Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FUSSBALL: Löst FCL Kahraba-Option ein?

An FCL-Stürmer Mahmoud Kahraba scheiden sich die Geister. Sicher ist nur: Der 19-Jährige ist für Carlos Bernegger am Sonntag (16.00) in St. Gallen unverzichtbar.
Daniel Wyrsch
Mahmoud Kahraba (rechts) und Dimitar Rangelov: zwei Stürmer, die sich auf und neben dem Platz gut verstehen. (Bild Philipp Schmidli)

Mahmoud Kahraba (rechts) und Dimitar Rangelov: zwei Stürmer, die sich auf und neben dem Platz gut verstehen. (Bild Philipp Schmidli)

Mahmoud Kahraba ist mit 7 Toren in 14 Spielen Luzerns bester Liga-Schütze. «Dabei hat er oft nur Teileinsätze gehabt», stellt FCL-Sportchef Alex Frei (34) fest. Der 19-jährige Ägypter stand tatsächlich nur total 718 Minuten auf dem Platz. Ex-Torschützenkönig und Rekordschütze der Schweizer Nationalmannschaft Frei meint: «Kahraba gehört somit zu den effizientesten Stürmern der Liga.»

Trotz der hervorragenden Torquote in diesem jugendlichen Alter scheiden sich am Nordafrikaner die Geister. Die einen schwärmen von Kahraba, weil er unbekümmert drauflosstürmt, trickreich und gefährlich ist, die anderen kritisieren ihn für den übertriebenen Eigensinn und das offensichtlich fehlende taktische Verständnis. Wie geht Carlos Bernegger (44) mit diesen Gegensätzen beim Rohdiamanten um? Der FCL-Trainer sagt, er müsse ihn begleiten, nicht nur den Sportler, sondern auch den Menschen. «Der Mensch kommt mittlerweile zurecht in der Schweiz und in Luzern, er verkraftet die grossen kulturellen Unterschiede. Denn dies wird letztlich beeinflussen, in welchem Gemütszustand er auf den Platz geht.»

Rangelov unterstützt Kahraba

Damit sich Kahraba, der nur wenig Englisch und trotz regelmässigem Unterrichtsbesuch kein Deutsch spricht, wohler fühlt, hat ihm der Verein einen Betreuer zur Seite gestellt. Einen Ägypter, der schon lange in Kriens lebt. Kahrabas Bruder ist gerade auf Besuch. Nächste Woche hat Bernegger mit Kahraba abgemacht. «Doch wir brauchen für unser Treffen einen Übersetzer, sonst würde es eine lustige Unterhaltung geben.» Ein Kränzchen windet der Coach dem bulgarischen Nationalstürmer Dimitar Rangelov (31). «Dimitar hat sehr viel getan für die Integration von Kahraba, er hat sich seiner angenommen im Trainingslager und danach.» Das ist eine Facette, die man von Rangelov nicht gekannt hat. Bernegger: «Er macht viel Gutes, wovon die Öffentlichkeit nichts weiss.»

Bernegger geht Risiko ein

Mit Kahraba würden sie in einem Entwicklungsprozess stehen. «Wenn er lernt, nicht nur nach dem Prinzip Improvisation und Lust nach vorne zu spielen, sondern seine Leistung im und mit dem Team zu bringen, dann kann er besser werden.» Bei eigenem Ballbesitz sei der Nationalspieler ein Ausnahmekönner, stark einer gegen einen und torgefährlich. «Bei gegnerischem Ballbesitz vernachlässigt er seine Aufgaben, dann sind wir schnell in Unterzahl, und Mitspieler kommen in Schwierigkeiten.» Bernegger, der öfter wegen Kahraba Blut schwitzt, verspricht: «Ich bin bereit, dieses Risiko für ein Talent einzugehen. Verhindern will ich Kahraba nicht, als unser momentan gefährlichster Angreifer spielt er auch in St. Gallen, aber er muss sich der Situation bewusst sein und Empathie für die Mitspieler zeigen. Nur so wird er Karriere machen.»

Kahrabas Einschätzung zu Salah

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Luzern für Kahraba nur ein Sprungbrett in eine Topliga sei, wie es für Landsmann Mohamed Salah (21) Basel war. Bernegger sagt lächelnd: «Kahraba hat mir etwas anderes gesagt. Er findet, dass Salah zu früh zu Chelsea wechselte.»

Der Coach rät Leihspieler Kahraba zu bleiben. «60 Spiele, zwei Saisons sollte er hier spielen.» Luzern kann die Kaufoption bei Enppi Kairo bis Ende Saison einlösen. «Wir werden uns in den nächsten Wochen entscheiden müssen. Die Option hat ihren Preis», sagt FCL-Präsident Ruedi Stäger (56). Geschätzte 1 Million Franken. Der Entscheid liege beim Klub. «Würden wir eine zusätzliche Deckung benötigen, müssten die Investoren mitentscheiden.» Es heisst, FCL-Aktionär Samih Sawiris (56) würde Landsmann Kahraba finanzieren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.