FUSSBALL: Kryeziu könnte den FCL bald verlassen

FCL-Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu (24) hat sich in dieser Saison erneut deutlich gesteigert. Der gebürtige Küssnachter schliesst einen Wechsel im Sommer nicht aus. Sportkoordinator Remo Gaugler unterstützt ihn.

Daniel Wyrsch
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Leistungsträger beim FCL: Hekuran Kryeziu (links), hier im Duell mit YB-Mittelfeldmann Sekou Sanogo. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 12. Februar 2017)

Leistungsträger beim FCL: Hekuran Kryeziu (links), hier im Duell mit YB-Mittelfeldmann Sekou Sanogo. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 12. Februar 2017)

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Hekuran Kryeziu gehört zu den besten Spielern beim FC Luzern. Beim einzigen Meisterschaftssieg in der bisherigen Rückrunde, dem 4:1 gegen die Young Boys, spielte er gross auf, erzielte just an seinem 24. Geburtstag das wichtige Führungstor. Mindestens gleichbedeutend war der zentrale Aufbauer beim 5:3-Erfolg im hektischen Cup-Viertelfinal in Aarau und vorgestern beim mit viel Pech verpassten Heimsieg gegen GC. Das Spiel endete bekanntlich 1:1, das bereits dritte Unentschieden im noch jungen Jahr. Kryeziu gewann die Zweikämpfe und war spielerisch der Beste.

Trotz der grossen Fortschritte, die Kryeziu erneut gemacht hat, ist er ein selbstkritischer Profi geblieben. Nach der 1:3-Niederlage in Basel meinte er letzte Woche: «Ich war nicht zufrieden mit meiner Leistung. Es ist mir nicht gelungen, den gewünschten Einfluss auf unser Spiel zu haben.»

Entscheid zu Gunsten seines Heimatlandes

Der in Küssnacht am Rigi aufgewachsene Kryeziu ist eine grundehrliche Person. Er hat sich in diesem zunehmend von kritikempfindlichen Besitzern geführtem Geschäft seine Offenheit ­bewahrt. So meinte er vor dem Rückrundenstart in einem längeren Interview auf Tele 1, dass sein Vater gut damit leben könnte, wenn er für die Schweiz statt für die Nationalmannschaft des Kosovo spielen würde. Nicht zuletzt habe er aber den Entscheid zu Gunsten des Heimatlandes seiner Eltern gefällt, weil er für das kosovarische Team internationale Pflichtspiele bestreiten könne. In der stark besetzten Schweizer Auswahl wäre das nicht möglich gewesen.

Zum Schluss des Gesprächs sagte Kryeziu: «Ich bin nicht der Typ, der weit nach vorne schaut. Dazu gibt es ein Sprichwort, das mir gefällt: ‹Der Mensch macht Pläne, und das Schicksal lacht darüber.›» Und: «Das Wichtigste im Fussball und überhaupt im Leben ist die Gesundheit. Ich möchte gesund bleiben, beim FCL eine wichtige Rolle haben, damit wir mit dem Team einen erfolgreichen Fussball spielen können.» Eine weitere Aussage lässt allerdings tief blicken: «Ich habe ­einen Vertrag beim FCL bis 2018, ob ich den erfülle oder nicht, das werden wir sehen.» Da steht klar und deutlich im Raum, dass Kryeziu Luzern verlassen möchte, sofern ein Angebot passt.

Gaugler findet, Kryezius nächster Schritt sei logisch

Ist sich FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler bewusst, dass dieser gereifte, klubeigene Mittelfeldspieler den Verein im Sommer verlassen könnte? «Klar, ich führe mit ‹Heki› sehr gute Gespräche.» Für Gaugler wäre der Abgang von Kryeziu logisch: «Er muss im Sommer den nächsten Schritt machen, ich unterstütze ihn dabei. Gemeinsam arbeiten wir auf dieses Ziel hin.»

Kryeziu könnte quasi der nächste Remo Freuler (25) des FCL werden, der vor 13 Monaten für 1,5 Millionen Franken zu Atalanta Bergamo wechselte und sich in der Serie A durchsetzte. Gaugler erkennt aber einen grossen Unterschied zwischen den beiden Freunden: «Kryeziu ist einer vom FCL. Für ihn muss, wenn er geht, ein eigener Spieler aus dem Verein nachrücken.»