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FUSSBALL: Marco Schneuwly mit der Wut im Bauch

Der FC Luzern braucht nach zwei Niederlagen in Folge heute (19.45) in Vaduz ein Erfolgserlebnis. Beim FCL gibt derzeit der Dreikampf um die zwei Startplätze im Sturm zu reden.
Daniel Wyrsch
Ich bin hier, und die Ersatzbank ist dort – so wünscht es sich auch FCL-Stürmer Marco Schneuwly (rechts). (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Ich bin hier, und die Ersatzbank ist dort – so wünscht es sich auch FCL-Stürmer Marco Schneuwly (rechts). (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

daniel wyrsch

49 Tore hat Marco Schneuwly (31) in 84 Pflichtspielen für den FC Luzern erzielt. Eine wirklich gute Quote für den Mittelstürmer. Aber in den letzten beiden Meisterschaftspartien gegen Basel (2:3) und eine Woche zuvor gegen GC (4:3) stand der gebürtige Freiburger nicht in der Startformation. Eine ungewohnte Situation für den ehrgeizigen Goalgetter, der letzte Saison 16 und ein Jahr zuvor 17 Ligatreffer schoss und damit ein Schlüsselspieler ist. Für Schneuwly ist ein Platz auf der Ersatzbank keine Option, zuletzt giftelte er: «Wenn ich lieber draussen sitzen wollte, müsste ich sofort aufhören.»

Babbel sprach mit Schneuwly

Für Luzern-Cheftrainer Markus Babbel ist die Unzufriedenheit des Torjägers ein Grund gewesen, am Montag mit Marco Schneuwly zu sprechen. «Marco will jedes Spiel bestreiten. Er sagt selber, dass er es nie verstehen würde, wenn er nicht von Anfang an auf dem Platz steht. Seine Einstellung ist überragend», erzählt Babbel. Zu Schneuwly habe er gesagt: «Marco, nicht dass du jetzt das Gefühl bekommst, bei uns die Wertschätzung nicht mehr zu erhalten.» Der Stürmer sei ein extrem wichtiger Spieler, der über Jahre hinweg seine Qualitäten gezeigt habe.

Babbel macht aber auch einen Vergleich mit einem ganz grossen ehemaligen äthiopischen Langstrecken-Weltrekordläufer, um das Defizit der FCL-Nummer 15 anschaulich zu machen: «Er ist nicht der Haile Gebrselassie, der 15 bis 20 Kilometer pro Spiel marschiert. Marco ist ein Stürmer, der auf seine Chance lauert.» Darum sei für ihn nach dem kräftezehrenden Qualifikationsmatch zur Europa League auswärts gegen Sassuolo (0:3) und der langen Reise klar gewesen, dass die Mannschaft am Sonntag gegen Basel frische Leute brauchte. Schliesslich beginne bei gegnerischem Ballbesitz schon vorne im Angriff die Verteidigung. Dort hätten es die Luzerner Neuzugänge Tomi Juric (25) und Cedric Itten (19) gut gemacht – «und als Mannschaft hatten wir gegen Basel lange wenig zugelassen».

Itten spielt den Part hervorragend

Sehr zufrieden ist der Trainer mit Itten. «Er hat auch jetzt wieder gegen Basel überragende Werte. Der Junge marschiert.» Das sei notwendig für das Spiel des Teams. «Wenn man mit zwei Spitzen spielt, muss einer bereit sein, die Wege zu gehen, die Lücken zu schliessen.» Oft gehe es nur darum, dass die Stürmer im Raum stehen würden, damit sich der Gegner nicht getraue, durch diese Zone zu spielen.

Über die Basler Leihgabe Itten sagt Babbel allerdings auch: «Cedric wird nicht immer diesen Aufwand betreiben können, sonst wird ihm irgendwann mal der ‹Reifen› platzen. Da müssen wir schon aufpassen, denn er ist erst 19.»

Mit den beiden anderen Stürmern muss Babbel noch an der defensiven Ausrichtung arbeiten. Babbel: «Wir müssen es jetzt nur noch hinkriegen, dass Tomi Juric und Marco Schneuwly sich gut ergänzen. Das ist unser Ziel. Beide nehmen für sich in Anspruch, der zentrale Stürmer zu sein – und der andere soll die Arbeit machen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren.» Der Coach ist zuversichtlich, dass die beiden bald harmonieren werden.

Heute bestreitet der FCL im Fürstentum Liechtenstein den sechsten Match in 18 Tagen. Für das Training blieb zuletzt kaum Zeit, weil die Regeneration im Vordergrund stand. Mit dem Europa-League-Aus bekommen Mannschaft und Staff ab nächster Woche Zeit zum Üben. Babbel stellt klar, mit dem Duo Schneuwly/Juri zu üben.

Sollte einer nicht spuren, droht Babbel mit der Bank: «Das läuferische Vermögen haben Marco und Tomi. Die Frage ist: Wollen sie es? Wenn sie es nicht wollen, dann wird immer einer von ihnen draussen sitzen.»

Schneuwlys Erfolgsbilanz in Vaduz

Muss Babbel heute Marco Schneuwly von Anfang an laufen lassen, damit diesem nicht der Kragen platzt? «Ich muss keinen Spieler aufstellen, aber Marco trainiert gut. Es ist alles gut.»

Die Bilanz von Schneuwly im Fürstentum ist erfolgreich: In den letzten drei Spielen mit Luzern auswärts gegen Vaduz überzeugte er. Der FCL gewann diese Partien mit den Resultaten 2:0, 2:1 und 2:1 – und Schneuwly markierte ­jedes Mal einen Treffer. Vielleicht platzt ihm heute der dicke Hals auf dem Platz, indem er die Wut in positive Energie umsetzt und seinen zweiten Treffer in der Meisterschaft erzielt.

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