FUSSBALL: Nicolas Haas ist beim FCL ein Lichtblick

Nicolas Haas hat bei Luzerns Heimniederlage gegen Zürich gut mitgespielt. Er bleibt voraussichtlich in der Startelf. Zu Hause gegen St. Gallen gibt es drei Ausfälle.

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Luzerns Nicolas Haas (in Blau, Mitte) am Sonntag im Zweikampf 
mit FCZ-1:0-Torschütze Anto Grgic. (Bild: Freshfocus/Daniela Frutiger)

Luzerns Nicolas Haas (in Blau, Mitte) am Sonntag im Zweikampf mit FCZ-1:0-Torschütze Anto Grgic. (Bild: Freshfocus/Daniela Frutiger)

daniel wyrsch

Bei der 1:2-Niederlage am Sonntag gegen den FC Zürich hat der FC Luzern nicht nur drei budgetierte Punkte verloren. In diesem Match verletzte sich Claudio Lustenberger. Der Linksverteidiger musste sich in der 38. Minute auswechseln lassen.

Gestern brachte ein MRI die Diagnose an den Tag, dass Lustenberger an der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur am rechten Bein einen drei Zentimeter langen Muskelfaserriss erlitten hat. Er fällt voraussichtlich drei bis vier Wochen aus.

Ohne Topskorer gegen St. Gallen

Im Heimspiel gegen den FC St. Gallen vom nächsten Sonntag (16.00, SRF 2) gibt es allerdings noch einen prominenteren Abwesenden als den FCL-Captain: Mittelstürmer Marco Schneuwly. Er sah gegen den FCZ in der 85. Minute seine vierte gelbe Karte der Saison und ist gesperrt. Mit sechs Ligatoren ist er nach dem Abgang von Dario Lezcano (neun Ligatore) zu Ingolstadt der beste Luzerner Schütze.

Gegen die Ostschweizer wird erneut auch Hekuran Kryeziu nicht von Anfang an spielen können. Fast zwei Wochen lang hat ein grippaler Infekt mit hohem Fieber an seinen Kräften gezerrt. Er fehlte schon zum Rückrundenstart in Basel (0:3). Gegen Zürich wurde er im defensiven Mittelfeld von Nicolas Haas (20) ersetzt. Dem körperlich robusten Talent aus dem eigenen Nachwuchs gelang es, sich positiv in Szene zu setzen. Er war ein Lichtblick in der dürftigen Mannschaftsleistung der Innerschweizer.

Den Falschen ausgewechselt?

In seinem elften Ligaspiel der Saison kam Haas erst zum dritten Mal in der Anfangsformation zum Einsatz. Wie schon bei den zwei vorherigen Partien in der Startelf wurde er ausgewechselt. In der 63. Minute musste er vom Platz. Im Nachhinein hat FCL-Trainer Markus Babbel vielleicht den falschen der beiden defensiven Mittelfeldspieler ersetzt. Der andere Sechser, François Affolter, stand mit einem Fehlpass am Ursprung des entscheidenden 0:2 (73.). Babbel scheint vergeblich darauf zu hoffen, dass sich Affolter noch in das Schweizer EM-Kader für Frankreich spielen kann.

Haas sass bei Alexander Kerschakows Zaubertreffer draussen auf der Auswechselbank warm in eine dicke Trainingsjacke eingepackt. Der zentrale Mittelfeldspieler mit einem Vertrag bis Sommer 2017 steht vor seinem insgesamt 20. Super-League-Spiel. Neben Remo Arnold (19) ist er die grösste Nachwuchshoffnung der Innerschweiz.

FCL-Cheftrainer Markus Babbel ist über den in Sursee geborenen Mauenseer Haas derzeit voll des Lobes: «Nicky bringt sich schon seit Wochen sehr gut ein bei der Arbeit im Training.» Der deutsche Trainer ist überzeugt, dass Haas ein persönliches Gespräch mit ihm auf die Sprünge geholfen hat. «Er nahm sich die Kritik zu Herzen und zeigte eine tolle Reaktion darauf.»

Nicht auszuschliessen ist, dass sich der ehrgeizige Haas auf seinem Platz in der Startelf festbeisst. Spieler mit Leidenschaft und Initiative sind nach dem misslungenen Rückrundenstart bestimmt willkommen im Kollektiv von Babbel.