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FUSSBALL: Kritikflut: Ist Affolter zu weich?

Wie weiter beim FC Luzern? Die vierte Rückrundenniederlage nagt am Selbstvertrauen. Sportdirektor Alex Frei wird aktiv, muss aber zuerst einen Neuen verteidigen.
Daniel Wyrschdaniel Wyrsch
Steht zunehmend in der Kritik: FCL-Verteidiger François Affolter. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Steht zunehmend in der Kritik: FCL-Verteidiger François Affolter. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

François Affolter wird am Donnerstag 23-jährig. Er gilt noch immer als hoffnungsvoller Schweizer Innenverteidiger. Allerdings hat er bei seinem Einstand für den FC Luzern keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Der Romand ist bislang dreimal über 90 Minuten im Einsatz gestanden. Nur gegen harmlose St. Galler gelang ihm eine genügende Leistung. Gegen YB und letzten Sonntag in Sion leistete er sich Aussetzer, die zu gegnerischen Toren führten. Nach der 2:3-Niederlage im Wallis setzte bei unserer Zeitung eine Kritikflut gegen den fünffachen Nationalspieler ein. «Affolter geht viel zu weich in die Zweikämpfe», meint beispielsweise ein langjähriger FCL-Fan entrüstet. Diese Einschätzung teilt auch der mehrfache NLA-Torschützenkönig Petar Aleksandrov (51): «Mein Gott, beim zweiten Gegentor in Sion tut er Léo Itaperuna überhaupt nicht weh, er lässt den Brasilianer unbedrängt einschiessen.» Der Ex-FCL-Goalgetter findet, Affolter habe schon bei YB filigran gespielt, und setzt ein Ausrufezeichen: «Das ist ein ‹Schoggi›-Job für den Stürmer, wenn er auf einen derart körperlos agierenden Verteidiger trifft.»

Diese Worte aus berufenem Mund müssen Luzerns Trainer Carlos Bernegger zu denken geben. Nächster Gegner ist ausgerechnet der FC Zürich, der sich nach sechs Siegen in Folge in Hochform befindet und mit Mario Gavranovic den Torschützenleader (11 Treffer) in der Spitze hat.

Mit Lotterabwehr gegen Zürich?

Sportdirektor Frei will auf das schwierige Spiel zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen. Er bittet das FCL-Umfeld, mit Affolter Geduld zu haben. «François regt sich am meisten über seine Fehler auf, aber ihm fehlt ganz einfach noch die Spielpraxis.» Alex Frei hat Affolter Mitte Dezember von YB verpflichtet und ihm einen Vertrag bis Juni 2018 gegeben. Deshalb steht auch der frühere Captain des Nationalteams mit diesem ziemlich riskanten Transfer etwas unter Druck. Frei sagt denn auch über Affolter: «Er hat sicher noch Luft nach oben.»

Die Frage ist: Kann es sich Bernegger nach vier Niederlagen in sechs Rückrundenspielen gegen den plötzlich um die Meisterschaft spielenden FCZ leisten, weiter auf seine Lotterabwehr mit Tomislav Puljic und Affolter zu setzen, wenn die beiden offensichtlich nicht miteinander harmonieren?

Luzern wird gegen die Zürcher als klarer Aussenseiter auflaufen. Mahmoud Kahraba und Alain Wiss sind gesperrt. Die Zentralschweizer müssen nach dem verpfuschten ersten Drittel der zweiten Saisonhälfte das Selbstvertrauen und den Teamgeist wieder finden. Nach dem freien Montag trainieren sie heute wieder. Frei wird nach der enttäuschenden Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Sion heute mit den Profis sprechen. Es ist anzunehmen, dass er den Mitgliedern des Luzerner Fanionteams ins Gewissen redet. Es geht auch um ein Versprechen von Frei. In unserer Zeitung hatte er vor Weihnachten gesagt: «Ich garantiere, wir brechen nicht ein.» Je nach subjektiver Sichtweise ist der FCL aber bereits eingebrochen.

Klartext an die Träumer

Frei verweist auf die Tabelle, in welcher der FCL immer noch Fünfter ist. Wie jeder Sportchef fordert er Geduld, um dann deutlicher zu werden: «In Luzern muss man endlich wissen, was tatsächlich möglich ist, und aufhören, von unrealistischen Dingen zu träumen.»

Frei hat einen heiklen Job. Der Klub muss sparen und der Sportchef das Team günstiger machen und verjüngen. Dabei sollte die Qualität besser werden. Ein schwieriger Spagat – Fehleinkäufe sind verboten.

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