Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FUSSBALL: Marco Schneuwly: «Es geht immer ein bisschen besser»

Marco Schneuwly (31) ist der Torgarant des FC Luzern. Der Freiburger hat sich für die neue Saison viel vorgenommen. Er spricht über seine hohe Trefferquote beim FCL, Ricardo Costa und die anderen Zuzüge sowie das Nichtaufgebot zur EM.
Interview Daniel Wyrsch
17 und 16 Tore in zwei Saisons für den FCL: Marco Schneuwly hat in seiner Entwicklung als Goalgetter einen Schritt nach vorne gemacht. (Bild: Nadia Schärli)

17 und 16 Tore in zwei Saisons für den FCL: Marco Schneuwly hat in seiner Entwicklung als Goalgetter einen Schritt nach vorne gemacht. (Bild: Nadia Schärli)

Interview Daniel Wyrsch

Marco Schneuwly, Sie sind der Torgarant des FCL – in der ersten Saison schossen Sie in der Liga 17 Tore, im zweiten Jahr waren es 16 Treffer. Geht die Serie nächste Saison in diesem Stil weiter?

Marco Schneuwly: Das ist natürlich das Ziel, ich will meine Leistungen bestätigen. Im ersten Jahr legte ich eine gute Marke vor, die ich bis auf ein Tor bestätigen konnte. Es ist mir relativ gut gelaufen, doch es geht immer ein bisschen besser. Ich weiss, dass ich noch mehr Tore hätte erzielen können, ich erinnere mich an Chancen, die ich ausgelassen habe. Das ist der Antrieb, um mich weiter zu steigern.

Weder bei Thun noch bei YB markierten Sie so viele Tore wie beim FCL.

Schneuwly: Ja, ich habe total 80 Pflichtspiele für Luzern gemacht und erzielte dabei 47 Tore und gab 14 Assists.

Das ist ein tolle Quote. Gibt es eine Erklärung dafür, ist das Luzerner Spiel mehr auf Sie in der Spitze zugeschnitten als zuvor in Thun und bei YB?

Schneuwly: Bei Thun waren es immer zehn Tore und mehr, beim FCL konnte ich noch einmal einen Schritt nach vorne machen. Sicher komme ich zu vielen Chancen und benötige nicht viele Abschlüsse. Meistens genügen eine oder zwei Chancen für einen Treffer. Das hat sicher recht gut gepasst in der letzten Zeit. Ich bin körperlich parat, und der Mannschaft läuft es gut. Die Mitspieler wissen, wie ich am liebsten angespielt werde, mit der Zeit funktioniert das Zusammenspiel immer besser.

Bei Marco Schneuwly ist es wie mit dem Wein, der jedes Jahr besser wird. Ist die Erfahrung ein grosses Plus?

Schneuwly: Die hilft bestimmt sehr, denn ich weiss, wie ich mich verhalten muss, um zu Aktionen und zum Abschuss zu kommen.

Bei Ihnen und Ihrem Bruder Christian fällt auf, dass Sie die Nebengeräusche, die ein Klub wie der FCL regelmässig produziert, besser als andere ausblenden können. Zählen Sie diese Gabe zur mentalen Stärke?

Schneuwly: Das tangiert uns halt nicht besonders. Wir wissen, wie das abläuft im Fussballgeschäft. Hier konzentriert sich das mediale Interesse sicher am meisten auf den FCL, es läuft immer etwas, und es wird uns nicht langweilig.

Wie schafften Sie es denn konkret, die sechs Pflichtspielniederlagen zu Beginn der letzten Rückrunde wegzustecken?

Schneuwly: Es war sicher nicht lustig. Wir haben bestimmt daraus gelernt, weil wir das Ganze in eine positive Energie und schliesslich in eine erfolgreiche Serie umdrehen konnten. Dass wir die Saison auf Platz 3 beenden, hätte wohl niemand gedacht. Es zeigt die Qualität und Mentalität der Mannschaft. Wir haben das Vertrauen in uns nie verloren.

Vor einem Jahr flirteten Sie mit einem Wechsel zum Karlsruher SC, wenn dieser in die Bundesliga aufgestiegen wäre. Anschliessend lockte Sie der FC Sion mit einem Fünfjahres-Fabelvertrag. Der FCL verhinderte den Wechsel, verlängerte um ein Jahr bis 2018. Wie sieht der Stand der Dinge heute aus – beenden Sie dereinst vielleicht sogar die Karriere in Luzern?

Schneuwly: Im Fussball darf man nie sagen, dass es für ein paar Jahre so ist und bleibt. Du weisst es wirklich nie. Im Moment kann ich sagen, dass ich hier bleibe. Aber es kann während der Transferperiode immer etwas passieren, falls ein Angebot reinkommt, das für alle Seiten stimmen würde.

Im Vorfeld der EM wurde der Ruf nach einem Aufgebot für Stürmer Marco Schneuwly laut. Dieses erfolgte aber nicht, und Nationalmannschaft-Mittelstürmer Haris Seferovic blieb in Frankreich wie mit Eintracht Frankfurt während der gesamten Rückrunde – bis aufs entscheidende Tor in der Relegation – erfolglos. Die Schweiz schoss in vier Spielen nur drei Treffer. Hätten Sie sich zugetraut, der Nati an der EM zu helfen?

Schneuwly: Von aussen denkt man das immer. Ich habe es gezeigt, dass ich praktisch immer in der Lage bin, ein Tor zu schiessen, selbst wenn es mir im Match drin nicht gut lief. Haris war in den EM-Spielen sehr präsent, er war unterwegs und hatte Chancen. Das ist immer noch besser, als gar nicht zum Abschluss zu kommen.

Hand aufs Herz: Haben Sie vor dem Fernseher beim Schauen der vier Schweizer EM-Spiele insgeheim gedacht, dass Sie auf dem internationalen Niveau hätten mithalten und treffen können?

Schneuwly: Wenn ich die EM-Spiele auswärts schaute, habe ich diese Meinung oft von Leuten gehört. Sie haben mich angesprochen und gemeint, ich hätte diese oder jene Chance sicher verwertet. Das ist halt immer ein Abwägen, das kann man im Fussball nicht sagen. Man hat als Stürmer einen Gedanken im Kopf, und macht dann etwas in einer Aktion. Ob es dann wirklich klappt, wenn der Goalie das genau Gleiche denkt und entsprechend reagiert, ist eher fraglich. Das war an der EM bei Gashis kapitaler Chance gegen Sommer zu sehen. Was ausser Frage steht: Ich wäre sicher sehr gerne mit der Nationalmannschaft in Frankreich dabei gewesen.

Sind Sie enttäuscht von Nationalcoach Vladimir Petkovic, der Sie nicht aufgeboten hat?

Schneuwly: Ich gab mit dem FC Luzern mein Bestes, trug meinen Teil dazu bei, damit ich im Gespräch gewesen bin. Ob er mich aufbieten will, ist seine Entscheidung. Vor der EM hat er seine Mannschaft im Kopf gehabt.

Sind Sie enttäuscht von Michael Frey, dass er Luzern nach einem insgesamt starken Halbjahr verlassen hat?

Schneuwly: Nein, es ist immer klar gewesen, dass seine Zukunft offen ist. Er wusste nicht, wie es bei Lille weitergeht, wo er noch einen Vertrag hatte. Dann ist plötzlich alles schnell gegangen, als Lille den Vertrag auflöste. Wir hätten Michi natürlich sehr gerne hier behalten, aber das ist halt so im Fussball, da weiss man nie, wohin es mit einem Spieler geht und was passiert.

Sie spielten früher mehrere Jahre bei YB. Verstehen Sie Michael Frey, dass er als Berner zum Klub seiner Region zurückgekehrt ist?

Schneuwly: Verstehen oder nicht spielt keine Rolle, er hat an und für sich selber diese Entscheidung getroffen. Da gab es ein paar Kriterien, die wichtig für ihn sind. Er hat sich für YB entschieden, und wir anderen haben da nicht gross zu beurteilen, ob es ein guter oder schlechter Schritt für ihn ist. Wir wären froh gewesen, wenn er sich für Luzern entschieden hätte. Ein halbes Jahr hatten wir bereits Zeit, um uns aneinander zu gewöhnen, das hat relativ gut gepasst. Jetzt hatten wir einen Monat Zeit, uns an andere Mitspieler zu gewöhnen.

FCL-Cheftrainer Markus Babbel lobt die neuen beiden Angriffspartner Cedric Itten und Tomi Juric, zusammen mit Ihnen spricht er von «drei Stürmern auf hohem Niveau». Wie beurteilen Sie den neuen Angriff?

Schneuwly: Zu Tomi Juric kann ich noch nicht viel sagen, da er bislang nur trainiert hat und nicht spielte. Ich kenne ihn auch nicht von früher, da ist es schwierig, eine Beurteilung abzugeben. Cedric Itten ist präsent und gross, er hat die ersten Erfahrungen in Basel machen können. Nun gilt es für ihn, sich bei uns durchzusetzen. Wir wollen ihm helfen und wir verstehen einander. Es braucht sicher ein paar Ernstkämpfe, bis wir voll drin sind, das geht halt nicht von heute auf morgen. Das ist schon mit Michi Frey der Fall gewesen.

Mit Ricardo Costa hat ein langjähriger, vormaliger Spieler des neuen Europameisters Portugal zum FCL gewechselt. Was bringt er der Mannschaft?

Schneuwly: Er bringt viel Erfahrung mit. In seinem ersten Einsatz beim Testspiel gegen Monaco diese Woche hat man gesehen, dass er weiss, was in der Verteidigung zu tun ist. Als neuer Abwehrchef müssen er und die anderen Verteidiger sicher noch die Abstimmung finden.

Nach dem überraschenden Platz 3 im Vorjahr: Wohin führt die Luzerner Reise in dieser Saison hin?

Schneuwly: Wir hoffen natürlich, dass wir stabil bleiben und Platz 3 bestätigen können. Es ist sehr wichtig, dass wir nach der Pause gut in die Saison kommen und den Schwung mitnehmen. Die Testspiele auf hohem Niveau gegen Monaco und Schalke sind sicher gut für die bevorstehende Europa-League-Qualifikation.

Vor zwei Jahren bei der letzten FCL-Teilnahme in der Europa-League-Qualifikation erzielten Sie zu den beiden 1:1 zu Hause und auswärts die Tore, nach Ihrem Fehlschuss im Penaltyschiessen schied Luzern gegen St. Johnstone in Schottland aus. Was sagen Sie zum aktuellen EuropacupGegner Sassuolo?

Schneuwly: Das ist ein schwerer, sehr spielstarker Gegner. Ein Plus für uns könnte sein, dass die Mannschaft noch nicht so weit ist in der Vorbereitung wie wir. Doch es ist ganz klar: Wir müssen in beiden Spielen unsere Bestleistung abrufen, um weiterzukommen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.