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FUSSBALL: Remo Meyer: «Wir werden den Ligaerhalt erreichen»

Remo Meyer (37) ist seit dieser Saison Sportkoordinator des FC Luzern. Der gebürtige Altbüroner spricht über seinen intensiven Job, über Alex Frei, über Gerardo Seoane und über den neuen Verteidiger Lazar Cirkovic.
Daniel Wyrsch
Zuversichtlich vor dem Start in den Fussball-Frühling: FCL-Sportchef Remo Meyer. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 25. Januar 2018))

Zuversichtlich vor dem Start in den Fussball-Frühling: FCL-Sportchef Remo Meyer. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 25. Januar 2018))

Interview: Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Remo Meyer, einer Ihrer Vorgänger als FCL-Sportverantwortlicher ist Alex Frei. Er hat kürzlich in einem Interview gemeint: «Ich beneide Remo Meyer sicher nicht.» Was sagen Sie dazu?

Ich mag meinen Job, dafür braucht es viel Leidenschaft, weil der Job sehr zeitintensiv und komplex ist. Ich glaube, auch für Alex war diese Aufgabe eine tolle Sache, die ihm eine riesige Erfahrung fürs Leben gegeben hat. Ich bin mit ihm in Kontakt, das Erlebte hat ihm die Augen geöffnet. Er hat sich danach für einen anderen Weg entschieden, ist jetzt U18-Trainer in Basel. Er greift bald im Trainermetier an und wird seinen Weg machen.

Sie spielten früher mit Alex Frei beim FCL, er ist der Götti von einem Ihrer Söhne. Hat Frei Sie gewarnt vor dem Sportchef-Job?

Nein, gewarnt hat er mich nicht. Wir haben über viele Sachen gesprochen. Alex hat nicht nur Negatives in Luzern erlebt, er hat auch mehrere positive Dinge mitgenommen. Am Ende war es mein Entscheid, das Angebot des FCL anzunehmen.

Wurde für Sie nach den Abgängen von Cheftrainer Markus Babbel und Co-Trainer Patrick Rahmen der Weg frei, etwas Neues zu beginnen?

Im Juni war die Ausgangslage anders, da war ich als Sportkoordinator zu einem Trainerteam gestossen, das schon länger hier war. Trotzdem hatte die Zusammenarbeit eigentlich gestimmt. Im Winter ist es dann zur Trennung gekommen, die Gründe dafür sind bekannt. Jetzt schlagen wir ein neues Kapitel mit Gerardo Seoane auf. Wir sind überzeugt, dass der neue Trainer die Herausforderung meistert. Jetzt heisst es: zusammenstehen und gemeinsam die schwierige Rück­runde bestreiten.

Wie beurteilen Sie Seoanes Arbeit nach rund drei Wochen?

Er ist top professionell, die Mannschaft zieht voll mit und ist sehr motiviert. Alle sind sich bewusst, um was es in der Rückrunde geht. Mannschaft und Trainerstaff ziehen an einem Strang in die gleiche Richtung. Das stimmt mich sehr zuversichtlich.

Bei der Vorstellung von Gerardo Seoane klang eine Ihrer Aussagen zum neuen Coach sehr pathetisch: «Ich werde immer an seiner Seite sein.»

Er hat meine volle Unterstützung. Ich finde, diese Harmonie muss bestehen, es muss ein gemeinsamer Weg sein. Dass Trainer irgendeinmal ausgetauscht werden, ist normal. «Lebenslang» war damit nicht gemeint. (schmunzelt)

Bekanntlich ist der Trainer meist das schwächste Glied in einem Verein, die Mission Klassenerhalt muss erfüllt werden. Sie beide sind in einer schwierigen Lage, denn verpasst Luzern dieses alternativlose Ziel, würde es im Sommer auch für Sie sehr schwer, beim FCL weiterzumachen.

Stand heute mache ich mir keine Gedanken über einen Abstieg. Ich bin der vollen Überzeugung, dass das Potenzial vorhanden ist und wir mit Gerry den richtigen Trainer haben. So wie ich die Mannschaft erlebt habe, werden wir den Ligaerhalt erreichen.

Den ersten Wintertransfer machten Sie diese Woche mit dem Innenverteidiger Lazar Cirkovic von Partizan Belgrad. Auffallend ist, dass er nach sieben Pflichtspielen zu Saisonbeginn nicht mehr zum Einsatz kam. Warum hat Cirkovics Ex-Klub nicht mehr auf ihn gesetzt?

Zuerst muss ich erklären: Wenn bei uns eine Position offen ist, dann schauen wir zuerst im Nachwuchs, ob sich für einen Spieler die Tür öffnet. Nachher suchen wir im Schweizer Markt und erst an dritter Stelle im Ausland. Wir haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, um gestandene Spieler zu holen, die alles mitbringen und in den letzten Jahren einen reibungslosen Karriereverlauf hatten.

Die Laufbahn des serbischen Ex-U21-Nationalspielers ist vielmehr ins Stocken geraten.

Wir müssen die Augen offenhalten für Spieler, die aus welchen Gründen auch immer, möglicherweise zuletzt nicht mehr oft zum Einsatz gekommen sind. Oder einfach unglücklich sind. Cirkovic war so ein Spieler, den wir schon letzten Sommer beobachtet hatten. Ich habe zudem Kontakt zu Partizan-Captain Sasa Ilic, wir spielten zusammen bei RB Salzburg. Ausserdem haben wir Leute, die Cirkovic im Training beobachteten. Wir sind überzeugt vom Potenzial und auch vom Charakter des Spielers. Dies, und der passende finanzielle Rahmen, gaben den Ausschlag für diesen Transfer.

Sie sagten, dass ein Zuzug besser sein muss als die zur Verfügung stehenden Spieler. Bringt Cirkovic dem FCL diesen Mehrwert?

Davon sind wir überzeugt. Die Konstellation in unserer Innenverteidigung ist speziell, da Sommer-Zuzug Nicolas Schindelholz die ganze Vorrunde verletzt ausgefallen ist und auch Lucas Alves zwei längere Phasen verletzt pausieren musste. Wir können nicht zu hundert Prozent mit ihnen rechnen. Die anderen drei Innenverteidiger, Stefan Knezevic, Yannick Schmid und Marvin Schulz, sind noch jung. Schulz hat bewiesen, dass er auch im defensiven Mittelfeld spielen kann. Darum wollten wir einen zusätzlichen Innenverteidiger mit der Erfahrung von gegen 100 Spielen in der höchsten Landesliga dazuholen. Wir sind sicher, dass er eine Verstärkung ist für die zentrale Abwehr.

Was dem FCL jetzt noch fehlt, ist der von Ihnen und Seoane gewünschte Mittelfeldspieler, der auch Pässe in die Tiefe auf die Stürmer spielen kann. Ist dieser Spieler für das Team noch wichtiger als der neue Innenverteidiger?

Das ist absolut richtig. Einen solchen Achter mit offensiven Qualitäten zu finden, ist etwas schwieriger. Fakt ist, dass dies die einzige Position ist, die noch offen ist. Wir sind der Meinung, dass wir im Mittelfeldzentrum eine Verstärkung brauchen. Wenn der Markt bis zum 15. Februar eine Gelegenheit für einen Mittelfeldmann bietet, der uns überzeugt und der finanziell passt, dann wollen wir ihn verpflichten.

Mit Cirkovic sind jetzt 29 Spieler im Kader. Wollten Sie die Anzahl der Profis reduzieren?

Eine Kaderreduktion bereits jetzt im Winter wäre ein Wunsch, da wir meiner Ansicht nach zu viele Spieler im Kader haben. Aber das ist nicht ganz so einfach.

Wir stehen eine Woche vor dem Auftakt zu den restlichen 17 Saisonspielen: Die Tabellensituation für Luzern ist brisant. Nur das vom reichen Präsidenten Christian Constantin alimentierte Sion steht hinter dem FCL auf dem Abstiegsplatz. Wie sicher sind Sie, dass der FCL da unten rauskommt?

Viele Teams sind von den Punkten her eng zusammen. Diese Situation trifft bis auf die Ränge 4 und 5 zu. Selbst den drittplatzierten FC Zürich kann man dazu zählen, weil keine dieser Mannschaften richtig besser ist als die anderen. Alle hoffen, dass sie gut aus den Startlöchern kommen. In Luzern sind wir uns dieser heiklen Ausgangslage bewusst, weil wir auf Platz 9 sind. Wir sind bereit für ein enges und umkämpftes Restprogramm.

Startgegner Lausanne hat aufgerüstet.

Mit den Zuzügen von Fransson, Rapp und Zidane waren die Waadtländer am aktivsten auf dem Transfermarkt. Sie haben an Qualität gewonnen, müssen sich jedoch zuerst einspielen. Wir haben am nächsten Samstag ein Heimspiel, das wir offensiv mutig und leidenschaftlich bestreiten wollen.

Werden Sie auf der Tribüne emotionaler sein als in der Vorrunde, weil die Handschrift des neuen Sportkoordinators nun besser erkennbar ist?

Meine Handschrift wird irgendwann erkennbar sein. Doch wird das eher ab nächsten Sommer der Fall sein. Meinen Startsommer zähle ich nicht dazu, das war zu kurzfristig. Im Winter waren kleine Retuschen möglich, aber auch nicht richtig viel. Die Emotionen sind von Anfang an gleich gross gewesen. Der FC Luzern ist mein Verein, ich bin von hier, habe auf der Allmend zum ersten Mal die Luft der obersten Klasse geschnuppert.

Wer gewinnt das Meisterduell: YB oder Basel?

Ich habe die ganze Vorrunde trotz der steten YB-Tabellenführung immer gesagt, dass Basel am Ende das Titelrennen für sich entscheidet. Die gewichtigen FCB-Abgänge von Akanji und Steffen nach Dortmund und Wolfsburg haben meiner Meinung nach YB etwas näher an das grosse Ziel gebracht. Selbst wenn Basel der Favorit bleibt.

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