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FUSSBALL: «Nur Alex und ich entschieden»

Die Trennung von Sportchef Alex Frei hat hohe Wellen geschlagen. Die Chronologie der letzten drei Wochen zeigt, was beim FCL in Sachen Frei geschehen ist.
Daniel Wyrsch
Geht in die Offensive: FCL-Präsident Ruedi Stäger (links) stellt die Ereignisse rund um Alex Freis Abschied vom FC Luzern aus seiner Sicht dar. (Bild: Philipp Schmidli)

Geht in die Offensive: FCL-Präsident Ruedi Stäger (links) stellt die Ereignisse rund um Alex Freis Abschied vom FC Luzern aus seiner Sicht dar. (Bild: Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Im Kontext dieser Chronologie der Ereignisse sind zwei Eckdaten vorneweg wichtig: Am 6. Oktober stellte der FC Luzern seinen Trainer Carlos Bernegger frei. Eine Woche später, am 13. Oktober, stellten Präsident Ruedi Stäger und Sportchef Alex Frei den neuen Trainer vor: Markus Babbel. Der frühere Weltklasse-Verteidiger begann in der Zentralschweiz nach fünftägiger Vorbereitung mit einem ernüchternden 0:0 zu Hause gegen Vaduz. Es folgte das Cup-Aus im Achtelfinal zu Hause gegen Aarau (1:2). Und dann kam der erste von insgesamt nur zwei Saisonsiegen ausgerechnet beim damaligen Leader FC Zürich (3:2). Die Ernüchterung nach dem anschliessenden erneuten 0:0 in der Swisspor­arena, wo der FCL nie gewann, gegen Thun muss bei den Investoren gross gewesen sein. Denn auch unter dem neuen Coach war keine wesentliche Verbesserung zu erkennen.

Vier Runden vor Ende steht Aus fest

Dennoch überraschte eine zu der Zeit nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Entscheidung hinter den Kulissen, die wenige Tage vor dem viertletzten Hinrundenmatch am 22. November bei den Grasshoppers gefällt wurde: Wie auch immer die vier ausstehenden Meisterschaftsspiele ausgehen, der Sportchef muss Ende Jahr sein Büro räumen.

Passend dazu verlor der FCL bei GC, nachdem er aus einem 0:2-Rückstand ein 2:2 machte, dann aber wie so oft in dieser Saison – dennoch unglücklich mit 2:3 und stand wieder mit leeren Händen da. Anderntags, am 23. November, brachte die «NZZ am Sonntag» ein Zitat von Frei, das unmissverständlich klarmachte, dass der ehemalige Torschützenkönig mitbekommen haben musste, dass er in Luzern definitiv ins Abseits gelaufen war. Es sollte sein prägnantestes und letztes Quote als FCL-Sportdirektor werden: «Ich wusste, dass der FC Luzern ein Haifischbecken ist. Aber mir war nicht bewusst, dass so viele Haie darin schwimmen.»

Stäger: Es gab keine Abstimmung

Am Mittwoch, 26. November, tagte der Verwaltungsrat der Holding in der Swissporarena. Wie Präsident Stäger gestern unserer Zeitung erzählte, teilte er da den Anwesenden zu Sitzungsbeginn mit: «Alex Frei und ich sind in den letzten Wochen übereingekommen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit ihm als Sportchef unter den gegebenen Umständen nicht mehr möglich ist.»

Stäger ist der Fakt wichtig, dass die Verwaltungsräte vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. «Ich war während der gesamten Sitzung anwesend, sie konnten gar nicht darüber abstimmen, wie jetzt kolportiert worden ist», sagt er.

Dennoch ist über die Personalie Alex Frei, das zeigt die Chronologie, von übergeordneten Leuten entschieden worden. Gemäss Statuten wäre dies höchstwahrscheinlich nicht gültig gewesen, aber dem Druck, der dadurch auf Frei geladen worden war, konnte er nicht standhalten.

Kommt Andy Egli zum Handkuss?

Bis Stäger und Frei am letzten Samstag die Trennung bekannt gaben, sind seit der Holding-Zusammenkunft noch einmal zehn Tage ins Land gezogen. Das war wertvolle Zeit, um nach einem Nachfolger zu suchen. Diesen gibt es derzeit aber noch nicht, wie Stäger klarstellt. Er betont, dass er noch im Prozess sei, eine erste, längere Kandidatenliste zu erstellen. Aus dieser wird er dann am Ende eine Liste mit «nur zwei oder drei Kandidaten» erstellen, «mit denen ich intensive Gespräche führen werde».

Die Frage, ob Nachwuchschef Andy Egli (56) für eine FCL-interne Lösung als Sportchef in Frage komme, wollte der einen Moment mit der Antwort zögernde Präsident nicht beantworten. Für den zum Sparen gezwungenen Klub wäre Egli nicht der erste Offizielle, der eine zweite Funktion übernehmen würde. Schon Remo Gaugler (46) ist Chefscout und auch Assistenztrainer. Übrigens: Für Egli, Gaugler und auch Babbel sind die Ferien verschoben. Chef Stäger hat zu mehreren Sitzungen eingeladen.

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