FUSSBALL: Marco Sieber muss ein Sanierungskonzept vorlegen

Zur sportlichen Misere droht dem FCL ein finanzieller Engpass. Holding-Präsident Marco Sieber ist nun gefordert. Zudem könnte Bernhard Alpstaeg alleiniger Klubbesitzer werden.

Daniel Wyrsch
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Unser Bild zeigt Marco Sieber am 23. Mai 2013. Damals war die Welt in der Swissporarena noch in Ordnung. (Bild Eveline Beerkircher)

Unser Bild zeigt Marco Sieber am 23. Mai 2013. Damals war die Welt in der Swissporarena noch in Ordnung. (Bild Eveline Beerkircher)

Die Anteile an der FCL Holding AG (Bild: Grafik: Loris Succo)

Die Anteile an der FCL Holding AG (Bild: Grafik: Loris Succo)

Mit dem Rückzug von FCL-Ehrenpräsident Walter Stierli (66) per Ende Jahr aus dem Verwaltungsrat der Holding (wir berichteten gestern) stellt sich die Frage: Wie geht es weiter bei den Investoren des FC Luzern? Holding-Präsident Marco Sieber (56) wollte auf diese und andere Fragen nicht eingehen. Er wies darauf hin, «dass wir jetzt zuerst die Trainerfrage seriös lösen und Punkte in der Meisterschaft sammeln wollen. Das ist die aktuelle Herausforderung.» Sieber bestätigte aber: «Der Austritt von Walter Stierli ist dem Verwaltungsrat seit letzter Sitzung bekannt. Die Situation ist für uns also nicht neu.» Zuletzt tagten die Klubbesitzer am 16. September, also vor etwas mehr als drei Wochen.

Droht Defizit von bis zu 3 Millionen?

Damals wurde beschlossen, dass Sieber bis Ende November ein Sanierungskonzept vorlegen muss. Denn dem FCL droht neben der sportlichen Krise erneut ein finanzielles Defizit. Weil dem entlassenen Cheftrainer Carlos Bernegger und dessen Assistent Thomas Wyss die Löhne bis Ende Juni 2016 bezahlt werden müssen, sind die Verpflichtungen noch grösser geworden. Da auch die Zuschauerzahlen in der laufenden Saison unter die 10 000er-Grenze pro Match gefallen sind, muss man beim jetzigen Tabellenletzten für das Geschäftsjahr 2014 mit einem Minus von zwischen 2 und 3 Millionen Franken rechnen.

Gewarnt hat der langjährige frühere FCL-Präsident Stierli im Rahmen der Bekanntgabe seines Rückzugs gestern in unserer Zeitung: «Ich bin nicht sicher, ob die Investoren auch in den nächsten Jahren bereit sind, laufend Defizite zu tragen.» Es sei schliesslich ein Ziel gewesen, jeweils eine ausgeglichene Rechnung zu präsentieren. «Logisch ist es doch, wenn der Umsatz von 28 Millionen Franken auf 23 Millionen einbricht, dass auch Einsparungen bei den Spielerlöhnen gemacht werden müssen», erklärte Stierli.

Wer übernimmt Stierlis 25 Prozent?

In Stierlis Präsidentenzeit von 2005 bis 2012 hat er den Klub zuerst saniert (der FCL war in der Challenge League mit 1,5 Millionen Franken verschuldet) und 13 hängige Gerichtsfälle mit Gläubigern gelöst. Ohne seine Amtszeit verklären zu wollen, ist festzuhalten, dass der Verein unter ihm keine roten Zahlen schrieb. Umso wichtiger ist nun, wer Stierlis Aktienpaket von 25 Prozent übernimmt. Eine Option ist, dass Sohn Mirko in der Holding einsteigt. Stierli will zuerst mit Haupt­aktionär Bernhard Alpstaeg (69) reden. Zusammen sind sie mit 51 Prozent die Mehrheitsaktionäre (siehe Grafik). Sollte der Swisspor-Patron die Stierli-Aktien übernehmen, wäre er alleiniger Mehrheitsaktionär. Alpstaeg wollte sich gestern zum FCL generell nicht äussern: «Ich kann und sollte im Augenblick keine Stellung nehmen. Es würde dem FCL nur Unruhe bringen.»

Alpstaegs Versprechen

Interessiert an Walter Stierlis Aktienpaket ist auch Marco Sieber. Er hatte bereits gesagt, dass er auf der Suche nach neuen Investoren ist.

Für die FCL-Anhänger ist beruhigend, dass Alpstaeg versprochen hat, dass in diesem Stadion mit dem Namen seiner Firma immer ein Super-League-taugliches Team auflaufen werde. Der Vertrag mit dem Namensrecht für die Swissporarena dauert bis im Sommer 2021, also noch sechseinhalb Jahre.