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FUSSBALL: «Mister Köniz» wittert die Chance

Der FC Luzern bekommt es heute (19.30 Uhr) mit dem Cup-«Riesentöter» Köniz zu tun. Der Berner Vorortsklub hat ein kleines Stadion, aber einen Präsidenten mit einem grossen Herzen.
Köniz-Präsident Bernard Pulver (52) am Dienstag im Stadion von Köniz. (Bild: Dominik Wunderli / LZ)

Köniz-Präsident Bernard Pulver (52) am Dienstag im Stadion von Köniz. (Bild: Dominik Wunderli / LZ)

Daniel Wyrsch/Köniz

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Bernard Pulver (52) ist pünktlich zum Termin mit unserer Zeitung erschienen. Trotz dem Dauer­regen ist der Präsident des FC Köniz gut gelaunt. Zwar hat ein Wasserschaden von einer halben Million Franken dem Leiter einer Immobilienfirma zusätzliche Arbeit beschert, aber aus der Fassung lässt sich der frühere YB-Goalie deswegen nicht bringen.

18 Jahre war Pulver Köniz-Trainer, die letzten vier Saisons in der Promotion League. Mit ihm an der Seitenlinie hat der Berner Vorortsklub den Challenge-League-Verein Winterthur «bei nassen Bedingungen wie jetzt aus dem Cup geworfen», erzählt Pulver. Seine Augen leuchten dabei. Der Neffe von Trainerlegende Hanspeter Latour (69) wittert für den Cup-Achtelfinal von heute gegen den FC Luzern die Chance von Köniz. Schliesslich hat der Klub aus der dritthöchsten Klasse schon zwei andere Super-League-Klubs im K.-o.-Wettbewerb eliminiert: in der letzten Saison GC und heuer in der ersten Runde Lausanne.

Die Cup-Triumphe sind den Spielern zu Kopf gestiegen

Darum hat Köniz die martialische Bezeichnung Cup-«Riesentöter» bekommen. Die Frage, ob die tollen Aussenseitersiege der Mannschaft viel Selbstvertrauen gegeben haben, beantwortet der Präsident und Sportchef in Personalunion klipp und klar: «Erfolge können dir auch zu Kopf steigen, die Spieler meinen dann, sie müssten eigentlich in der Super League spielen.» Pulver, der wegen seines riesigen Engagements auch «Mister Köniz» genannt wird, spielt auf die laufende Saison in der Promotion League an. Das seit Sommer neu vom Freiburger Rolf Rotzetter (47) trainierte Team hatte Schwierigkeiten, in die Gänge zu kommen. Zuletzt hat sich Köniz aber gefangen und ist auf Platz 8 im Tabellenmittelfeld rangiert.

Wer nun denkt, dass der neue Präsident Pulver nur noch auf der Tribüne sitzt, hat sich getäuscht. Der hemdsärmlige Mann mit dem Herzen am richtigen Fleck unterstützt seinen Nachfolger, wo er kann. Auch heute gegen Luzern wird er neben Coach Rotzetter auf der Bank Platz nehmen. «Ich halte aber das Maul, bleibe ruhig und versuche ihn zu unterstützen.»

Da Ex-YB-Spieler Rotzetter vom Berner Zweitligisten Wabern zu den ambitionierten Könizern gestossen ist, soll er im Umgang mit den Spielern eher zu zurückhaltend sein, wie Pulver sagt. «Ich bin zuständig für die Disziplin. Zweien sagte ich, sie sollen abfahren, nachdem sie sich ungebührlich verhalten hatten.» Die harte Hand von Pulver hatte vor knapp einem Jahr auch der frühere Profi Carlos Varela (39, ex Servette, Basel, Aarau, YB und Xamax) zu spü-ren bekommen. Der spanische Heisssporn musste seine Sachen packen.

Pulver und Köniz können auf die Hilfe von Lanz zählen

Mit den Innenverteidigern Jiri Koubsky (34) und Miguel Portillo (34) hat Köniz immer noch zwei Ex-Profis der höchsten Liga in seinen Reihen. Philip Schubert (28) organisiert das Mittelfeld, er spielte früher 3. Liga in Deutschland. Im Aufbau ist ebenso der Ex-Krienser Guto (26), vorne im Angriff wirbeln die ehemaligen Challenge-League-Stürmer Altin Osmani (26) und Cristian Miani (23) sowie Henry Acosta (27). Pulver ist sich bewusst: «Luzern ist Favorit.» Auf diese Allerweltsweisheit folgt eine Aussage, für die er seine Stimme anhebt: «Aber wir können schon eine gefährliche Mannschaft sein.»

Günstig dürfte das erwähnte illustre Team nicht sein. Pulver kann auf die Unterstützung seines Freundes und Arbeitgebers René Lanz (49) zählen. Der Berner ist mit seiner MLG-Gruppe (Generalunternehmung, Metallbau, Immobilien, Bäderbau unter anderen für Mario Botta auf Rigi Kaltbad) seit Jahren Hauptsponsor des FC Köniz, der neben Spitzenfussball auch den Nachwuchs mit 400 Junioren unterstützt. Lanz und Pulver wollen ein neues Stadion bauen. Der Sportplatz Liebefeld ist veraltet. Sollte es für den FCL heute nicht eng werden, dann sicher für die erwarteten 1500 bis 2000 Zuschauer.

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