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FUSSBALL: Neue Perspektive für Winter

Luzern-Trainer Markus Babbel hat nach dem 1:1 gegen YB gemischte Gefühle. Im Fall von Adrian Winter sind sie inzwischen eindeutig: Für den Offensivspieler hat er die Idealposition gefunden.
Daniel Wyrsch
Adrian Winter (links, im Zweikampf mit YB-Verteidiger Steve von Bergen) hat gezeigt, dass er die Position hinter den FCL-Spitzen spielen kann. (Bild Philipp Schmidli)

Adrian Winter (links, im Zweikampf mit YB-Verteidiger Steve von Bergen) hat gezeigt, dass er die Position hinter den FCL-Spitzen spielen kann. (Bild Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Im Fussball kann es schnell gehen. Das beweist die Geschichte von Tomislav Puljic (31), der im letzten Sommer ausgemustert worden war und jetzt als Rückkehrer eine Art Märchen geschrieben hat. Mit dem ersten Saisontor eines FCL-Verteidigers hat er gegen YB das 1:1 erzielt und dem Tabellenletzten wenigstens einen Punkt gerettet.

Adrian Winter (28) war im Dezember bei Trainer Markus Babbel (42) unten durch. Wäre Alex Frei (35) FCL-Sportchef geblieben, wären Winters Tage in Luzern wohl spätestens Ende Saison gezählt gewesen. Freis Nachfolger Rolf Fringer (58) weiss um die Stärken Winters, er machte sich bei Babbel stark für den Thalwiler. Der Cheftrainer redete einen Tag vor dem Auftakt der Vorbereitung mit Winter. «In einem längeren Gespräch redete ich offen mit Adrian, er war bei meiner Ankunft nicht auf dem gewünschten Level gewesen. Seither hat er sehr fleissig gearbeitet, er verdiente sich den Platz in der Startelf.»

Babbel setzte gegen YB auf Spieler, «die marschieren und die eine gewisse Aggressivität ausstrahlen». Winter ist für den Deutschen einer, der «vorneweg geht». Winter, Freuler, Puljic und Co. haben Babbel nicht enttäuscht. «90 Minuten sind sie marschiert. Dabei war das ein sehr schnelles und intensives Spiel.» Winter mit der überraschenden Nominierung hinter den Sturmspitzen war ein auffälliges, belebendes Element. Er war viel und schnell unterwegs, spielte mehrere Pässe in die Schnittstelle. Einzig zwei Weitschüsse gab er zu überhastet ab.

Warum Jantscher zuerst zuschaute

Denkt Babbel daran, weiterhin auf Winter in der zentralen Rolle zu setzen? «Die Position passt zu ihm», antwortet der Trainer, «dort kommt er am besten zur Entfaltung.» Das klingt positiv für den Mann mit der Rückennummer 19, dessen Vertrag nach insgesamt vier Jahren beim FCL Ende Juni ausläuft, der aber bei Leistungen wie gegen YB mit einer Verlängerung rechnen darf.

Durch die Rückkehr von Winter in die Startformation musste sich Jakob Jantscher mit einem Teileinsatz ab der 77. Minute begnügen. Der Österreicher kam für Oliver Bozanic und tat einmal mehr Entscheidendes. Er ermöglichte Puljic mit einer optimal getretenen Freistossflanke, zum Ausgleichstreffer einzuköpfeln. Somit hat Jantscher nun acht Assists auf dem Konto und die Nummer-1-Position bei den Vorlagengebern der Super League ausgebaut. Wie schwer fällt es einem Coach, einen derart wichtigen Profi erst in der letzten Viertelstunde einzuwechseln? Babbel: «Jakob hat das Pech gehabt, wegen einer Muskelverhärtung alle drei Testspiele in Spanien zu verpassen. Zurück in der Schweiz spürte man, dass ihm die Wettkampfhärte und Spielpraxis gefehlt haben.»

Erneut mehr möglich gewesen

Babbel spricht von einer «Qual der Wahl», die er habe. Es gäbe «Härtefälle», und es sei bitter für Einzelne. Namentlich erwähnt er Jahmir Hyka. «Jahmir hat die letzten fünf Wochen sehr gut trainiert. Er wäre auch einer, der hinter den Stürmern spielen könnte.»

Über allem stehen beim FCL-Trainer die gemischten Gefühle nach dem Match gegen die drittplatzierten Young Boys. Auch nach einer Nacht darüber schlafen ist es nicht anders geworden. Da ist auf der einen Seite das Resultat: «Es wäre für uns mehr möglich gewesen, obwohl die Berner ein starker Gegner sind und ebenfalls ihre Möglichkeiten hatten.» Auf der anderen Seite sind es die Eindrücke, die er hat: «Die Mannschaft spielte so, wie es sich für eine Mannschaft gehört. Kompliment, das war eine Klasseleistung in einem interessanten, tollen Spiel.»

Zum Loben reichen Babbel nicht zwei Sätze. Da muss er ausholen: «Meine Spieler haben vieles sehr gut umgesetzt. Nach so einem Rückstand wären wir in der Hinrunde eingebrochen. Dass wir uns danach mit einem Punkt belohnten, hat mir wahnsinnig gut gefallen.»

Vertrauen für die Arbeit der Trainer

Dem Cheftrainer ist auch wichtig, dass die Mannschaft gesehen habe, wie sich die Massnahmen des Trainerstaffs positiv ausgewirkt haben. «Das Team kann Vertrauen haben in das, was wir machen.» Die Kombination zwischen spielerischer, kämpferischer und läuferischer Verbesserung war augenfällig und wurde vom Heimpublikum honoriert, obwohl dieses auch nach dem zehnten Spiel in der Swissporarena weiterhin auf den ersten Sieg warten muss.

Trotz der Leistungssteigerung in der Abwehr bekam der FCL erneut ein unnötiges Gegentor. Thierry Doubai hätte, wenn er den Kopf aus Angst nicht weggedreht hätte, mühelos gegen Alexander Gerndt klären können. Die Stürmer Dario Lezcano und Marco Schneuwly scheiterten am starken YB-Goalie Yvon Mvogo oder am Pfosten. Babbel macht ihnen Mut: «Jetzt geht es darum, da zu sein, das Ding reinzupatschen.»

Der FCL-Trainer Babbel warnt jedoch seine Mannschaft: «Wir dürfen uns nun nicht feiern lassen, weil wir gut in die Rückrunde gestartet sind.» Alle Spiele seien hart, ob am nächsten Sonntag (13.45) in St. Gallen oder danach hintereinander gegen die Direktkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt: zu Hause Aarau, auswärts Sion und GC sowie zu Hause Vaduz.

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