mannschaftsbus sind die Innerschweizer ins Wallis gereist. Gleichentags und am Mittwochvormittag sind je ein Training vor der imposanten Bergkulisse um Sion auf dem Programm gestanden. «Wir sind früher als sonst angereist, damit sich die Spieler ohne Ablenkungen von zu Hause ganz auf ihre Aufgabe vom Mittwochabend fokussieren können», begründet Markus Babbel.

Der FCL-Trainer weiss, wie schwierig der Gang ins Tourbillon ist. Babbel hat mit den Blauweissen in vier Anläufen nur einmal einen Punkt aus Sion mit nach Hause genommen. Überhaupt ist der letzte Luzerner Sieg im Wallis schon fast fünf Jahre her: am 23. Mai 2012 gewann die Mannschaft unter Murat Yakin 3:1. Viel wichtiger war der Vollerfolg nur eineinhalb Monate zuvor im Tourbillon: Der FCL besiegte den Constantin-Klub im Cup-Halbfinal 1:0. Der heutige FCZ-Angreifer Adrian Winter hatte nach einem präzisen Steilpass des inzwischen aussortierten Verteidigers Sally Sarr das Siegtor geschossen.

Für Sion-Trainer Zeidler würde das Cup-Aus das persönliche Aus sein

Taktikfuchs Murat Yakin hatte das Team hervorragend eingestellt. Das Cup-Aus bedeutete für Sion-Trainer Laurent Roussey (55) die zweite von inzwischen schon drei Entlassungen unter Präsident Christian Constantin. Auch Peter Zeidler (54) könnte sich das Ausscheiden aller Voraussicht nach nicht leisten. Sion ist bekanntlich die Schweizer Cup-Mannschaft schlechthin. 13 Cupsiege in 13 Finals sind der Grund für den Mythos. Heuer, wenn der Final am 25. Mai in Genf stattfindet, wollen wieder Zehntausende Walliser den FC Sion zum Cup­triumph schreien. Egal, ob Serienmeister Basel am Mittwoch (18.45, SRF zwei) in Winterthur sein Final­ticket löst.

Doch der FCL ist ebenfalls entschlossen, das dritte Mal die silberne, rund sieben Kilo schwere Sandoz-Trophäe zu stemmen. Der 44-jährige Babbel will als dritter deutscher Trainer nach Rudi Gutendorf (90) 1960 und Friedel Rausch (77) 1992 in die Vereinsannalen eingehen. Für Babbel wäre es bereits ein enormer Prestigeerfolg, wenn er am Mittwoch in seinem 100. Pflichtspiel als FCL-­Coach den Finaleinzug schaffen würde.

In der Liga waren nur Rausch und Yakin erfolgreicher als Babbel

Es wäre der siebte Cupfinal mit Luzerner Beteiligung: Neben den erwähnten zwei Titelgewinnen verlor Luzern 1997 gegen Sion, 2005 gegen Zürich sowie 2007 und 2012 gegen Basel. Babbel hat seine primären Ziele hier bislang erreicht. In der ersten Saison, in der er nach einem Drittel der Spiele von Carlos Bernegger das Team auf dem letzten Rang übernahm, führte er die Mannschaft auf Platz 5. In der letzten Spielzeit wurde der FCL gar Dritter – und momentan sind die Innerschweizer mit sechs Punkten Vorsprung auf Verfolger St. Gallen (5.) Vierter. Nur unter Rausch, der 1989 den einzigen Meistertitel feierte, und mit Yakin 2012 als Zweiter war Luzern erfolgreicher.

Dazu hat der Bayer junge einheimische Spieler (Hekuran Kryeziu, ­Nicolas Haas, Filip Ugrinic und Jonas Omlin) in die Super-League-Mannschaft einbauen können. Trotzdem ist zuletzt die Stimmung im Verein gedämpft gewesen. Aus den letzten sechs Ligaspielen resultierte kein Sieg, lediglich vier Unentschieden und dazu zwei Niederlagen. Weh tat besonders das 0:2 am Sonntag in der Swisspor-Arena gegen Lugano.

Doch Babbel hatte in Luzern schon viel schlimmere Tiefs – immer im Zusammenhang mit sechs aufeinanderfolgenden Partien ohne Sieg – zu überstehen. So zu Beginn der Rückrunde vor einem Jahr, als er inklusive dem verlorenen Cup-Halbfinal gegen Lugano sechsmal hintereinander verlor. Der damalige Präsident stand diese Krise mit dem Coach durch, ehe Ruedi Stäger gehen musste.

Eine weitere Baisse erfasste den FCL und Babbel im letzten Spätsommer: Sechs Spiele mit nur einem einzigen Punktgewinn. «Diese negativen Sechserserien machen mich halb wahnsinnig. Ich hätte nichts dagegen, wenn die jetzige Serie am Mittwoch in Sion zu Ende gehen würde», sagt Babbel. Ob im Erfolg oder Misserfolg, der deutsche Europameister von 1996 und Ex-Profi von Bayern München, Liverpool und Stuttgart ist in den zweieinhalb Jahren beim FCL mit Ausnahme von seltenen Zwistigkeiten mit Schiedsrichtern immer erstaunlich ruhig und sich selbst treu geblieben.

Omlin steht im FCL-Tor und vor der Vertragsverlängerung

Sein Vertrauen dürfen am Mittwoch im wichtigsten Saisonspiel die erwähnten eigenen Talente zu spüren bekommen: Omlin wird erneut im Tor stehen, sein auslaufender Vertrag steht vor der Verlängerung. Kryeziu und Haas werden das defensive Mittelfeld bilden – und Ugrinic dürfte ein weiteres Mal von der Bank aus ins zentrale Aufbauspiel eingreifen.

Wie der jetzt dienstälteste Trainer der Super League Luzern am Mittwoch in Sion zum Coup im Cup führen will, weiss Babbel: «Wir müssen 100 Prozent überzeugt sein, dass wir weiterkommen. Zweifel sind nicht erlaubt. Und wir müssen einen enormen Aufwand betreiben.»

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