FUSSBALL: Lugano will Omlin und Schneuwly

Der FC Lugano braucht am Freitag gegen den FC Luzern einen Punkt, um sicher in die Europa-League- Gruppenphase einzuziehen. Lugano würde wohl in der Swisspor-Arena spielen – und begehrt zwei FCL-Spieler.

Daniel Wyrsch
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Ungewisse Zukunft: Wird FCL-Goalie Jonas Omlin seinen Fans bald Adieu sagen? (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 29. Mai 2017))

Ungewisse Zukunft: Wird FCL-Goalie Jonas Omlin seinen Fans bald Adieu sagen? (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 29. Mai 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Der FC Lugano ist die Überraschungsmannschaft der Saison. Übermorgen Freitag (20.30) haben die Tessiner die grosse Chance, mit einem Punktgewinn im Heimspiel gegen den FC Luzern direkt in die Gruppenphase der Europa League einzuziehen. Denn nach dem Sieg von Meister Basel im Cupfinal gegen Sion berechtigt der dritte Rang in der Meisterschaft zu einem Platz im Europacup.

Lugano wird alles dafür tun, das Fernduell gegen Sion (Heimspiel gegen GC) für sich zu entscheiden. Drei Punkte beträgt der Vorsprung der «Bianconeri» vor der letzten Runde. Würde Lugano allerdings gegen Luzern verlieren und Sion die Grasshoppers besiegen, könnten die Walliser dank des klar besseren Torverhältnisses gegenüber Lugano den begehrten Platz 3 zurückerobern.

Lugano lockt mit Geld und Europacup-Schaufenster

Das Ticket für die Europa-League-Gruppenphase ist 3 Millionen Franken wert. Luzern kann gegen Lugano höchstens die Spielverderber-Rolle einnehmen. Wie auch immer der Match im Cornaredo-Stadion ausgehen wird, bleibt die Mannschaft von Trainer Markus Babbel auf Rang 5. Ab 13. Juli wird der FCL in der 2. Runde der Qualifikation zur Europa League einsteigen. Drei Gegner müssten die Innerschweizer ausschalten, um die lukrative Gruppenphase zu erreichen. Daran glauben momentan nicht einmal die Verantwortlichen, die dazu gezwungen sind, «das Budget einzuhalten», wie sie beim FCL ständig betonen.

«The winner takes it all», sang schon vor Jahrzehnten die schwedische Erfolgsband Abba. Der Sieger bekommt alles – die Aussage passt auch zur Situation von Lugano gegenüber Luzern. Als Abstiegskandidat starteten die Südschweizer in die Rückrunde. Mit dem neuen italienischen Trainer Paolo Tramezzani haben Ezgjan Alioski, Armando Sadiku, Davide Mariani und Co. in bisher 17 Spielen 35 Punkte geholt, fast doppelt so viele wie Luzern (18). Die 3 Millionen Franken Startgeld aus der Europa League in Griffnähe, streckt Lugano-Präsident Angelo Renzetti nun seine Fühler nach Verstärkungen aus. So liegen gleich zwei Luzern-Profis lukrative Offerten vor: Goalie Jonas Omlin (23) und Goalgetter Marco Schneuwly (32) sollen ennet den Gotthard gelockt werden.

Die Betroffenen geben übliche Standardantworten

Ein Transfer von Schneuwly würde wenig überraschen. Der Freiburger und sein Bruder Christian (29) wollten ihren bis Mitte 2018 laufenden Vertrag beim FCL vorzeitig verlängern, doch CEO Marcel Kälin muss auf Befehl von Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg zwingend auf die Ausgabenbremse drücken. Kälins deutlich reduziertes Angebot nahmen die Schneuwlys nicht an. Der zuletzt nicht mehr zum Luzerner Stammpersonal gehörende 14-fache Saisontorschütze Marco Schneuwly dürfte mit einem gut dotierten Zweijahresvertrag ins Tessin wechseln.

Eher unerwartet käme ein Abgang von Omlin. Erst seit Anfang März hat er vom langjährigen Stammtorhüter David Zibung (33) den Platz zwischen den Pfosten übernehmen können. Omlin will sich – ganz Profi – nicht zum Angebot des wahrscheinlich bald im Europa-League-Schaufenster stehenden Lugano äussern: «Stand heute habe ich einen laufenden Vertrag beim FC Luzern. Für meine weitere Zukunft ist mein Berater zuständig. Für weitere Fragen steht den Medien der FCL zur Verfügung.»

Luzern-CEO Marcel Kälin gibt ebenfalls eine Standardantwort auf Luganos Interesse an Omlin und Marco Schneuwly: «Bis jetzt ist niemand offiziell auf uns zugekommen. Beide Spieler haben Verträge bis zum Ende der nächsten Saison.»

Da sowohl der noch wenig erfahrene Omlin wie der bereits etwas ältere Schneuwly kaum mehr als einige hunderttausend Franken Ablöse einbringen würden, zeigt Kälin kein Interesse, die Spieler gehen zu lassen.

Kälin verhandelt mit Lugano über Stadionvermietung

Ebenfalls brisant ist, dass Lugano im Hinblick auf die Europa League bereits vor Monaten eine Anfrage an Luzern gestellt hat: Die Tessiner möchten ihre drei Heimspiele in der Swisspor-Arena austragen. FCL-CEO Kälin bestätigt, dass die Anfrage der Luganesi weiterhin konkret ist. Nächstens werden sich Kälin und Lugano-Direktor Michele Campana zu einem Gespräch treffen.

Kälin kann noch nicht sagen, wie viel Geld der FCL für die Vermietung seines Stadions bekommt. Das hängt auch davon ab, ob Lugano alle Sektoren der Arena benötigt. Dieser Punkt ist wiederum davon abhängig, welche drei Gegner für die Gruppenphase den Tessinern zugelost werden und wie viele Zuschauer diese Klubs anziehen. Eine offene Frage ist ebenso das Sicherheitsdispositiv. Stellt Lugano die Security? Oder ist wie bei Heimspielen des Innerschweizer FCL die Stadt und der Kanton Luzern zuständig?

Sicher ist: Luzern würde am Europacup-Geschäft Luganos partizipieren.