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FUSSBALL: Remo Gaugler im funktionierenden FC Basel

Ex-FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler hat im Frühling zum FC Basel zurückgewechselt. Heute (19.00) ist er mit dem FCB erstmals in Luzern zu Gast – doch Geschenke hat er keine dabei.
Daniel Wyrsch, Basel
Remo Gaugler (links) und Basels Trainer Raphael Wicky – hier im Saisonvorbereitungscamp – tauschen sich praktisch täglich aus. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Crans-Montana, 13. Juli 2017))

Remo Gaugler (links) und Basels Trainer Raphael Wicky – hier im Saisonvorbereitungscamp – tauschen sich praktisch täglich aus. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus (Crans-Montana, 13. Juli 2017))

Daniel Wyrsch, Basel

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Basels Kaderplaner Remo Gaugler (49) freut sich, heute am Match viele Leute aus Luzern wiederzusehen. Er denkt dabei an FCL-Präsident Philipp Studhalter und an dessen Vorgänger Ruedi Stäger und Mike Hauser sowie an alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Mit dem FCL-Trainerteam und einigen Spielern steht er noch immer in Kontakt. Doch Geschenke dürfen sie von Gaugler und dem FCB keine erwarten, so sehr der zusammen mit Sion am Tabellenende stehende FCL Punkte dringend gebrauchen könnte. Gaugler: «Das ist eine Frage der Haltung, während 90 Minuten geht es um das Resultat, und die drei Punkte, die wollen wir nach Basel holen.»

Nach acht Meistertiteln in Serie hat der FCB auf diese Saison hin Wechsel an der Vereinsspitze wie in der sportlichen Führung vollzogen. Die Mannschaft wurde verjüngt, und man hat vermehrt Eigengewächse eingebaut. Eine ähnliche Veränderung wie beim FC Luzern, nur sind die Basler weiterhin erfolgreich. Begeisterung löste am Mittwoch der 1:0-Überraschungscoup gegen Manchester United aus, er hat dem FCB in der Champions League die Chance eröffnet, in die Achtelfinals einzuziehen.

Gaugler ist überzeugt vom erneuten Titel für Basel

In der Liga hat der Meister nach 15 Runden sieben Punkte Rückstand auf Leader YB. Gaugler findet jedoch, «dass wir auch in der Meisterschaft eine gute Saison spielen. Wir haben in zwei, drei Spielen nicht die gewünschten Leistungen gebracht und Resultate vergeben.» Über die Gründe wüssten sie Bescheid, und das Trainerteam arbeite hervor­ragend mit der Mannschaft. Es habe auch viel damit zu tun, dass das Team relativ jung sei und viele neue Leute für und um dieses Team arbeite. «Bei Veränderungen gibt es immer Unsicherheiten, die hin und wieder ein Spiel negativ beeinflussen können.» Wegen des Rückstands auf YB würden sie sich keinen Kopf machen. «Wir machen unseren Job, am Schluss werden wir zuoberst stehen!», ist Gaugler überzeugt.

In Basel stehen Trainer Raphael Wicky und Sportchef Marco Streller im öffentlichen Fokus. In Luzern spielte Sportchef Gaugler eine der Hauptrollen. «Trainer und Sportchef sind die zwei wichtigsten Jobs in einem Club. Meine Aufgabe ist es hier nicht, in der Öffentlichkeit zu stehen, sondern das Trainerteam und den Sportchef zu unterstützen.»

Für Gaugler ist der kollektive Erfolg im Sport das entscheidende Kriterium. «Das ist das Produkt, wofür wir schaffen, dies soll im Vordergrund stehen.»

Seine Arbeit als Kaderplaner ist nicht nur mittel- und längerfristig ausgerichtet. Bereits zu Beginn musste die sportliche Führung kurzfristige Entscheide treffen. «Mein Hauptjob ist aber die Kaderplanung für die nächsten drei bis fünf Jahre.» Er schaue, welches Potenzial aus dem eigenen Nachwuchs komme, auf welchen Positionen sie Spieler einbauen könnten. Ihn beschäftigt zudem: «Welche Spieler gibt es auf dem Schweizer Markt, die zu uns passen? Wie sind die Perspektiven und Vertragssituationen der Spieler im bestehenden Kader?» Gemeinsam mit Chefscout Ruedi Zbinden und Streller richten sie das Scouting punktuell auf diesen Positionen aus, auf denen sie Bedarf haben. «Wir sind ein dynamisches Team, treffen uns täglich in einem unserer Büros.»

Dankbar ist Gaugler um die administrative Stelle für ihn und Streller. «50 bis 100 Spieler werden dem FCB täglich angeboten.» Zuerst werden sie von der Administration gefiltert. Die ungefähr 30 Prozent seriösen Angebote gehen an ihn. «Ich scheide noch einmal die aus, die unsere Scouts schliesslich beobachten.» Diese Spieler werden alle in einer Datenbank erfasst. Der FCB hat einige Scouts zur Verfügung, die hauptamtlich oder auf Mandatsbasis beschäftigt sind. «Sie decken den Markt in der Schweiz, den ganzen südamerikanischen Markt und den grossen Rest der Welt auf unsere Bedürfnisse ab.» Für Gaugler ist diese Investition mehr als gerechtfertigt: «Talentierte Spieler kommen nicht einfach so zum FC Basel, wo wir sie weiterentwickeln wollen. Wenn du einen Ertrag willst, musst du auch einen Aufwand betreiben.»

Scouts von Real, Barça und der Bundesliga im «Joggeli»

Das Geschäftsmodell funktioniert seit vielen Jahren hervor­ragend. Gegen ManUnited waren Scouts von Real Madrid, Barcelona und der gesamten Bundesliga im St.-Jakob-Park. «Das ist ein normaler Prozess. Wenn unsere Spieler irgendwann in eine grosse Liga wechseln können, dann haben viele Mitarbeiter beim FCB den Job gut gemacht.»

Mit den Gedanken ist er schon im nächsten Jahr, wenn die WM in Russland stattfindet und die zwei besten Schweizer Vereine durch die Champions-League-Qualifikation müssen. «Im Winter hat der Plan zu stehen, damit wir nächsten Herbst die Gruppenphase erreichen.» Der Match in Luzern ist für Gaugler und Basel nur ein kurzer Zwischenstopp.

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