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FUSSBALL: Neuer FCL-Verteidiger Reto Ziegler: Leadertyp mit positiver Aura

Reto Ziegler fühlt sich sechs Tage nach seinem Wechsel zum FC Luzern bereit: Der zuvor vertragslose Internationale will heute (16 Uhr, SRF zwei) in Thun die Abwehr führen.
Daniel Wyrsch
Der neue FCL-Verteidiger Reto Ziegler. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 29. September 2017))

Der neue FCL-Verteidiger Reto Ziegler. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 29. September 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Reto Ziegler strahlte am Freitagmittag an der FCL-Medienkonferenz übers ganze Gesicht. Dem 31-Jährigen war die Vorfreude ­anzusehen, dass er vier Monate nach seinem letzten Pflichtmatch mit dem FC Sion wieder Fussball spielen kann. Heute auswärts beim FC Thun wird der 35-fache Nationalspieler im Dress des FC Luzern aufs Feld zurückkehren.

Ziegler weiss, dass sein Debüt für die Blauweissen in einem heiklen Moment kommt, nachdem die Mannschaft von Markus Babbel die letzten beiden Partien verlor und in die untere Tabellenhälfte abgerutscht ist. Dennoch macht der Neue einen zuversichtlichen Eindruck, er findet optimistische Worte für die Partie im Berner Oberland: «Die Meisterschaft ist sehr ausgeglichen, zum Tabellenende besteht nicht viel Raum. Trotzdem bleiben wir positiv, mit zwei Siegen könnten wir wieder vorne Fuss fassen.»

Ziegler fordert bei seinem FCL-Debüt einen Sieg

Falls der gebürtige Genfer auf dem Platz ebenfalls diese gewinnende Aura ausstrahlt wie vor den Journalisten, dann ist dem FCL ein wertvoller Zuzug gelungen. Ziegler: «Der Match in Thun wird sicher nicht einfach, nichtsdestotrotz wollen wir siegen.»

Bei Ziegler spürt man: Das ist nicht irgendein Durchschnitts­kicker, er hat einen Rucksack, der reich gefüllt ist mit gesammelten Erfahrungen bei Topliga-Vereinen wie Tottenham, Sampdoria Genua und Hamburger SV. Die letzten zweieinhalb Jahre spielte Ziegler in Sion. Er war im Wallis ein Leadertyp und schliesslich auch Captain. Doch im Sommer bekam er überraschend keinen neuen Vertrag mehr. Allerdings wurde er nicht wie fast alle Mitspieler fortgeschickt, weil er zu Sions Team zählte, das im 14. Anlauf erstmals den Cupfinal verlor. «Das hat mir Christian Constantin persönlich versichert, leider hat er das nicht auch den Zeitungen mitgeteilt», bedauert Ziegler.

Die Vertragsverlängerung soll auch nicht am Geld gescheitert sein. Das Problem sei die Kontraktlänge gewesen. Sion-Besitzer Constantin wollte Ziegler nicht den geforderten Dreijahresvertrag geben, weil er fand, er sei zu verletzungsanfällig, heisst es im Wallis. Zehn Spiele verpasste Ziegler letzte Saison, meist hinderte ihn eine Hüftverletzung an der Berufsausübung.

Obwohl er seinen letzten Match am 2. Juni bestritt, fühlt er sich in guter Verfassung. «Ich hatte das Glück, bei Maurizio ­Jacobacci in der U21 des FC Sion trainieren zu können.» Mit dem Team des Ex-Kriens-Coaches absolvierte er zudem zwei Testpartien. Reicht das nach einer Woche beim FCL, um nach 120-tägiger Pause direkt wieder in der Liga zu spielen? «Ich weiss nicht, wie viel Benzin ich im Tank habe. Doch ich denke, ich bin dazu bereit.»

Luzern-Coach Markus Babbel überlässt die Entscheidung dem Routinier: «Ich werde Reto fragen, ob er sich fit genug fühlt, um in Thun von Anfang an zu spielen.» Auch über die Position von Ziegler herrscht Klarheit, egal, ob dieser vor seiner Zeit in Sion meistens linker Verteidiger war. «Dieser defensive Führungsspieler gehört bei uns ins Zentrum», betont Babbel. Ziegler ist also der neue Abwehrchef. «Seit Sion denke ich als Innenverteidiger», stellt Ziegler fest.

Zieglers Fixposition bedeutet aller Voraussicht nach, dass das FCL-Eigengewächs Stefan Knezevic (20) den Platz im Abwehrzentrum verliert. Bitter für ihn, denn nur einmal – beim 1:4 gegen YB – spielte er ungenügend. Im Gegensatz zum fehleranfälligeren Marvin Schulz (22), den Babbel von Borussia Mönchengladbach in die Innerschweiz lotste.

Übrigens bestätigte Ziegler, dass er seit Wochen mit dem FCL Gespräche geführt hatte. Den ersten Kontakt stellte der neue FCL-Goalietrainer Swen König her, erzählte der Ex-Sittener. Sportkoordinator Remo Meyer machte schliesslich alles klar. Für Ziegler ist es «eine grosse Herausforderung, die jungen Spieler in der Defensive zu führen». Er lässt offen, ob er den vorläufig bis Ende Jahr laufenden Vertrag verlängert. «Die Möglichkeit besteht aber, dass ich länger bleibe.»

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