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FUSSBALL: Puljic: «Ich hoffe, der FCL bleibt oben»

Tomislav Puljic war sieben Jahre lang ein Leistungsträger beim FC Luzern. Trotzdem polarisierte der Kroate wie kaum ein anderer. Seit einer halben Saison spielt der 34-jährige Verteidiger in Vaduz, wo er sich glücklich und geschätzt fühlt.
Daniel Wyrsch
Abwehrchef Tomislav Puljic bejubelt eines seiner fünf Tore in der Vorrunde für den FC Vaduz. (Bild: Michael Zanghellini/Freshfocus (Vaduz, 30. Juli 2017))

Abwehrchef Tomislav Puljic bejubelt eines seiner fünf Tore in der Vorrunde für den FC Vaduz. (Bild: Michael Zanghellini/Freshfocus (Vaduz, 30. Juli 2017))

Interview: Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Tomislav Puljic, seit dieser Saison spielen Sie für den FC Vaduz in der Challenge League. Wie läuft es Ihnen?

Ich bin ganz zufrieden, nach dem letztjährigen Abstieg aus der Super League überwintern wir auf Platz 4. Wir haben unser Zwischenziel erreicht. Mir gefällt es bei den Liechtensteinern, Vaduz ist im Vergleich zu Luzern ein kleinerer Verein, aber die Organisation ist sehr gut. Mir persönlich läuft es hervorragend, ich habe alle Spiele in der Meisterschaft und in der Qualifikation zur Europa League gespielt. Ich bin froh, konnte ich das Vertrauen der Verantwortlichen zurückzahlen.

Sie sind sogar der beste Torschütze der Vaduzer.

Ja, ich erzielte in der Vorrunde fünf Treffer. Wie schon in Luzern, gelingen mir auch für die Liechtensteiner Tore. Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde zusammen als Mannschaft etwas mehr als die 20 Treffer der ersten Saisonhälfte schiessen.

Die Meisterschaft ruht schon eine Woche länger als in der Super League. Hat es Ihnen die Gelegenheit gegeben, den FCL zu beobachten?

Wenn es die Zeit zulässt, und wir nicht gleichzeitig einen Match haben, schaue ich mir die Spiele des FCL im Stadion oder am Fernseher an. Von allen anderen Vereinen ausser Vaduz gilt mein Interesse zuerst Luzern, ich wohne mit meiner Familie auch weiterhin in Hergiswil. Allerdings muss ich ehrlich sein: Platz 9 in der Tabelle macht mich traurig. Im Moment frage ich mich, wo das Feuer und der Geist des FCL geblieben sind.

Trotz einer Vertragsklausel, die Sie mit dem Erreichen von 20 Ligaspielen bestimmt hätten erfüllen können, sortierte man Sie letzte Saison nach einer starken Vorrunde aus – Sie mussten in der U21 trainieren. Sind Sie den FCL-Verantwortlichen böse?

Das Verhalten war sicher nicht fair und korrekt. Nach der halben Saison in der U21 hätte es für mich sehr schwierig werden können, um weiter Profi zu bleiben. Ich bin dreifacher Familienvater und bin Gott und dem FC Vaduz sehr dankbar für die gebotene Chance. Die nächsten eineinhalb Jahre werde ich weiterhin alles für Vaduz geben. Ich sage immer, dass alles im Leben zurückkommt. Ich versuche, stets mein Bestes zu geben.

Haben Sie beim FCL auch positive Veränderungen festgestellt?

Der Verein setzt vermehrt auf junge Spieler. Ich freue mich für Stefan Knezevic, Ruben Vargas und Idriz Voca, die regelmässig zum Einsatz kommen und einen guten Job machen.

Sehen Sie auch Nachteile beim Pushen der vielen Jungprofis?

Natürlich kann man nicht nur die Jungen fördern, ein gutes Team braucht zwingend auch erfahrene Spieler. Ich mag, wie Christian Schwegler spielt. Er ist ein Vorbild für die Jungen wegen seines grossen Einsatzes und seiner enormen Erfahrung. Schade, ist er gegenwärtig verletzt. Auch David Zibung ist und bleibt ein Vorbild für alle, er ist ein Motivator.

Wie finden Sie das Team?

Leider besitzt die aktuelle Mannschaft nicht genügend Qualität. Was mich stört, ist, dass einige Profis, zu denen auch Junge gehören, die Form von Bodybuildern annehmen. Eigentlich hat mich das nicht überrascht, da der Konditionstrainer der 1. Mannschaft (Christian Schmidt; Anm. der Red.) früher ein professioneller Bodybuilder war und nichts mit Fussball zu tun hatte.

Was erwarten Sie, wie geht es für den abstiegsgefährdeten FC Luzern in dieser Saison weiter?

Ich hoffe, der FCL bleibt in der Super League. Der Verein hätte so viele begeisterungsfähige Fans und ein schönes Stadion, der FCL müsste eigentlich viel besser dastehen, statt gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. Falls gewisse Leute mit dieser Situation glücklich sind, dann können wir echten Blauweissen nichts daran ändern. Ich hoffe aber, dass eines Tages wieder 14 000 bis 15 000 Zuschauer in die Swisspor-Arena pilgern – und nicht knapp 9000 wie am Sonntag gegen Leader YB.

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