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FUSSBALL: Lezcano fiebert Comeback entgegen

FCL-Stürmer Dario Lezcano (25) hat die acht Spielsperren verbüsst. Der Paraguayer will sich vor der Winterpause noch einmal von seiner besten Seite zeigen.
Der lang ersehnte Sprung von der Tribüne zurück auf das Spielfeld: Dario Lezcano in der Swissporarena. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Der lang ersehnte Sprung von der Tribüne zurück auf das Spielfeld: Dario Lezcano in der Swissporarena. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Daniel Wyrsch

Gut gelaunt hat sich Dario Lezcano gestern Nachmittag den Fragen der Medien gestellt. Der 25-jährige Stürmer ist froh, kann er wieder für den FC Luzern auf Torjagd gehen. Fast zwei Monate durfte er in der Schweiz kein Pflichtspiel mehr bestreiten. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League (SFL) hatte ihn für seinen Ausraster gegen Schiedsrichter Fedayi San im Heimspiel gegen die Grasshoppers (3:3) für acht Partien gesperrt. Lezcano hat diese Szenen hinter sich gelassen, er will nicht mehr an diesen vielleicht schlimmsten Moment seiner Karriere zurückdenken. «Ich schaue nach vorne, kann endlich wieder spielen», sagt er. Am Sonntag (13.45) in Sion kehrt er zurück auf die Bühne der Super League.

Lezcano hat bereits in den Trainings dieser Woche eine Hauptrolle gespielt. Zusammen mit Marco Schneuwly (5 Treffer) hat der neunfache Torschütze in den internen Übungspartien eine Doppelspitze gebildet. «Die Trainer Markus Babbel und Roland Vrabec haben mir gezeigt, dass ich ein wichtiges Puzzleteil dieser Mannschaft bin», sagt der Topskorer nicht ohne Stolz. Lezcano gibt offen zu, wie wichtig ihm eine solche Ankerkennung ist. Ein besonderer Spieler will er sein. «Das ist er auch», sagt Babbel, «Dario ist ein herausragender Profi der gesamten Super League.» Lezcanos Comeback ist für den FCL eine Motivationsspritze in einer schwierigen Phase, die zuletzt mit nur zwei Punkten aus vier Spielen sehr ernüchternd verlaufen ist.

In Paraguay Selbstvertrauen getankt

Die Rolle des Hoffnungsträgers nimmt Lezcano gerne an. Sie motiviert ihn. «Ich habe deswegen überhaupt nicht das Gefühl, dass ich in Sion den Match allein entscheiden müsste. Mit Ruhe und Gelassenheit vertraue ich auf meine Fähigkeiten, um meinen Teil zu einem erfolgreichen Spiel beizutragen.»

Viel Selbstvertrauen hat er vor drei Wochen in seiner Heimat Paraguay getankt. Erstmals hat er für die Nationalmannschaft gespielt. «Ich war selber überrascht, dass ich im WM-Qualifikationsspiel gegen Argentinien in der Anfangsformation stand», erzählt Lezcano mit glänzenden Augen. Ein Bubentraum ist für ihn damit in Erfüllung gegangen. Vom Tempo und der Intensität her sei die Partie nicht zu vergleichen mit der Schweizer Liga. «Es ging hin und her ohne jegliche Pause zum Durchatmen.» Obwohl das Spiel 0:0 endete, war es ein attraktiver Match. «Ich konnte mich beim Debüt positiv in Szene setzen», sagt Lezcano. Ramon Diaz, der argentinische Trainer Paraguays und frühere Nationalteam-Mitspieler von Diego Maradona, habe ihm bei der Integration sehr geholfen. «Ramon Diaz hat viel mit mir gesprochen und mich so unkompliziert behandelt, wie es sonst nur Teamkollegen tun.»

Sie nennen ihn «Motochorro»

Die Mitspieler seien ebenso freundlich mit ihm umgegangen. Der Ex-Basler Derliz Gonzalez ist in der Nationalmannschaft zu Lezcanos Freund geworden. In der «Albirroja», wie die Landesauswahl in Paraguay genannt wird, haben sie ihm gleich einen Spitznamen verpasst. «Motochorro» nennen sie ihn dort. Lezcano glaubt, dass in Luzern keiner wisse, was das Wort bedeute. Deshalb hier die Erklärung: In Paraguay sind Diebe häufig auf Töffs unterwegs und entreissen den Leuten Wertgegenstände. Der FCL-Profi hat den Übernamen bekommen, weil er auf dem Platz so flink und frech auftritt wie ein «Motochorro».

Es kann auch die Bundesliga sein

Wenn es nach Dario Lezcano geht, wird er seine Qualitäten nicht mehr lange für den FC Luzern zeigen. «In der Winterpause möchte ich wechseln», sagt er. In der Zwischenzeit muss es nicht mehr unbedingt Spaniens Primera Division sein, er könnte sich auch mit Deutschland und der Bundesliga anfreunden. «Bei der Vertragsverlängerung mit Luzern bis Sommer 2017 habe ich vereinbart, dass ich ab einer bestimmten Ablösesumme den Klub vorzeitig verlassen kann.» Wie hoch der Transferbetrag mindestens sein muss, darüber wollte er keine Auskunft geben. Das sei Sache des Vereins. Sein Marktwert ist mit dem Länderspiel-Debüt und dem neuerlichen Aufgebot für die WM-Ausscheidungsspiele gegen Peru und Bolivien auf über 3 Millionen Franken gestiegen.

Lezcano will sich vor der Winterpause in den vier Ligaspielen gegen Sion, Thun, Basel und YB sowie im Cup-Viertelfinal gegen Aarau noch einmal von seiner besten Seite im FCL-Dress zeigen. «Wenn ich bis Ende der Vorrunde auf 15 Tore komme, dann werde ich den abschneiden», sagt er und zeigt auf seinen neuen Bart. Dabei zwinkert er mit den Augen. «Schreibt das nicht, es ist als Witz gemeint.» Der Schalk sitzt ihm im Nacken. Kein Wunder, Lezcano kehrt zurück auf seine heiss geliebte Bühne, den Fussballplatz.

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