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FUSSBALL: Remo Freuler: Ein Kämpfer mit Übersicht und Technik

Für den neuen FCL-Profi Remo Freuler (21) ist der erste Match zu Hause fast perfekt gelungen. Er ist einer der Jungen, auf die Luzerns Sportchef Alex Frei künftig setzt.
Daniel Wyrsch
Der junge Remo Freuler (am Ball) liess sich am Sonntag auch von grossen Spielern wie Yassine Chikhaoui nicht einschüchtern. (Bild Philipp Schmidli)

Der junge Remo Freuler (am Ball) liess sich am Sonntag auch von grossen Spielern wie Yassine Chikhaoui nicht einschüchtern. (Bild Philipp Schmidli)

Remo Freuler (21) geniesst den freien Tag nach dem erfolgreichen Sonntag mit dem FC Luzern. Er habe in der Nacht nach dem Sieg über den FC Zürich sehr gut geschlafen. In seiner alten Wohnung in Winterthur. Dort hat er bis vor einem Monat in der Challenge League gekickt. Am 1. April zügelt der zentrale Mittelfeldspieler nach Hergiswil. Der Wechsel in die Zentralschweiz scheint sich zu lohnen. Für Freuler war das 1:0 gegen Zürich das dritte Spiel, er kam zum zweiten Einsatz in der Startformation.

Drei Stärken führen zum Assist

Von allen Seiten erhielt er gute Kritiken. Im Fokus stand sein erster Assist: Dank Durchsetzungsvermögen, Übersicht und feiner Technik gelang es ihm, den Ball von der Seitenlinie in den vollen Lauf von Dimitar Rangelov (31) zu chippen, worauf der Bulgare das siegbringende Tor erzielte. Freuler genoss die Stimmung und die Kulisse von 15 000 Fans in seinem ersten Match in der Swissporarena. «Das Publikum hat uns nach vorne gepeitscht, sogar das Wetter passte perfekt zum Sieg.»

Trainer Carlos Bernegger war voll des Lobes über die Leistung seines neuen Schützlings. «Remo hat sich im Mittelfeld gegen die starken Zürcher hervorragend geschlagen.» Tatsächlich zeigte Freuler vor den grossen Namen eines Yassine Chikhaoui oder Davide Chiumiento nicht mehr Respekt, als nötig war. «Wir gewannen die meisten Zweikämpfe, standen ihnen auf die Füsse, damit sie ihr Spiel nicht aufziehen konnten.»

Der Zürcher Oberländer hat den Vorteil, dass er als 18-Jähriger schon einmal bei den Grasshoppers Super-League-Luft schnuppern konnte. Diese Erfahrung helfe ihm, denn er wisse, wie es in der höchsten Klasse zu und her geht. Aber auch die Partien mit dem U-21-Nationalteam gegen härtere Gegner wie Kroatien, die Ukraine oder Deutschland kämen ihm zugute.

Langfristiger Vertrag gibt Vertrauen

Aufgeregt habe er sich gegen Zürich, «weil ich die optimale Hereingabe von Florian Stahel nach der Pause nicht verwertete. Das war eine grosse Chance.» Auf diesen Ball sei er «etwas zu früh reingestochen, ich kam leicht in Rücklage und konnte nicht mehr genügend Druck in den Schuss geben».

Freuler ist sich bewusst, dass er das Vertrauen von Trainer Bernegger und Sportchef Alex Frei geniesst. «Das beweist auch der Dreieinhalbjahres-Vertrag bis 2017. Ein gewichtiges Argument, warum ich mich für den FCL entschieden habe.» Angebote hatte er auch von zwei anderen Klubs der Super League.

Freuler scheint ein ausgeglichener Mensch zu sein. Er spielt ruhig und überlegt, sein aufrechter Gang verleiht ihm einen eleganten Stil. «Dass ich nicht besonders aufgeregt bin, habe ich wohl einfach meinen Charakter zu verdanken», glaubt er.

Die fussballerische Ausbildung genoss Freuler beim FC Winterthur. Als 13-Jähriger wurde er an einem Turnier entdeckt und verpflichtet. Ab diesem Zeitpunkt war der damalige Schüler mit dem Zug 45 Minuten von Hinwil nach Winterthur ins Training und danach wieder zurück nach Hause gefahren. Weil Vater und Mutter berufstätig sind, hatte er keinen Chauffeur und wurde früh selbstständig.

Als Jungprofi bekommt Freuler nun beim FCL die Chance, früh Verantwortung zu übernehmen. Um ihn, François Affolter (23, vorher YB), Fidan Aliti (20, vorher FC Basel/Old Boys Basel) sowie die einheimischen Alain Wiss (23), Sava Bento (23) und Hekuran Kryeziu (21) will Frei die verjüngte künftige Mannschaft aufbauen.

Kryeziu ist im siebten Spiel der Rückrunde gegen Zürich zum ersten Einsatz gekommen. Die letzten 17 Minuten. Für Sportdirektor Frei gibt es plausible Gründe, warum Bernegger nur sporadisch auf den U-20-Internationalen setzt. «Heki ist zweifellos ein grosses Talent, aber er sollte sich mehr einbringen, zum Beispiel früher und richtig vorbereitet ins Training kommen.»

Kontroverse um Huggel

Um auch schon dem Nachwuchs das professionelle Verhalten und die hungrige Mentalität von Siegern einzuimpfen, möchte Frei die besten Trainer haben. «Mir ist egal, aus welchem Kanton einer kommt.» Die Verpflichtung seines früheren Mitspielers beim FC Basel und in der Nationalmannschaft, Benjamin Huggel (36), wäre für einen Teil der fussballinteressierten Zentralschweizer eine Sache, die nicht gehen würde. Jene Leute scheint es nicht zu interessieren, ob mögliche Kandidaten aus der Region die gleiche Erfahrung und Mentalität wie Huggel für den Job als Juniorentrainer mitbringen. Gemäss Frei existiert bis dato kein Vertrag mit Huggel.

Freuler, mit Glarner Wurzeln, muss ebenso die Skeptiker überzeugen. Er ist hoch motiviert, seine Karriere in Luzern zu lancieren, und denkt, dass der FCL in Zukunft die richtige Mischung von jüngeren und älteren Spielern haben müsse. «Derzeit sieht es sehr gut aus, dass wir auch künftig ein Team haben werden, um vorne mitzumischen.»

Zum nächsten Match am Sonntag (13.45 Uhr) beim letztplatzierten Lausanne meint Freuler: «Es wird auf der Pontaise nicht einfach sein, zu gewinnen. Wir müssen wieder die bestmögliche Leistung bringen.»

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