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FUSSBALL: «Luzern ist meine grosse Chance»

Der FC Luzern startet am Sonntag (13.45 Uhr) bei Lausanne-Sport in die Rückrunde. Das einzige neue FCL-Gesicht ist jenes von Lucas Alves (24). Auf dem Platz agiert der Brasilianer ruhig, umso bewegter verlief dafür seine bisherige Karriere.
Raphael Gutzwiller
Vom Challenge-League-Klub Le Mont zum FC Luzern: Lucas Alves in der Swissporarena.Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 2. Februar 2017)

Vom Challenge-League-Klub Le Mont zum FC Luzern: Lucas Alves in der Swissporarena.Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 2. Februar 2017)

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Wer den Brasilianer Lucas Alves fragt, in welcher Sprache er angesprochen werden möchte, bekommt folgende Antwort: «Nur Deutsch. Ich muss die Sprache unbedingt lernen.» Selbst die portugiesisch sprechenden Mitspieler Ricardo Costa (35) und João Oliveira (21) sollen mit ihm nur in dieser Sprache reden, sagt er. «Es ist wichtig, dass ich Deutsch lerne, um mich gut im Team zu integrieren.» Sein Fernseher und seine Playstation seien schon auf die meistgesprochene Sprache der Schweiz eingestellt. «Ich will lernen und arbeiten.»

Das macht er nicht nur im Deutschkurs, sondern vor allem auch auf dem Fussballplatz. Im Januar stiess er vom Challenge-League-Verein Le Mont zum FC Luzern. «Als ich vom Interesse des FCL hörte, war ich überglücklich», sagt er. «Luzern ist ein toller Klub mit fantastischen Fans.»

Schwere Zeiten in Deutschland und Biel

Um hier in Luzern zu landen, musste er mehrere schwierige Stationen überstehen. Vor zwei Jahren wechselte er von Brasilien zum VfR Aalen in die 2. Bundesliga. «Von 40 Grad runter auf minus 20 Grad», beschreibt Alves den klimatischen Kulturschock. Auch fussballerisch war für ihn vieles neu: «In Brasilien gehts nur um die Technik. Hier in Europa wird viel aggressiver gespielt.»

Dazu kam die Sprachbarriere. «Im ersten Training hiess es, ich würde erst spielen, wenn ich Deutsch könne. Diese Forderung hat mich geprägt.» Kein einziges Spiel bestritt Alves in der 2. Bundesliga. Aalen stieg ab, und Alves musste sich einen neuen Verein suchen, da sein Vertrag nicht für die 3. Liga gültig war. Alves wechselte daraufhin zum FC Biel, wo der heutige FCL-Assistenzcoach Patrick Rahmen Trainer war. Dort spielte sich der Innenverteidiger sogleich in die Mannschaft. Doch beim Verein gings drunter und drüber. Schliesslich wurden die zahlungsunfähigen Bieler aus der Challenge League ausgeschlossen und zwangsrelegiert. Alves: «Ich habe durch diese negativen Erfahrungen sehr viel gelernt und bin stärker geworden.»

Nachdem er in der Vorrunde in Le Mont untergekommen war, wo er gute Leistungen ablieferte, kam nun der grosse Wechsel nach Luzern. Ein grosser Schritt nach vorne. Doch sein Traum sei es, irgendwann wieder in Deutschland zu spielen. «Aber dann in der 1. Bundesliga», so Alves. «Doch jetzt bin ich hier und freue mich darüber. Luzern ist meine grosse Chance.» Er wohnt allein in einer Wohnung, seine Frau, die noch in Brasilien lebt, und seine Mutter besuchen ihn aber bald für längere Zeit. «Darauf freue ich mich sehr», sagt er strahlend.

Alves lacht viel. Das Verspielte sei ihm auch auf dem Platz wichtig. Seine Lust, in Luzern Fussball zu spielen, sei gross – wie auch die Ziele. «Ich will helfen, dass wir in die Europa League kommen», sagt er. «Wer weiss, vielleicht reichts für die Champions League. Alles ist möglich.»

Die Stärken: Kopfball, Technik und Ruhe am Ball

Eine der Stärken des 1,93 Meter grossen Innenverteidigers ist natürlich das Kopfballspiel. «Ich bin aber auch technisch gut und sehr ruhig am Ball.» Er sei ein anderer Spielertyp als die routinierten FCL-Innenverteidiger Costa und Tomislav Puljic (33). Wie sieht er seine Chance, in der Rückrunde zu spielen? «Darüber mache ich mir gar keine Gedanken. Ich muss einfach an mir arbeiten, und dann entscheidet der Trainer.»

Dass er gewillt ist zu arbeiten, sah man im Trainingslager in Marbella, wo Alves jeweils Doppelschichten schob. «Ich hatte Trainingsrückstand und musste das aufholen», sagt er. «Nun bin ich dafür umso fitter und bereit, eingesetzt zu werden.» Vielleicht ja schon am Sonntag in Lausanne.

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