FUSSBALL: Renggli will FCL aus Tief führen

Übermorgen wird Michel Renggli 33. Nach überstandener Verletzung will der FCL-Routinier zurück ins Team. Heute (16.00) bei GC lässt ihn der Trainer aber auf der Bank.

Daniel Wyrsch
Drucken
Teilen
Michel Renggli hat seine Verletzung auskuriert und will den FCL aus dem Tief führen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Michel Renggli hat seine Verletzung auskuriert und will den FCL aus dem Tief führen. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Endlich ist Michel Renggli zurück. Er gehört mit 306 Spielen zu den erfahrensten Profis in der Super League. Der dreifache Vater, der mit seiner Familie in Beckenried am Vierwaldstättersee lebt, besitzt das beim FC Luzern rar gewordene «Führungs-Gen». Renggli ist sich dessen bewusst, stellt sein Licht nicht unter den Scheffel. Zur Abstiegsgefahr sagt er: «Niemand hat es wirklich geschafft, dass wir da unten rauskommen.» Angesprochen auf seine persönlichen Möglichkeiten, den Lead zu übernehmen, meint Renggli: «Natürlich habe ich die Fähigkeiten, eine Mannschaft zu führen.» Das habe er in der erfolgreichen Vorsaison bewiesen, die Luzern auf Platz zwei und als Cupfinalist abschloss.

Renggli hätte es auch in dieser Saison «liebend gerne» gezeigt. Nach einem Kapselriss im Fuss kämpfte er sich in der Startphase trotz Schmerzen durch. Die medizinische Abteilung unterschätzte die Verletzung, statt dem Spieler eine Pause zu verordnen. Renggli war nach vier Einsätzen gravierender verletzt und musste schliesslich operiert werden. Für den fünften Saisoneinsatz wäre er heute – sieben Monate später – bereit. «Ich würde es mir zutrauen.» Doch FCL-Trainer Ryszard Komornicki (53) sieht es anders, er hat seinen erfahrensten Akteur gestern in den U-21-Nachwuchs geschickt (3:2-Sieg gegen GC U 21), damit dieser mehr Spielpraxis bekommt. Komornicki: «Ziel ist, dass Renggli vielleicht im nächsten Match gegen Basel aufläuft.» Somit kann der Defensivspe-zialist, der am Dienstag seinen 33. Geburtstag feiert, heute gegen GC höchstens zu einem Teileinsatz kommen.

Renggli will in den folgenden zwölf Runden, dem letzten Drittel der Meisterschaft, Verantwortung übernehmen und den FCL aus dem Tief führen. Glaubt er an diese Einsatzchancen? «Ich hoffe schwer darauf, die Trainingsleistungen stimmen. Es wäre komisch, wenn man mich nicht einsetzen würde.» Die Spielposition ist offen. «Ich kann im zentralen Mittelfeld und als Innenverteidiger spielen, darüber befindet der Trainer.»

Der Vergleich mit GC

Er zeigt sich überzeugt, dass er mit der Erfahrung dem FCL weiterhin helfen kann. Man sehe es bei der perfekten Mischung bei GC, wie wichtig Routiniers wie Vero Salatic und Stéphane Grichting seien. «In diesem stabilen Gefüge können junge Spieler aufleben.»

Renggli stellt klar: «Falls man mich jetzt nicht einsetzt, wird man mich auch im Sommer kaum benötigen. Dann muss ich bei einem anderen Klub schauen, ob man mich gebrauchen kann.» Weil der Vertrag ausläuft, ist er dann ablösefrei zu haben. Trotz fortgeschrittenem Fussballeralter kündigt er an, noch mindestens zwei Jahre auf Topniveau spielen zu wollen. Danach könne er sich vorstellen, im Fussballmanagement einzusteigen. «Dieser Bereich interessiert mich.» Renggli hätte für dieses Geschäft sowohl das «Köpfchen» wie die jahrelange Erfahrung als Profi.