FUSSBALL: Junge haben es beim FCL schwer

Der Vergleich mit den anderen Klubs in der Super League zeigt: Beim FC Luzern sind die Newcomer am zweitwenigsten zu Einsätzen gekommen.

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Eines der aussichtsreichsten Talente beim FCL: der 19-jährige Mittelfeldspieler Nicolas Haas (rechts). (Bild: Madeleine Duquenne/meienberger-photo)

Eines der aussichtsreichsten Talente beim FCL: der 19-jährige Mittelfeldspieler Nicolas Haas (rechts). (Bild: Madeleine Duquenne/meienberger-photo)

Daniel Wyrsch

Mit Andy Egli (56) wird per Ende Saison der Nachwuchschef den FC Luzern verlassen. Er hat die letzten zwei Jahre bei den Zentralschweizern gewirkt. Ob es am Leiter der Juniorenabteilung liegt, dass es beim FCL für einen jungen Spieler offensichtlich schwierig ist, den Durchbruch in der Super League zu schaffen, kann nicht beantwortet werden. Da es aber in den fünf Jahren unter Eglis Vorgänger Laurent Prince (45) ebenfalls kein Spieler geschafft hat, deutet alles auf eine grundsätzlich schlechte Durchlässigkeit beim FCL hin. Noch bevor Prince, der jetzige Technische Direktor des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), Luzerns Nachwuchs leitete, hatte sich Alain Wiss (24) als letztes Eigengewächs in der Saison 2007/08 unter Trainer Ciriaco Sforza durchgesetzt. Seither konnte sich kein Spieler aus der eigenen Jugend einen Stammplatz ergattern.

Unsere Zeitung wollte daher wissen, zu wie vielen Einsätzen junge Debütanten in der letzten und in der laufenden Saison beim FCL und in den anderen neun Klubs der Super League gekommen sind. Die Daten stellte die Swiss Football League (SFL) zur Verfügung.

Geringer Ertrag für 2 Mio. Aufwand

Luzern, das pro Jahr weit über zwei Millionen Franken in die Junioren steckt, belegt dabei den zweitletzten Platz. Nur Serienmeister Basel kommt auf weniger Einsätze von Newcomern in der höchsten Schweizer Liga. Unter Paulo Sousa ist heuer kein einziger Debütant eingesetzt worden. Bei Murat Yakin war es im Vorjahr besser. Fünf Neulinge brachten es zusammen auf 20 Einsätze. Einer davon: FCB-Juwel Breel Embolo. Beim FCL gaben in der letzten Saison Fidan Aliti (8 Spiele) und Ferid Matri (2, nun ausgeliehen an Wil) ihren Einstand. In der laufenden Spielzeit sind bislang Ridge Mobulu (11), Claudio Holenstein (2, nun ausgeliehen an Wohlen), Jonas Omlin (1) und Nicolas Haas (1) zu ihren Debüts gekommen.

Am besten schneiden die Aufsteiger Aarau und Vaduz ab. Unter den etablierten Klubs gehört St. Gallen Platz eins. Roberto Rodriguez und Daniele Russo haben letzte Saison den Durchbruch geschafft, Marco Aratore und Pascal Thrier klopfen heuer heftig an die Tür des Oberhauses. Beim FCL setzt nun offenbar ein Umdenken ein. Gestern trainierten gleich fünf U-21-Spieler mit den Profis: Haas, Omlin, Omar Thali, Remo Arnold und Joao De Oliveira.