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FUSSBALL: Mit Cup-Fieber die Pleite vergessen

Beim FC Luzern hängt vor dem Cup-Halbfinal am Mittwoch (19.00/SRF 2) in Basel der Haussegen schief. Gründe: die peinliche Pleite in Lausanne und der Prämienzoff.
Daniel Wyrsch
Auch er musste in Lausanne unten durch: FCL-Stürmer Dario Lezcano (rechts) im Kopfballduell mit dem Lausanne-Kameruner Patrick Ekeng. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Auch er musste in Lausanne unten durch: FCL-Stürmer Dario Lezcano (rechts) im Kopfballduell mit dem Lausanne-Kameruner Patrick Ekeng. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Für einmal scheinen wenigstens in der FCL-Führung die Wogen trotz fünf Niederlagen in den ersten acht Spielen der Rückrunde nicht hochzugehen. «Es herrscht Ruhe in der Klubleitung und bei uns Investoren», sagt der Mann auf der höchsten Position im Verein, Holding-Präsident Marco Sieber (57). Dafür gibt es offensichtlich beim wichtigsten Personal Unmut. Wie seit 10 Tagen öffentlich bekannt ist, will Sportdirektor Alex Frei (34) den Spielern die Prämie bei einem Einzug in den Cupfinal am Mittwoch in Basel erst auszahlen, wenn sie den Pokal nach Luzern holen.

Captain Renggli schweigt

Die Frage, ob die Angelegenheit zwischen der Mannschaft und Frei geklärt ist, wollten an der gestrigen Medienkonferenz vor dem Halbfinal im St.-Jakob-Park weder Captain Michel Renggli (34) noch Adrian Winter (27) beantworten. Vor allem Renggli konnte seinen Ärger nicht kaschieren – zu dick war sein Hals. FCL-Medienchef René Baumann sprang in die Bresche, er meinte: «Die Prämienfrage ist an einer Sitzung bereinigt worden.» Die offensichtliche Nervosität, die bei der sportlichen Führung wegen dieses Prämienstreits herrscht, erklärte Baumanns Ergänzung, während die beiden Profis wortlos danebensassen: «Für den Verein ist es klar, die Sitzung hat stattgefunden, es muss nicht jeden Tag über die Prämien gesprochen werden. Das ist immer noch eine interne Angelegenheit, hier reden wir über den Cupmatch.»

Baumanns Verteidigung der Klubinteressen ist verständlich. Trotzdem hat der uninspirierte Auftritt fast aller Spieler bei der völlig unnötigen 0:1-Niederlage beim Tabellenletzten Lausanne-Sport die Frage provoziert, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Prämienzoff und ungenügender Einstellung besteht. FCL-Trainer Carlos Bernegger (45) regte sich gestern Mittag auf jeden Fall immer noch auf über die «grosse Chance, die wir verpasst haben». Mit einem Sieg hätten sie auf den dritten Platz vorrücken können. Auf eine erste Halbzeit, in der sie viel investiert, aber die Chancen nicht verwertet hätten, folgte ein rätselhafter Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit. «Wir waren nicht in der Lage, mit spielerischen Mitteln und mit Teamgeist zuzulegen.»

Trainer sehnt sich nach Doktortitel

Bernegger erinnerte sich an eine Szene vor einem Jahr. Da war er in Luzern angetreten, um den Klub in den letzten zehn Runden der Saison vor dem Abstieg zu retten. «Damals war die Hölle los, jetzt sind wieder zehn Partien ausstehend, und wir könnten im Himmel sein. Stattdessen ist die Vorfreude auf den Cup-Halbfinal getrübt.» Der leidenschaftliche Coach ist verärgert. «Das ist verrückt. Ich brauche einen Doktortitel in Sportpsychologie, um abzuklären, was in den Köpfen der Spieler vorgeht.»

Bernegger verteidigt Aufstellung

Die Motivation für Berneggers Aufstellung in Lausanne führte aber auch zu Fragezeichen. Hat er einzelne Spieler wie Renggli, Dimitar Rangelov, Mahmoud Kahraba und Jahmir Hyka geschont, weil Sportchef Frei den Cupsieg über alles stellt? Bernegger winkt energisch ab. «Ich wollte gegen Lausanne gewinnen. Es gibt keine Ausrede und nichts zu beschönigen.» Der Cup sei verlockend, aber über die Meisterschaft würde er ihn nicht stellen. Renggli habe einige Tage nicht trainiert wie schon einmal in der Vorrunde vor dem St.-Gallen-Spiel, als er dann schlecht spielte. Das Schonen von Rangelov während 60 Minuten erklärte Bernegger damit, dass der Bulgare nach der Meniskusoperation im Januar eine Pause benötigt hätte. Die Niederlage in Lausanne sitze noch tief drin. «Wir müssen sie zuerst verarbeiten. Am Dienstag zünden wir dann die Vorfreude auf Basel», versprach Bernegger.

Das Abschlusstraining findet heute um 15 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Mittwochmorgen fährt der FCL im Car nach Basel. Die explosive Mischung der Gefühle könnte immerhin dafür sorgen, dass die Luzerner in St. Jakob an der Birs hellwach sind.

Hinweis: Liveticker ab 19 Uhr auf www.luzernerzeitung.ch

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