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FUSSBALL: Motivationsspritze für den FCL im Abstiegskampf

Luzern wird ein eisiger Frühling vorausgesagt. Aus der Fussball-Hauptstadt Basel tönt es, der FCL steige Ende Saison ab. Am Samstag (19 Uhr) gegen Lausanne kann Gerardo Seoanes Team zum ersten Mal das Gegenteil beweisen.
Daniel Wyrsch
Mit Kampf zum Erfolg: Luzerns Hekuran Kryeziu (am Boden) im Duell gegen den Lausanner Yeltsin Tejeda. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 23. September 2017))

Mit Kampf zum Erfolg: Luzerns Hekuran Kryeziu (am Boden) im Duell gegen den Lausanner Yeltsin Tejeda. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 23. September 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Eine bessere Motivationsspritze für die eh schon bis in die Finger- und Zehenspitzen motivierten Luzern-Spieler gibt es nicht: Die «Basler Zeitung» (BaZ), im Sport spezialisiert auf substanzielle Mittendrin-Berichterstattung vom Serienmeister in grossem Umfang, hat gestern die Prognose für die restlichen 17 Runden der Super League publiziert. Dort belegt der FC Luzern, überholt vom derzeitigen Schlusslicht Sion, Ende Saison den 10. und letzten Platz. Gleichbedeutend mit dem Fall in die Challenge League.

Wir fragten in der Schweizer Fussball-Hauptstadt nach bei BaZ-Sportchef Marcel Rohr, der Seoane als einen Trainer ohne Erfahrung bezeichnet und das Kader als ausgedünnt beschreibt. Rohr antwortet kurz und trocken: «Tja, irgendwann zahlt jeder seinen Preis für die Fehler.» Übrigens: Aus BaZ-Sicht holt der FCB logischerweise den neunten Titel in Serie, YB müsste demzufolge einmal mehr mit Platz 2 vorliebnehmen.

Luzern setzt auf den Nachwuchs und seinen U21-Trainer

Doch kann man von den Vorhersagen aus Basel halten, was man will. Fakt ist: Von Fussball verstehen sie etwas am Rheinknie. Sonst hätten sie aus den geschätzten 100 Millionen Franken von Gigi Oeri nicht einen dermassen erfolgreichen Verein gemacht. Während in Luzern aus geschätzten 25 Millionen Franken von Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg bislang wenig entstanden ist, das nachhaltigen Erfolg gebracht hat.

Sportlich das beste und nachhaltigste Produkt ist die Nachwuchsabteilung mit der Akademie. Aus dem Nachwuchs via U21 ist denn auch Gerardo Seoane (39) am 6. Januar zum Trainer des Super-League-Teams aufgestiegen. Der gebürtige Rothenburger hat während der vierwöchigen Vorbereitung eine erste Duftmarke gesetzt. Im Gegensatz zu Vorgänger Markus Babbel ist er sowohl auf dem Trainingsplatz wie nebendran ein auf den ersten Blick erkennbarer Chefcoach. Seoane setzt wie bereits zuvor Babbel auf viele Eigengewächse.

Natürlich weht mit Seoane ein frischer Wind im und um die Swisspor-Arena. Alle Profis und alle Mitarbeiter im Staff ziehen mit. Das ist normal, da die Karten frisch gemischt worden sind. Seoane ist kein Träumer, er weiss, worauf es nun ankommt. Das ist nicht ein schönes, attraktives Spiel, wie es sich CEO Marcel Kälin ausmalt. Nein, mehr denn je zählen für den Tabellenvorletzten hier und jetzt die Punkte. Rhetorisch und mit einem Augenzwinkern fragte Seoane am vergangenen Dienstag nach dem 3:0-Sieg im letzten Testmatch gegen Challenge-League-Verein Rapperswil-Jona: «Gibt es dafür Punkte?»

Heute gegen Lausanne-Sport werden maximal drei Zähler vergeben. Seoane: «Ich verspreche den Fans, dass meine Spieler an ihre Grenzen gehen werden.» Sein innigster Wunsch ist natürlich «ein Heimsieg». Aber vor einem wagemutigen Versprechen, drei Punkte zu holen, hütet er sich. Dazu ist Luzerns Statistik gegen die Lausanner zu negativ. Die letzten vier Heimspiele verlor der FCL allesamt gegen das Team aus dem Waadtland (dreimal mit Babbel, einmal mit Carlos Bernegger an der Seitenlinie).

Cheftrainer-Premiere gegen den dienstältesten Coach der Liga

Seoane erwähnt, dass er und Assistent Michael Silberbauer sowie der neue U21-Coach Michel Renggli sich nicht mit der Bilanz gegen Lausanne befasst hätten. Ihm ist aber aufgefallen, dass er als Neuling gegen den dienstältesten Trainer der Super League, Fabio Celestini (42), antreten muss. «Das kann ein Vorteil für Fabio sein», findet Seoane. Immerhin war Celestini in den total sechs Duellen gegen Babbels FCL mit einer Ausnahme immer der taktische Sieger (4 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage), da Lausanne ständig als klarer Aussenseiter angetreten war.

Seit der Winterpause sind die fünftplatzierten Lausanner auch nominell stärker einzuschätzen als die Luzerner. Der neue Besitzer, der in Rolle VD ansässige britische Chemie-Gigant Ineos, lässt bei Lausanne-Sport die finanziellen Mittel wie aus einer Quelle sprudeln. «Das mit Ineos haben wir mitbekommen, und mit Lausannes Verstärkungen haben wir uns natürlich befasst», bestätigt Seoane. Simone Rapp (9 Saisontore für Thun) ist gekommen, er stürmt nun neben dem definitiv von Juventus Turin verpflichteten Francesco Margiotta. Enzo Zidane, der 22-jährige Sohn von Zinedine Zidane, wechselte gleichzeitig von Deportivo Alavés zu Lausanne. Zudem stiessen leihweise aus Basel Alexander Fransson sowie Dominik Schmid dazu, während Samuele Campo den umgekehrten Weg einschlug und als Träger der Nummer 10 definitiv zum FCB zurückkehrte. Der FCL, der mit Dereck Kutesa selber einen Basler Leihprofi in seinen Reihen hat, kann heute also den beiden «Bebbi» Fransson und Schmid schon das erste Mal auf dem Platz zeigen, dass das FCB-Hausblatt mit der Abstiegsprognose nicht richtig liegen dürfte.

Letzte FCL-Trainerdebüts

Carlos Bernegger am 13. 4. 2013: FCL – Lausanne 1:0

Swisspor-Arena. – 10 843 Zuschauer. – Tor: 70. Stahel 1:0. – 10 erste Spiele unter Bernegger mit 20 Punkten.

Markus Babbel am 19. 10. 2014: FCL – Vaduz 0:0

Swisspor-Arena. – 15 019 Zuschauer. – Tore: Fehlanzeige. – 7 erste Spiele unter Babbel mit 8 Punkten.

Roland Vrabec (mit Babbel) am 7. 2. 2015: FCL – YB 1:1

Swisspor-Arena. – 9059 Zuschauer. – Tore: 81. Vilotic 0:1. 83. Puljic 1:1. – Zur Winterpause war der FCL mit 18 Spielen und 13 Punkten klares Schlusslicht. 2. Halbserie: 18 Spiele, 34 Zähler. Sprung von Platz 10 auf 5.

Die Aufstellung. (Bild: Grafik: LZ)

Die Aufstellung. (Bild: Grafik: LZ)

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