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FUSSBALL: Rodriguez’ Geduld wird belohnt

Der 20-jährige Francisco Rodriguez hat gestern erstmals mit Luzern trainiert. Sein Talent und der Name sind viel versprechend, seine Geschichte turbulent.
Daniel Wyrsch
Mit Spass dabei: Francisco Rodriguez (am Ball) gestern in seinem ersten FCL-Training, beobachtet von François Affolter (links) und Sally Sarr. (Bild Manuela Jans- Koch)

Mit Spass dabei: Francisco Rodriguez (am Ball) gestern in seinem ersten FCL-Training, beobachtet von François Affolter (links) und Sally Sarr. (Bild Manuela Jans- Koch)

Francisco Rodriguez trainierte gestern, sechs Tage vor seinem 21. Geburtstag, erstmals mit dem FC Luzern. Der junge Profi mit spanisch-chilenischen Wurzeln war zuvor mit der Schweizer U-21-Nationalmannschaft im Einsatz, siegte in der EM-Qualifikation 3:0 gegen Kasachstan und remisierte 0:0 in Bosnien.

Der in der Zürcher Vorortsgemeinde Schwamendingen aufgewachsene Rodriguez erklärt den leihweisen Wechsel nach Luzern gegenüber unserer Zeitung so: «Die Klubführung und der Trainer geben mir viel Vertrauen, das ist für einen jungen Spieler eminent wichtig.»

Markus Neumayr (30) nahm sich sofort dem fast zehn Jahre jüngeren Neuzugang an; in den Minuten vor dem gestrigen Training tauschten sich die beiden aus. Das ist kein Zufall, denn Neumayr und Rodriguez stehen für ästhetischen Fussball, sie sind technisch versierte Mittelfeldspieler – und beide hatten sich als Jungprofis bei einem ausländischen Verein in einer Topliga versucht. Bei Neumayr war es einst der Weltklub Manchester United, im Fall von Rodriguez der etwas kleinere, aber trotzdem sehr ambitionierte Volkswagen-Verein VfL Wolfsburg, wo Bruder und Nationalspieler Ricardo Rodriguez (24) seit vier Jahren als Stammkraft verteidigt.

Zu früher Wechsel in die Bundesliga

Für den «kleinen Rodriguez», wie er oft genannt wird, hat sich das Engagement in Wolfsburg fussballerisch nicht gelohnt. Der Wechsel im Juli 2015 in die Bundesliga – nach 28 Super-League-Spielen für den FC Zürich – ist im Nachhinein zu früh gekommen. Nur einmal schnupperte er in der deutschen Eliteklasse rein, acht Minuten durfte er vor Weihnachten bei der 1:3-Niederlage der Wolfsburger in Stuttgart mitspielen.

Nicht aufgegangen ist auch die Ausleihe zu Arminia Bielefeld, wo Rodriguez nach einem Handbruch nicht mehr ins Team zurückkehrte. Als dann Anfang August auch noch Offensivspieler Leandro Putaro (19) ausgerechnet von Wolfsburg zu Bielefeld ausgeliehen wurde, war klar, dass Rodriguez bei Arminia keine Zukunft mehr hat. Der Leihvertrag wurde aufgelöst, Luzern ist zum Handkuss gekommen. Der FCL leiht Rodriguez bis Ende Saison von Wolfsburg aus. Im Vertrag ist eine Option für eine definitive Übernahme festgeschrieben. Wolfsburg hatte dem FCZ vor knapp 14 Monaten 1,2 Millionen Euro für das Talent bezahlt.

Nervenstark beim Transfer

Luzern-Cheftrainer Markus Babbel ist sehr zufrieden mit der Verstärkung: «Wir sind froh und stolz, dass wir einen Schweizer U-21-Nationalspieler für uns gewinnen konnten. Mich freut besonders, dass er unbedingt zu uns wollte. Er hat auf einiges verzichtet und mit keinem anderen Klub gesprochen.» Babbel deutet damit an, dass Rodriguez in Luzern längst nicht mehr in der gleichen Lohnklasse wie in Wolfsburg ist. «Ihm war die Karriere wichtig. Er sieht, wie wir Fussball spielen, und weiss, dass er eine gute Rolle spielen kann. Fussballerisch bringt er viel mit, zweifellos kann er kicken. Zudem ist er schnell integriert, er kennt die Liga.»

Der FCL konnte Rodriguez den Transfer nur für den Fall versprechen, wenn ein anderer Spieler den Klub verlässt. Jakob Jantscher (27) hat bekanntlich am 31. August, wenige Stunden vor dem Ende der internationalen Transferperiode, zum türkischen Erstligisten Caykur Rizespor gewechselt. «Grosses Kompliment, dass Francisco bis am Schluss ruhig geblieben ist. Spitz auf Knopf war es schliesslich, dass es geklappt hat», erinnert sich Babbel an den hektischen Mittwoch vor einer Woche.

Trauriger Verlust

Babbel findet, dass Rodriguez beim FC Luzern sicher besser aufgehoben ist als zuletzt bei Arminia. «Zu Bielefeld passte er gar nicht, weil die destruktiv spielen.» Am Samstag (20 Uhr) bei YB könnte der FCL-Neuling zu einem Teileinsatz kommen, so Babbel.

Traurig war das letzte Jahr für Francisco, Ricardo und den ältesten Bruder, Roberto Rodriguez (26, FC Zürich). Mutter Marcela verstarb erst 47-jährig, lange hatte sie gegen den Krebs gekämpft. Für die Brüder Rodriguez und Vater José ein grosser Verlust. Francisco wird in Luzern die Rückennummer 68 tragen. Ricardo in Wolfsburg und Roberto beim FCZ haben die 34. «Cico», so sein Übername, hat jetzt die doppelte 34 – das ist der Jahrgang (1968) der Mama.

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