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FUSSBALL: Philipp Studhalter: «Ich verlasse mich auf unsere Experten»

Philipp Studhalter (40) präsidiert neu den FCL und die Holding AG. Er spricht über seine Motivation, den künftigen CEO und darüber, warum Ruedi Stäger gehen muss.
Steht für den FC Luzern hin: der neue Boss Philipp Studhalter. (Bild Philipp Schmidli)

Steht für den FC Luzern hin: der neue Boss Philipp Studhalter. (Bild Philipp Schmidli)

interview Daniel Wyrsch

Philipp Studhalter, neu stehen Sie nicht nur der FCL-Holding AG vor, sondern sind von den Investoren auch zum Präsidenten der FC Luzern-Innerschweiz AG ernannt worden. Wieso haben Sie diese Herausforderung angenommen?

Philipp Studhalter:Ich bin jetzt seit eineinhalb Jahren dabei, ich habe gelernt, in der Holding zu arbeiten, habe die Leute und die Struktur kennen gelernt. Im Zentrum aber steht: Ich bin Luzerner und habe es auch bei den Investoren gespürt: Hier will man Luzern etwas zurückgeben. Ich bin Sportler, die Aufgabe fasziniert mich, und mit dem FCL kann ich mich identifizieren. Mit allen anderen zusammen spüre ich, man will das Team und die Innerschweiz im Fussball weiterbringen. Als Ruderer bin ich ein Teamsportler, das hier ist meine Herausforderung.

Falls der gesuchte neue CEO bis zum Saisonstart nicht gefunden wird, dann stehen Sie im Herbst als Präsident wohl allein im eisigen Wind, sollte es der Mannschaft nicht mehr wie gewünscht laufen. Ist Ihnen dieser Umstand bewusst?

Studhalter: Wie ich bereits angekündigt habe, bin ich im Fussballsport kein Kenner. Da muss ich mich einfach auf unsere Experten verlassen. Wir haben für die Super League einen sehr guten Staff, dies bestätigen mir die Präsidenten der anderen Klubs. Ich sehe das auch selber, sonst hätten wir kaum Platz 3 erreicht.

Wollen Sie sich auch künftig nicht zu den sportlichen Leistungen äussern?

Studhalter:Meine Verantwortung ist die Gesamtstruktur, meine Verantwortung ist, die Grundlagen zu schaffen. Das muss vor allem dann auch der CEO, damit wir in der Sportkommission effektiv zusammenarbeiten können. Ich muss die Gesamtstruktur des Vereins fit machen, und die Reorganisation ist dieser Weg, auf den wir uns festgelegt haben. Es geht auch nicht so sehr um das Ziel, sondern viel mehr um den Weg und dass wir kontinuierlich den FCL verstärken.

Sie führen eine eigene Anwaltskanzlei. Wie viel Prozent Ihres Arbeitspensums werden Sie künftig für den FCL einsetzen?

Studhalter: Im Zentrum steht jetzt, den künftigen CEO einzuarbeiten, dann wird sich mein Pensum definieren.

Wie muss das Anforderungsprofil des CEO aussehen?

Studhalter:Es muss eine führungsstarke Person sein, der einer meiner wichtigsten Vertrauten sein wird. Weiter muss er verkaufsstark sein und Affinität zum Sport besitzen. Er muss den FCL finanziell und administrativ schlanker sowie effizienter machen, kreativ sein und die Grundlagen schaffen, dass die Sportkommission weiterhin effizient zusammenarbeiten kann.

Haben Sie schon CEO-Kandidaten im Blickfeld?

Studhalter:Wir sind tatsächlich in Kontakt mit Leuten. Zu gegebener Zeit werden wir darüber informieren, wer CEO wird. Wir werden den Entscheid nicht nur in der Holding fällen, sondern auch von der Geschäftsleitung und der Sportkommission Feedbacks einholen, damit es eine Person ist, die zu uns passt.

Die Namen von Ex-YB-CEO Ilja Kaenzig und Ex-FCL-CEO Thomas Schönberger werden bereits herumgeboten. Sind die beiden Kandidaten?

Studhalter: Ich bitte um Verständnis, dass ich keine Namen kommentiere. Wie erwähnt führen wir derzeit mit verschiedenen Leuten Gespräche.

Sie haben an der Medienkonferenz erklärt, dass der scheidende geschäftsführende Präsident Ruedi Stäger mit seinem 60-Prozent-Pensum den umfangreichen Aufgaben zu wenig nachkommen konnte. Daneben muss es einen weiteren triftigen Grund geben, weshalb der FCL nicht mehr auf Stäger setzt. Welchen?

Studhalter: Wir haben im Verwaltungsrat gespürt, dass ein Arbeitspensum von 60 Prozent für dieses Amt nicht ausreicht. Dann haben wir eine Alternative diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass wir wieder wie früher auf einen Präsidenten und einen Geschäftsführer im 100-Prozent-Pensum setzen, um all diese Schwierigkeiten zu eliminieren. Zudem entschieden wir uns für einen FCL-Präsidenten und Holding-Präsidenten in Personalunion. Ruedi Stäger hat dieses Modell mit ausgearbeitet. Wichtig ist nicht die Person oder der Kopf, sondern die Entwicklung des FCL. Wir sind der Meinung, dass dies ein guter Schritt für den Verein ist.

Stäger hat selbst gesagt, dass er seinen Job hinsichtlich Akquirieren von Sponsorengeldern nicht zufriedenstellend erfüllen konnte. Ist das richtig?

Studhalter: Wir wollen den Klub fit machen; so, wie unsere Sportkommission die Leistung gebracht hat, so muss auch der ganze Klub finanziell und administrativ vereinfacht werden. Ich will jetzt nicht in die Vergangenheit blicken, ich schaue in die Zukunft.

Es heisst, dass der FC Luzern unter Ruedi Stäger statt den ausgewiesenen rund 2 Millionen Franken Defizit letztes Jahr fast einen doppelt so hohen Verlust machte. Stimmt das?

Studhalter:Unser Defizit ist an der letzten Generalversammlung mit zirka 2 Millionen Franken ausgewiesen worden, alles andere ist Spekulation.

Wie sehr tangiert diese Reorganisation den in den letzten 13 Spielen der Vorsaison erfolgreichen sportlichen Bereich mit der Mannschaft, dem Trainerstaff und der Sportkommission um Koordinator Remo Gaugler?

Studhalter: Ich habe zu sämtlichen Mitarbeitern einen guten, offenen Draht. Wir wissen, dass ich von Fussball nicht viel verstehe und meine Verantwortung in der Führung des ganzen Klubs liegt. Die erwähnte Sportkommission muss arbeiten können, das sind unsere Spezialisten. Dort erwarte ich, dass wir das Vertrauen zueinander finden können, wie wir heute schon ein gutes Verhältnis haben. Den Sitz im Sportausschuss wird der neue CEO anstelle von Ruedi Stäger haben.

Bekanntlich hat Ex-Präsident Ruedi Stäger mit Markus Babbel ein hervorragendes Verhältnis. Der FCL verlängerte den Vertrag mit dem Cheftrainer im Februar um zwei Jahre bis Mitte 2018, es besteht eine Ausstiegsklausel. Ist es ein Thema, dass der FCL bald auch den Trainer wechselt?

Studhalter: Ich weiss nicht, wer mit wem welche Freundschaften hat, kann es weder bestätigen noch verneinen. Für mich steht im Vordergrund, dass wir so weiterarbeiten können. Ich hoffe, dass ich den Klub zusammenhalten kann und wir im sportlichen Bereich erfolgreich weiterarbeiten können. Die Sportkommission, der auch Markus Babbel angehört, bleibt unberührt von der Veränderung im Klub.

Bild: Grafik Neue LZ

Bild: Grafik Neue LZ

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