FUSSBALL: Neue Kräfte zeigen ihre Klasse

Der junge Angreifer João Oliveira und der neue Innenverteidiger Lucas Alves überzeugen beim Heimsieg gegen YB. Welches Potenzial steckt in diesen unverbrauchten FCL-Spielern?

Daniel Wyrsch
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In Jubelpose: Lucas Alves ... (Bild: Freshfocus (Luzern, 12. Februar 2017))

In Jubelpose: Lucas Alves ... (Bild: Freshfocus (Luzern, 12. Februar 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Plötzlich sprintete João Oliveira aufs YB-Tor zu, der 21-jährige Schweiz-Portugiese liess Goalie Yvon Mvogo mit seinem spektakulären Schuss in die hohe Torecke keine Chance. Der Treffer zum 1:1 kam wie aus dem Nichts, stellte aber den Spielverlauf zwischen den zweitplatzierten Bernern und den in der Tabelle direkt dahinter liegenden Luzernern am Sonntag komplett auf den Kopf. YB-Coach Adi Hütter meinte konsterniert: «Nach dem Ausgleich waren wir die schlechtere Mannschaft, Luzern besser.»

Für die FCL-Verantwort­lichen ist der Plan mit dem eher unerwarteten Startelf-Aufgebot von Oliveira aufgegangen: «João ist mit seiner Schnelligkeit und den überraschenden Aktionen für das Umschaltspiel prädestiniert», sagt Co-Trainer Patrick Rahmen. Die YB-Verteidiger konnten den 1,77 Meter grossen Linksaussen nicht nur beim Tor nicht stoppen, sondern offenbarten generell Abwehrprobleme gegen den agilen Offensivspieler. Rahmen lobt Oliveira auch für dessen Unbekümmertheit und die Hartnäckigkeit im Gegenpressing: «Bei Ballverlust rea­giert er sofort und versucht, den Ball zurückerobern.»

Luft von Oliveira reicht derzeit für 65 Minuten

Als Oliveira 2013 vom Nachwuchs des FC Basel zur Luzerner U 18 stiess, litt er unter Pfeifferschem Drüsenfieber. Die Erschöpfungskrankheit hat ihn lange ausser Gefecht gesetzt. Obwohl er die Viruserkrankung längst überstanden hat, kann er immer noch nicht viel länger als eine Stunde durchspielen. Nach 65 Minuten musste er gegen YB für Stürmer Cedric Itten Platz machen. «João Oliveira macht so viele Sprints in hohem Tempo, das geht an die Physis», sagt Rahmen und erklärt: «Er ist ein schnellkräftiger Spieler, der sich selber unter Druck setzt und immer alles gibt.» Wenn Oliveira mehrere Spiele hintereinander bestreiten könne, werde er lockerer. Gegen YB waren die FCL-Trainer hoch zufrieden mit ihm.

Voll des Lobes war Chefcoach Markus Babbel beim 4:1-Heimsieg gegen YB auch über den ­neuen Innenverteidiger Lucas ­Alves (24). Für den 1,93 Meter grossen Brasilianer war die Partie der fast optimale Einstand in der Swissporarena, nachdem er eine Woche zuvor in Lausanne (4:4) sein Debüt in der Super League gegeben hatte. «Lucas hat die hervorragende Leistung von Lausanne bestätigt», sagte Babbel. Zu den Perspektiven des von Le Mont aus der Challenge League zu Luzern gestossenen Alves hielt er sich wohlweislich etwas zurück. Denn bei einem Profi, der erstmals in der höchsten Klasse spielen kann, ist Vorsicht geboten, wenn es um Prognosen geht. ­Babbel: «Ich hoffe natürlich, dass Lucas gesund bleibt und er weiter mit seiner Power, Dynamik und der positiven Ausstrahlung der Mannschaft hilft.»

Fragezeichen zur Konstanz von Alves

Wenn man dem FCL-Cheftrainer in der Medienkonferenz nach dem YB-Spiel zuhörte, dann äussert er sich gewohnt zurückhaltend über die Perspektiven eines jungen Spielers. «Ich würde mich freuen, wenn er solche Leistungen noch eine Weile zeigen würde.» Co-Trainer Rahmen stellt aus seiner Sicht fest: «Die ersten zwei Spiele sind Lucas sicher gelungen, er hat die Messlatte hoch gelegt. Ob er als bisheriger Challenge-League-Spieler während der gesamten Rückrunde konstant auf diesem Niveau performen kann, wird sich zeigen.»

Rahmen hatte Alves letzte Saison beim FC Biel in der Challenge League trainiert. Ihm imponiert die fokussierte und positive Arbeitsweise des kräftigen Verteidigers. «Lucas ist einer, der mit Leistung vorangehen will.»

... und João Oliveira beim Sieg gegen die Young Boys. Bilder: Freshfocus (Luzern, 12. Februar 2017) (Bild: Freshfocus (Luzern, 12. Februar 2017))

... und João Oliveira beim Sieg gegen die Young Boys. Bilder: Freshfocus (Luzern, 12. Februar 2017) (Bild: Freshfocus (Luzern, 12. Februar 2017))