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FUSSBALL: Pascal Schürpf – das Luzerner «Mentalitätsmonster»

Pascal Schürpf ist definitiv beim FC Luzern angekommen: Der Offensivspieler hat zuletzt mit zwei wichtigen Toren überzeugt. Den Erfolg verdankt er seiner Einstellung – und dem Basler Kopfballtraining.
Daniel Wyrsch
FCL-Profi Pascal Schürpf (Mitte) setzt sich im Cup-Derby gegen den Krienser Fisnik Hasanaj durch. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 12. August 2017))

FCL-Profi Pascal Schürpf (Mitte) setzt sich im Cup-Derby gegen den Krienser Fisnik Hasanaj durch. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 12. August 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

FCL-Co-Trainer Patrick Rahmen sagt über den Profi Pascal Schürpf (28): «Er hat einige hinter sich gelassen, die talentierter waren als er.» Er muss es wissen, trainierte er als Nachwuchscoach den Offensivspieler schon in der U18 und U21 des FC Basel. Und für die Charakterisierung des Fussballers Schürpf braucht Rahmen nur drei Begriffe: «Emotionen, Beharrlichkeit, Willenskraft.»

Diese Charakterisierung ­ähnelt jener, die FCZ-Trainer Uli Forte im Sommer für den Neuzugang Michael Frey (23) verwendet hat. «Mentalitätsmonster» bezeichnete Forte den neuen Stürmer, den er in seiner Zeit bei YB kennen und schätzen lernte.

Mehrere Parallelen mit FCZ-Stürmer Michael Frey

Pascal Schürpf lächelt verschmitzt, spricht man ihn auf das bevorstehende Duell der «Mentalitätsmonster» am Sonntag (16 Uhr, Swisspor-Arena) beim Spiel FCL gegen Leader FC Zürich an. Der Ex-Basler ist ein ähnlicher Spielertyp wie Frey. Zwar spielt Schürpf meist auf dem Flügel, während Frey ein Mittelstürmer ist, doch beide sind gross (Schürpf 1,90/Frey 1,89 Meter) und kräftig. Filigrane Techniker sind sie nicht, dafür aber extrem positiv denkende Profis. So beschwor Frey, als er in der Rückrunde der Saison 2015/16 in Luzern spielte, ein furioses Comeback, nachdem das Team gleich viermal in Serie verlor und anschliessend zu Hause gegen Lugano den Cupfinal verpasste. Tatsächlich beendete Frey die Saison mit dem FCL stark auf Platz 3.

Eine weitere Parallele zwischen Schürpf und Frey ist, dass die beiden wegen einer gravierenden Verletzung lange pausieren mussten. Frey nach einem Fussbruch in Lille fast ein Jahr, Schürpf gar 18 Monate wegen eines Knorpelschadens im Knie. Dankbar ist Schürf, nun eine ganze Saison ohne gesundheitliche Einschränkungen gespielt zu haben. Er achtet sehr auf seinen Körper, stärkt die Muskulatur, gönnt sich aber auch genügend Zeit zur Regeneration. Für die hervorragende Betreuung lobt er Christian Schmidt. «Dank unserem Konditionstrainer konnte ich in Luzern körperlich noch einmal zulegen.» Für den FCL ist ein Schürpf in guter Verfassung sehr wichtig, denn seine Treffer sind besonders wertvoll: In 13 Spielen mit 745 Einsatzminuten schoss er vier Ligatore – jeder seiner Treffer bedeutete mindestens einen Punktgewinn: Beim Debüt in Luzern köpfelte er als Einwechselspieler gegen GC im März den 1:1-Endstand, gegen Ex-Klub Vaduz köpfelte er mit dem frühen 1:0 das Team in Richtung 2:0-Sieg, zu Hause gegen Vaduz erzielte er in der 90. Minute den 2:2-Endstand per Kopf. Schliesslich überlistete er vorgestern Sion-Goalie Anton Mitrjuschkin mit einem sehr gut platzierten Bogen-Kopfball zum 1:1-Schlussresultat. «Alle vier Tore in der Liga machte ich mit dem Kopf», stellt Schürpf fest. Die Technik lernte er bei FCB-Co-Trainer Marco Walker – in Theorie und Praxis ein Kopfballspezialist.

«Immerhin schoss ich den fünften Treffer mit dem Fuss», ergänzt Schürpf. Das war eine Woche zuvor im Cup-Derby das erlösende 1:0-Siegtor gegen Kriens.

Integrationshelfer für den Nordkoreaner Jong

Doch Pascal Schürpf ist in seinen ersten sechs Monaten in Luzern nicht nur als Schütze wertvoller Goals aufgefallen. Er hat sich unter anderen auch des Nord­koreaners Il-Gwan Jong (24) angenommen. Von dessen Landsmann Kwang-Ryong Pak lernte ­ er in Vaduz etwas Koreanisch. Schürpf erzählt davon, wie Jong ihm kürzlich voller Stolz auf Deutsch die Zahlen von 1 bis 12 aufzählte. «Mit Il-Gwan ging ich danach in die Kabine vor die Mitspieler, wo er allen seine Sprachfortschritte beweisen konnte.» So belebt Schürpf auch den Teamgeist auf und neben dem Platz.

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