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FUSSBALL: Marco Schneuwly über seinen Abgang: «Das Gesamtpaket stimmte nicht»

Marco Schneuwly geht in der neuen Saison für Sion und nicht mehr für Luzern auf Torjagd. Im Interview spricht er über seinen unschönen Abgang, seine Zeit beim FCL und über die Zukunft seines Bruders Christian.
Raphael Gutzwiller
Neu Teamkollegen in Sion: Marco Schneuwly (vorne) und Pa Modou. (Bild: Cyril Zingaro/Key (Sion, 5. April 2017))

Neu Teamkollegen in Sion: Marco Schneuwly (vorne) und Pa Modou. (Bild: Cyril Zingaro/Key (Sion, 5. April 2017))

Interview: Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Marco Schneuwly, ist Ihr Wechsel eher ein Ja zu Sion oder ein Nein zum FCL?

Wohl ein bisschen beides. Ich freue mich, in Sion nochmals einen Zweijahresvertrag unterschrieben zu haben, und bin sehr glücklich über den Wechsel. Auf der anderen Seite habe ich sehr gute drei Jahre in Luzern gehabt – oder wohl eher 2 Jahre in Luzern. Zum Schluss hat es sicher nicht mehr ganz gepasst.

Es hiess, Sie hätten bei einer Vertragsverlängerung beim FCL auf 40 Prozent Ihres Lohns verzichten müssen.

Diese Zahl stimmt so nicht und muss auch in den Medien nicht weiter ausgeschlachtet werden. Fakt ist: Das Gesamtpaket des FCL hat für mich nicht gestimmt. Das lag insbesondere auch an der Kommunikation. Es ist schwierig, wenn man einem Spieler sagt, er sei sehr wertvoll und wichtig für das Team und das Paket dann am Schluss doch nicht stimmt. Deshalb bin ich schon früh mit CEO Marcel Kälin zusammengesessen und habe ihm gesagt, dass ich in diesem Sommer eine andere Lösung suchen möchte. Nicht, dass wir jetzt noch ein Jahr so eine komische Stimmung haben. (Der Vertrag mit Schneuwly beim FCL hätte noch ein Jahr gedauert; Anm. d. Red.)

Fehlte Ihnen auch die Wertschätzung von Seiten des Vereins, für den Sie in den letzten drei Jahren in 120 Spielen 68 Tore erzielt haben?

Ich bin schon genug lange dabei um zu wissen, dass es Wertschätzung in diesem Business nicht gibt. Man wird nicht mit Samthandschuhen angefasst, damit kann ich umgehen. Nochmals: Das Problem war die Art und Weise, wie kommuniziert wurde.

Welche Bilanz ziehen Sie aus Ihrer Zeit beim FCL?

Alles in allem hatte ich beim FCL eine wirklich gute Zeit. Mein Transfer von Thun zum FCL 2014 war im Nachhinein betrachtet sicher der richtige Schritt für mich. Ich konnte mich noch einmal weiterentwickeln. Vieles hat zusammengepasst, und ich habe gute Spiele bestreiten dürfen.

Sie wechseln nun zum FC Sion. Also zu dem Verein, zu dem Sie schon vor zwei Jahren wechseln wollten. Warum?

Für mich war klar, dass ich nochmals einen Schritt machen möchte. Sion ist attraktiv und hat eine gute Mannschaft. Schon damals wollte ich eigentlich wechseln, der FCL hat aber die Freigabe nicht erteilt, was ich auch verstehen konnte. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass es mit dem Wechsel doch noch geklappt hat.

Auch der FC Lugano zeigte Interesse. War er für Sie eine echte Option?

Es ist richtig, dass mir auch Lugano eine Offerte vorgelegt hat. Ich hätte mir durchaus einen Wechsel ins Tessin gut vorstellen können. Schliesslich habe ich mich aber für Sion entschieden, da das Gesamtpaket besser gepasst hat.

Ihr jüngerer Bruder Christian steht immer noch in Luzern unter Vertrag. Hat der Wechsel für ihn irgendwelche Konsequenzen?

Ich denke nicht. Christian fühlt sich beim FCL und in der Mannschaft sehr wohl. Zudem lebt er mit seiner Familie in der Nähe von Luzern. Ich denke, dass Christian beim FCL bleiben wird.

Sie sind jeweils von Solothurn nach Luzern gependelt. Machen Sie das auch ins Wallis?

Nein, das wäre dann wohl doch etwas zu weit. Ich denke, dass ich im Wallis etwas suchen werde.

Von Luzern nach Sion: Das ist auch ein Wechsel von einem Chaosklub zum nächsten. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe jetzt drei Jahre lang gesehen, wie es ist, wenn es unruhig ist. Damit muss man umzugehen lernen. Es ist sicher so, dass Präsident Christian Constantin von Sion gute Leistungen sehen möchte – das ist auch sein gutes Recht. Selbstverständlich möchte ich das Vertrauen mit guten Leistungen rechtfertigen.

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