FUSSBALL: Markus Babbel ärgert sich über Jahmir Hyka

Sportlich läuft es beim FC Luzern nach dem 4:1-Sieg gegen die Young Boys rund. Vor dem Heimspiel gegen Thun beschäftigt aber noch immer der Abgang von Jahmir Hyka.

Raphael Gutzwiller
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Markus Babbel zeigt wenig Verständnis für Jahmir Hykas Äusserungen. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Lausanne, 5. Februar 2017)

Markus Babbel zeigt wenig Verständnis für Jahmir Hykas Äusserungen. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Lausanne, 5. Februar 2017)

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Flügelspieler Jahmir Hyka (28) ist zwar nicht mehr in Luzern, dennoch beschäftigt er im Vorfeld der Partie gegen Thun mehr als die noch aktiven Luzern-Spieler. Trainer Markus Babbel startete an der Presskonferenz vor dem Spiel mit klaren Worten in Richtung Hyka: «Ich weiss nicht, was Jahmir genau geritten hat.»

Was war geschehen? In einem Exklusivinterview sagte Hyka am Donnerstag in unserer Zeitung: «Mein Wunsch war sicher, beim FC Luzern zu verlängern. Deshalb bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich spürte nicht, dass sie mich unbedingt halten wollten. Aber so ist das im Fussball und im Leben: Nicht jeder Wunsch geht in Erfüllung.»

Babbel ärgert sich: «Seine Aussagen sind widersprüchlich und unwahr.» Er verweist darauf, dass im selben Interview Hyka ebenfalls sage, dass es für ihn ein Traum sei, einmal in den USA zu spielen. «Bei diesem Traum wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen. Wir hätten Hyka sehr gerne bei uns behalten, jedoch hatte er finanzielle Vorstellungen, die für uns unrealistisch waren», sagt Babbel. «Deshalb haben wir die Verhandlungen abgebrochen.» Er habe die Aussagen des Albaners ins rechte Licht rücken wollen. «Wir stehen ja jetzt da wie die Osterhasen», sagt er.

«Hyka hätte dem Verein entgegenkommen müssen»

Für Babbel sei es auch ein Unterschied, ob der Spieler dem Verein entgegenkommt oder nicht. «Markus Neumayr etwa hatte ein sehr gutes Angebot von Sion abgelehnt, weil es ihm hier gefällt. Wenn Hyka hätte bleiben wollen, hätte er dem Verein entgegenkommen müssen.» Dennoch hält Babbel fest, dass er Hyka in positiver Erinnerung behalten werde. «Er war ein guter Spieler, und er hat viel für den FCL geleistet.»

Nach dem Exklusivinterview mit Jahmir Hyka wurden von Seiten des FC Luzern übrigens jegliche Gesprächsanfragen unserer Zeitung blockiert. «Die Spieler geben einzig an Pressekonferenzen und in der Mixed-Zone nach dem Spiel Auskunft», hiess es.

 

Kann der FCL den Schwung mitnehmen?

Partie Es war eine überzeugende Leistung, die der FC Luzern am letzten Sonntag gegen die Young Boys gezeigt hat. «Wir wissen, dass wir diese Leistung bestätigen müssen und es wieder bei null beginnt», sagt Trainer Markus Babbel. «Natürlich möchten wir gegen Thun das Spiel bestimmen. Doch der Gegner ist nicht zu unterschätzen.» Thun hat das Startspiel gegen GC gewonnen und verlor gegen Basel unglücklich (0:2). «Thun ist besser, als es die Tabelle vermuten lässt.»

Für FCL-Goalgetter Marco Schneuwly wird das Spiel gegen Thun speziell. «Natürlich ist es immer schön, gegen den Ex-Klub zu spielen.»

«Viele Spieler sind in guter Form»

Zuletzt stand der eigentliche Goalgetter Schneuwly nicht mehr als Torschütze, sondern als Vorlagengeber im Zentrum. «Das ist auch mal eine schöne Abwechslung», sagt er. Warum ist die Offensive bei Luzern variabler als auch schon? «Momentan sind viele Spieler in guter Form und treiben einander zu guten Leistungen an», so Schneuwly. (rg)